Braunert

Horst Braunert (* 11. März 1922 in Görlitz; † 19. August 1976 in Kiel) war ein deutscher Althistoriker.

Nach Kriegsdienst und kurzer Gefangenschaft studierte Horst Braunert seit 1945 in Bonn die Fächer klassische Philologie, Geschichte, Archäologie, Ägyptologie und antike Rechtsgeschichte. Bereits vor seiner Promotion legte er den umfangreichen Aufsatz Auswärtige Gäste am Ptolemäerhof vor, in dem von der Datierung der Inschriften auf den Hâdra-Vasen ausgehend weitreichend historische Aussagen über den frühen Ptolemäerstaat gewonnen werden. Er promovierte bei Friedrich Oertel über die Bevölkerungsgeschichte des ptolemäischen und römischen Ägyptens. Nach der Promotion 1951 wurde Braunert Assistent am althistorischen Seminar in Bonn. In seiner Habilitation 1959 befasste er sich mit der inneren Bevölkerungsbewegung in Ägypten.

1962 wurde Braunert auf Betreiben von Friedrich Vittinghoff als außerplanmäßiger Professor und Wissenschaftlicher Rat nach Kiel berufen und ein Jahr später Vittinghoffs Nachfolger als ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für Klassische Altertumskunde. In Kiel wurde Braunert zum Dekan und zum Rektor (1968/69) gewählt. Berufungen nach Tübingen (1966) und Köln (1974) lehnte er ab.

Braunerts Forschungsschwerpunkte waren die römische Rechts- und Sozialgeschichte, die historische Papyrologie, der Tatenbericht (Res gestae) des Augustus und die hellenistische Geschichte. Er war Mitherausgeber der Zeitschrift Hermes. Wissenschaftspolitisch war Braunert in der Westdeutschen Rektorenkonferenz und im Wissenschaftsrat tätig.

Schriften

Monografien
  • Die Binnenwanderung: Studien zur Sozialgeschichte Ägyptens in der Ptolemäer- und Kaiserzeit, Bonn 1964.
Herausgeberschaften
  • Studien zur Papyrologie und antiken Wirtschaftsgeschichte: Friedrich Oertel zum achtzigsten Geburtstag gewidmet, Bonn 1964.

Literatur

  • Dieter Timpe: Horst Braunert †. In: Gnomon 49 (1977), S. 634–637.
  • Braunert, Horst. In: Kürschners deutscher Gelehrten-Kalender 1970. 11. Auflage. Band A–M, de Gruyter, Berlin 1970, S. 320. 
  • Braunert, Horst. In: Deutsche biographische Enzyklopädie. 2. Auflage. Band 2, Saur, München 2005, ISBN 3-598-25032-0, S. 25. 

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Braunert — 1. Mit sekundärem t erweiterte Form von Brauner. 2. Vereinzelt kann dieser Familienname auf den alten Rufnamen Brunhart (brun + harti) zurückgehen …   Wörterbuch der deutschen familiennamen

  • Horst Braunert — (* 11. März 1922 in Görlitz; † 19. August 1976 in Kiel) war ein deutscher Althistoriker. Nach Kriegsdienst und kurzer Gefangenschaft studierte Horst Braunert seit 1945 in Bonn die Fächer klassische Philologie, Geschichte, Archäologie, Ägyptologie …   Deutsch Wikipedia

  • Eckart Olshausen — (* 16. Oktober 1938 in Basel) ist ein deutscher Althistoriker. Eckart Olshausen studierte Latein, Altgriechisch und Alte Geschichte an den Universitäten in Erlangen, Göttingen und Kiel. Unter seinen akademischen Lehrern waren Helmut Berve, Horst… …   Deutsch Wikipedia

  • Friedrich Oertel — (* 21. Mai 1884 in Leipzig; † 15. Januar 1975) war ein deutscher Althistoriker. Friedrich Oertel studierte zunächst in Leipzig klassische Philologie, Neuere Geschichte und Nationalökonomie, bis er sich durch das von Ulrich Wilcken geweckte… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Bra — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Manfred Günther — 2011 Manfred Günther (* 1948 in Bochum) ist ein deutscher Schulpsychologe, Sachbuchautor und Sozialarbeitswissenschaftler. Er lebt seit 1970 in Berlin. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Alfred von Gutschmid — Hermann Alfred Freiherr von Gutschmid (* 1. Juli 1831 in Loschwitz; † 2. März 1887 in Tübingen) war ein deutscher Historiker und Orientalist. Er studierte an den Universitäten Leipzig und Bonn Philologie …   Deutsch Wikipedia

  • BSC Brandenburg-Süd 05 — BSC Süd 05 Voller Name Brandenburger Sportclub Süd 05 e.V. Gegründet 13. Oktober 1905 Stadion …   Deutsch Wikipedia

  • BSC Süd 05 — Voller Name Brandenburger Sportclub Süd 05 e.V. Gegründet 13. Oktober 1905 Stadion …   Deutsch Wikipedia

  • Brandenburger SC 05 — BSC Süd 05 Voller Name Brandenburger Sportclub Süd 05 e.V. Gegründet 13. Oktober 1905 Stadion …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”