Braundüne
Wanderdüne in Dänemark

Die Küstendünen sind Dünen, die in humiden und ariden Gebieten auftreten. Der Sand für diesen Dünentyp wird vom Meeresstrand herantransportiert. Wird der Dünensand nicht durch Vegetation beeinflusst, entstehen Sicheldünen (Barchane), in Gebieten mit Vegetationseinfluss Parabeldünen.

Inhaltsverzeichnis

Dünengliederung

Die Dünenbildung geschieht in mehrere Phasen, wobei eine Düne, je nach Umständen nicht jede Phase erreicht. Sie unterscheiden sich dabei besonders hinsichtlich der sich ansiedelnden Fauna, verschiedene Pflanzegemeinschaften ersetzen sich gegenseitig im Laufe der Zeit. Die ersten, stark von Gräser geprägten, Phasen sind von starken mechanischen Belastungen geprägt, bei denen beispielsweise immer wieder Sand die Pflanzen verschüttet.[1]

Primär- oder Vordüne

Als Primär oder Vordüne bezeichnet man den Bereich zwischen Spülsaum und Dünengürtel. Er hat einen hohen Feuchtigkeitsgehalt, ist im Vergleich zum Spülsaum aber weniger salz- und nährstoffhaltig. Hier finden sich noch salztolerante Pflanzen wie beispielsweise Binsen-Quecke (Elymus farctus), (Kali-Salzkraut (Salsola kali) und Salzmiere.

Weiß- oder Haldendüne

Die Weißdüne oder auch Haldendüne ist oft mehrere Meter hoch und besteht aus reinem Quarzsand aus der Primärdüne. Hier sind erste Anzeichen der Bodenbildung erkennbar, es bleibt aber bei einem Rohboden mit geringem Nährstoffgehalt. Daher ist sie nur zu 10–30 % mit Pflanzenbewuchs bedeckt. Typische Pflanzen sind Strandhafer, Strandroggen, Filzige Pestwurz und Stranddistel.

Graudüne

Aus der Weißdüne geht die flachere Graudüne hervor. Ihre Hangneigung beträgt aber nur 20 %. Die Bodenentwicklung ist schon fortgeschritten (AC-Boden) und somit hat die Graudüne den reichsten Vegetationsgürtel des gesamten Dünenbereiches. Die Flächendeckung beträgt hier bis zu 90 %. Ihre Färbung entsteht durch abgestorbenes Pflanzenmaterial, der pH-Wert einer Graudüne sinkt in der Zeit ihres Bestehens von etwa pH 6 bis 7 auf pH 4 bis 5. Typische Pflanzen sind Strand-Beifuß, Kartoffel-Rose, Becher- und Laubflechte, Doldiges Habichtskraut, Silbergras, Kriech-Weide, Mauerpfeffer und Dünenrose. Findet keine Beweidung statt können Sträucher wie Krähenbeere und Besenheide einwandern.[1]

Braundüne

Braundünen auf Spiekeroog. Auf den mittlerweile versauerten Böden überzieht die Krähenbeere in großen dunkelgrünen Teppichen die Nordhänge der Dünen.

Die Bodenbildung der Braundünen ist durch die armen Sande bestimmt und von einer geschlossenen Vegetationsdecke überzogen. Die Vegetation führt dem Boden organische Substanz zu. Im Gegensatz zu den jüngeren Weiß- und Graudünen ist hier das Carbonat weitestgehend ausgewaschen. Die fortschreitende Bodenversauerung unter Einfluss von Niederschlägen und Huminsäuren bedingt eine Podsolierung der Böden. Die Böden selber werden als podsolige Ranker bezeichnet. Typische Pflanzen und Pflanzengesellschaften sind natürliche Heidegesellschaften, Krähenbeere, Tüpfelfarn, Besenheide, Kriech-Weide und Sanddorn. Haben die Menschen durch Plaggen die obersten Bodenschichten bis knapp vor dem Grundwasser abgetragen können sich auch Arten wie Sonnentau und Sumpfbärlapp ansiedeln.[1]

Wanderdüne

Wanderdünen bewegen sich in Laufe der Jahre durch den Wind und verändern ihre Lage. An ihnen lässt sich die Entwicklung einer Düne oft in mehreren Stadien gleichzeitig betrachten.

Menschliche Nutzung

Dünen schützen vielerorts die Küste vor Sturmfluten, Wanderdünen stellen aber auch eine Gefahr da, da sie drohen menschliche Siedlungen und Einrichtungen zu überwandern. Um Dünen zu befestigen, werden sie beispielsweise mit Strandhafer bepflanzt. Dünen werden regelmäßig als Weideland benutzt. Dies verhindert, dass sich Kleinsträucher ansiedeln können.

Touristisch sind Dünen oft von hoher Bedeutung, an den europäischen Küsten sind die meisten Dünenlandschaften von einem dichten Netz von Wanderwegen und Parkplätzen durchzogen, so dass Brutvögel wie Möwen und Enten fast nur noch in speziellen Schutzgebieten vorkommen.

Auf einigen deutschen Nordseeinseln wie Amrum haben die Menschen versucht gegen den "Wahn der Waldfreiheit" vorzugehen und Dünen mit Bäumen bepflanzt, von denen Eichen und Erlen auf die Dauer jedoch nicht der salzhaltigen Luft gewachsen waren und nur Kiefern übrig blieben.[1]

Anmerkungen

  1. a b c d Neuhaus/Beinker/Bründel/Lange: Dünen an der Schleswig-Holsteinischen Westküste. In: Umweltbundesamt und Nationalparkverwaltungen Niedersächsisches Wattenmeer/Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (Hrsg.): Umweltatlas Wattenmeer. Bd. 1: Nordfriesisches und Dithmarsches Wattenmeer. Eugen Ulmer, Stuttgart 1998/1999, ISBN 3800134918, S. 92–93.

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