Braunauer Zeitgeschichte-Tage
16. Braunauer Zeitgeschichte-Tage im Kulturhaus Gugg (2007)

Die Braunauer Zeitgeschichte-Tage sind eine vom Verein für Zeitgeschichte[1] veranstaltete Tagungsreihe, die seit 1992 jährlich in Braunau am Inn stattfindet[2]. Die wissenschaftliche Leitung hat Gedenkdienst-Gründer Andreas Maislinger inne.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Der aus der Nähe von Braunau/Inn stammende Innsbrucker Politikwissenschafter Andreas Maislinger hatte seit 1987 versucht, die Stadt Braunau von der Idee zu überzeugen, eine jährliche Tagung zur Zeitgeschichte zu organisieren. Der Frankfurter Dokumentarfilmer Alfred Jungraithmayr gehörte zu seinen ersten Unterstützern[3].

Regionale Schwerpunkte seit 2004

Nach Tagungen über „Vergangenheitsbewältigung“, Widerstand in Diktaturen und andere allgemeine zeitgeschichtliche Themen will der Verein für Zeitgeschichte mit den Themen der Tagungen seit 2004 zur stärkeren Beschäftigung mit dem Innviertel und dem angrenzenden Bayern anregen.

2004 ging es um den „Kleinen Grenzverkehr“ an Salzach und Inn in den Jahren 1933 bis 1938, um „große Politik“ ebenso wie um das Alltagsleben an der Nahtstelle von zwei politischen Systemen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

Von 23. bis 25. September 2005 wurde der historische Hintergrund für das „Braunauer Parlament“ 1705 analysiert, das für kurze Zeit Adel, Klerus, Bürger und Bauern unter dem Schlagwort „Lieber bayrisch sterben als österreichisch verderben“ vereinte[4].

Trapp Familie in Braunau am Inn geehrt (2007)

2006 stand Johann Philipp Palm im Mittelpunkt: Der Nürnberger Buchhändler wurde am 26. August 1806 auf Befehl Napoléons I. in Braunau erschossen.

2007 wurde an Egon Ranshofen-Wertheimer erinnert. Der 1894 in Ranshofen geborene, 1957 in New York gestorbene bedeutende Staatswissenschaftler war Diplomat im Dienste des Völkerbunds und der UNO ist trotz seines Eintretens für Österreich weitgehend vergessen. Während der Tagung wurde der Egon Ranshofen-Wertheimer Preis an die Trapp-Familie vergeben. Die Laudatio hielt Botschafter Emil Brix.[5]

2008 haben sich die 17. Braunauer Zeitgeschichte-Tage aus Anlass der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz mit der Faszination Fußball beschäftigt.

2009 berichteten Altlandeshauptmann Josef Ratzenböck und der Germanist Hans Göttler über ihre Kindheit im Wirtshaus.

Themen

Gerhard Skiba, Andreas Maislinger und Gedenkdiener erinnern an Gerechte vor Hitlers Geburtshaus. (2002)
Adolf Burger in Braunau (2000)
  • 2009: 18. „Verkleinerte Welt“: Das Wirtshaus als politischer Ort
  • 2010: 19. „Alte Stadt“: 750 Jahre Braunau am Inn
  • 2011: 20. "Schwieriges Erbe": 19 Jahre nach dem "Unerwünschten Erbe"

Referenten

Karl Otmar von Aretin, Ludwig Baumann, Peter Becher, Wolfgang Johannes Bekh, Thomas Brechenmacher, Emil Brix, Walter Brunner, Adolf Burger, Michel Cullin, György Dalos, Georg Denzler, Waclaw Dlugoborski, Winfried Garscha, Roland Girtler, Norbert van Handel, Mozes F. Heinschink, Madeleine Herren-Oesch, Rudko Kawczynski, Michel Kerautret, Florian Kotanko, Robert Kriechbaumer, Andreas Laun, Branko Lustig, Ludwig Mehlhorn, Peter Porsch, Gerald Praschl, Edith Rabenstein, Josef Ratzenböck, Hella Schlumberger, Burghart Schmidt, Klaus Theweleit, Wolfgang Ullrich, Gottfried Wagner, Reinhold Wagnleitner, Moshe Zimmermann, Tilman Zülch u.a.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Verein für Zeitgeschichte Braunau am Inn
  2. Interview mit Dr. Andreas Maislinger in der Braunauer Rundschau vom 27. Februar 1992
  3. Alfred Jungraithmayr, Chance für Braunau. Braunauer Rundschau 11. Mai 1989.
  4. Klaus Buttinger, Braunau: Geburtsort des Parlaments. OÖNachrichten 24. September 2005
  5. Preisverleihung an Trapp Familie im Rahmen der 16. Braunauer Zeitgeschichte-Tage
  6. Giorgi Darsalia, Der „große Führer“ aus der kleinen Stadt. In: Mut Nr. 322, Juni 1994, S. 68-73

cz:Braunauské dny soudobých dějin


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