Braune Einsiedlerspinne
Loxosceles reclusa
Loxosceles reclusa

Loxosceles reclusa

Systematik
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Haplogynae
Überfamilie: Scytodoidea
Familie: Sicariidae
Gattung: Loxosceles
Art: Loxosceles reclusa
Wissenschaftlicher Name
Loxosceles reclusa
Gertsch & Mulaik 1940

Die Loxosceles reclusa (häufige deutsche Bezeichnung: Nordamerikanische Braune Einsiedlerspinne) gehört zur Familie der Sicariidae (früher in die Familie Loxoscelidae).

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Die Loxosceles reclusa wird normalerweise zwischen 6 und 20 mm groß. Es gibt aber auch größere Exemplare. Sie ist braun gefärbt und manchmal auch gelblich und hat dorsal auf dem Carapax eine auffällige Erscheinung: Der vordere Teil mit dem Augenhügel bis zur Thoraxgrube sind dunkler gefärbt und haben eine violinenartige Form. Von der Thoraxgrube bis zum Abdomen läuft ein dunkler Strich. Die dunklen Teile zusammen sehen dann so aus, wie eine vollständige Violine, die dem Tier im englischen Sprachraum den Spitznamen "fiddleback spider" oder auch "violin spider" eingebracht hat.

Diese violinenartige Zeichnung ist aber nicht charakteristisch. Es gibt auch andere Spinnen die das gleiche Merkmal tragen, z.B. die Keller-Spinnen der Phgolicidae oder die Piratenspinnen der Mimetidae. Die Augenstellung und -anzahl der Loxosceles reclusa ist dabei einzigartig. Im Gegensatz zu vielen Spinnen hat diese anstatt vier nur drei Augenpaare. Ein Paar ist nach vorne gerichtet, zwei Paare sind seitlich. Nur wenige Arten der Scytodidae haben dieselbe Augenstellung und Anzahl. Beide Merkmale (Geigenform und Augenstellung) ermöglichen bereits eine sehr gute Bestimmung dieser Art.

Verhalten

Wie alle Loxosceles-Arten bauen diese Spinnen ein unregelmäßiges Netz mit unregelmäßigen Fäden und einer Aufenthaltsnische. Die Netze kommen häufig in Holzhaufen, Lagerhäusern, Toiletten, Garagen oder anderen Plätzen vor, wo es trocken ist und sie normalerweise lange Zeit ungestört sind. Sie scheinen eine Vorliebe für Karton zu haben, wenn sie in der Nähe von Menschen sind. Möglicherweise erinnert der Karton die Spinnen an abgefallene Baumrinde in ihrer natürlichen Umgebung. Der häufigste Kontakt mit Menschen kommt vor, wenn aufgeräumt wird. Die Spinne fühlt sich dann gestört und kann bei Zerdrückungsgefahr zubeißen. Weibchen verlassen ihren Zufluchtsort äußerst selten, nur die Männchen streifen umher auf der Suche nach einer Paarungspartnerin.

Verbreitung

Verbreitung

Die Loxosceles reclusa kommt ursprünglich im mittleren Westen bis zum Süden der USA vor.[1] Die natürliche Verbreitung liegt auf der Line vom Südosten von Nebraska durch den Süden von Iowa, Illinois, und Indiana bis nach Südwesten von Ohio. In den südlicheren Staaten kommt sie von Zentral-Texas bis in den Westen von Georgia vor. Westlich von den Rocky Mountains wurden sie nicht gefunden.[2] Eine verwandte Spinnenart Loxosceles rufescens (bzw. auf Englisch brown violin spider) wurde in Hawaii entdeckt.[3]

Biss & Gift

Nekrotische Wunde nach ein paar Tagen

Die Spinne ist eigentlich nicht aggressiv. Sie beisst nur zu, wenn sie Gefahr läuft, zerdrückt zu werden. Ein Spinnenbiss von dieser Art ist deshalb meistens nur ein Unfall.[4] Die nekrotische Erscheinung eines Bisses kann verwechselt werden mit einer Staphylococcus aureus-Infektion. Diese kommen häufiger vor als Bisse der Loxosceles reclusa.

Der Biss ist am Anfang ziemlich schmerzlos und wird meistens gar nicht wahrgenommen. Die Größe der betroffenen Hautfläche ist sehr klein. Im Laufe der Zeit (innerhalb 2 bis 8 Stunden danach) werden diese Wunden aber immer schmerzhafter. Innerhalb der nächsten 12 bis 36 Stunden werden die Schmerzen intensiver und die betroffene Fläche größer. Wenige Bisswunden werden in den nächsten Tagen (ca. eine Woche) nekrotisch. [5]

Es gibt aber noch weitere mögliche körperliche Symptome nach einem Biss: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe und Muskelschmerzen. Selten werden Blutvergiftungen festgestellt. [6]

Selten gab es auch Todesfälle wegen Laxoscelismus. Dabei wurden diese nicht nur von der Loxosceles recluse sondern auch von den verwandten Loxosceles laeta und Loxosceles intermedia verursacht.

Quellen

  1. Jone SC. Ohio State University Fact Sheet: Brown Recluse Spider. Abgerufen am 2. September 2006.
  2. Swanson D, Vetter R: Bites of brown recluse spiders and suspected necrotic arachnidism.. In: N Engl J Med. 352, Nr. 7, 2005, S. 700-7. PMID 15716564
  3. Kuwaye, Todd T.. Case Based Pediatrics for Medical Students and Residents. Abgerufen am 10. Dezember 2006.
  4. Vetter R, Bush S: The diagnosis of brown recluse spider bite is overused for dermonecrotic wounds of uncertain etiology. In: Ann Emerg Med. 39, Nr. 5, 2002, S. 544-6. PMID 11973562
  5. Wasserman G, Anderson P: Loxoscelism and necrotic arachnidism. In: J Toxicol Clin Toxicol. 21, Nr. 4-5, 1983-1984, S. 451-72. PMID 6381752
  6. Wasserman G: Bites of the brown recluse spider.. In: N Engl J Med. 352, Nr. 19, 2005, S. 2029-30; author reply 2029-30. PMID 15892198

Weblinks


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