Braunkehlchen
Braunkehlchen
Braunkehlchen (Saxicola rubetra) Männchen

Braunkehlchen (Saxicola rubetra) Männchen

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Fliegenschnäpper (Muscicapidae)
Unterfamilie: Schmätzer (Saxicolinae)
Gattung: Wiesenschmätzer (Saxicola)
Art: Braunkehlchen
Wissenschaftlicher Name
Saxicola rubetra
(Linnaeus, 1758)

Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) ist ein Singvogel aus der Gattung der Wiesenschmätzer (Saxicola) und der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae). In Deutschland zählt das Braunkehlchen zu den gefährdeten Arten.[1]

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Braunkehlchen (Saxicola rubetra) Weibchen
Braunkehlchen (Saxicola rubetra) Weibchen

Das Braunkehlchen ist etwa 13 bis 14 Zentimeter groß und wiegt etwa 15 bis 20 Gramm. Die Oberseite ist braun, schwarz gemustert und der Bauch ist weißlich gefärbt. Kehle und Brust sind orangegelb gefärbt. Ein Braunkehlchen kann bis acht Jahre alt werden. Das Männchen hat einen weißen Überaugstreif und einen weißen Kinnstreif. Der Bereich zwischen den beiden Streifen ist schwarz. Sein Ruf klingt wie „jü teck“ und dient dazu Weibchen anzulocken und sein Revier zu markieren. Zum Singen und bei der Beutejagd sitzt das Braunkehlchen gern auf hohen Pfosten und Halmen.

Verbreitung und Lebensraum

Von April bis September ist der Langstreckenzieher in fast ganz Europa verbreitet. Sein Winterquartier hat er südlich der Sahara in Afrika.

Als Lebensraum bevorzugt das Braunkehlchen offene, frische bis feuchte Flächen mit nicht zu hoher Gehölz- und Heckendichte. Für die Nestanlage benötigt es eine Deckung bietende Kraut- und/oder Zwergstrauchschicht. Für die Nahrungssuche muss es Stellen mit niedriger und lückiger Vegetation haben, das Ansatzwarten wie beispielsweise sperrige Krauterstengel, Schilfhalme, Hochstauden, Zäune, Pfählen oder einzelne Gehölze aufweist.[2]

Ernährung

Das Braunkehlchen ernährt sich hauptsächlich von Insekten, Würmern, Schnecken, Spinnen und Beeren.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife tritt nach einem Jahr ein. Die Brutzeit ist Mai bis August. Das Nest wird im hohen Gras in einer Bodenmulde versteckt. Das Weibchen legt vier bis sieben blaugrüne Eier. Die Eier werden 12 bis 15 Tage lang vom Weibchen gebrütet. Die Jungvögel verlassen das Nest nach 12 bis 13 Tagen, flügge werden sie 3 bis 4 Tage später.

Gefährdung

Durch intensive Grünlandnutzung werden die Bodenbrüter ihrer Nahrungsquellen und ihres Lebensraumes beraubt und von den bewirtschafteten Wiesenflächen vertrieben. Freilaufende Hunde stören das Brutgeschäft der Vögel, weiterhin sind die Jungtiere eine leichte Beute für Hauskatzen.

Sonstiges

Das Braunkehlchen war Vogel des Jahres 1987. Der Bestand in Deutschland wird auf 37.000–90.000 Brutpaare geschätzt.[3]

Literatur

  • Anita Bastian, Hans-Valentin Bastian: Das Braunkehlchen. Opfer der ausgeräumten Kulturlandschaft. Aula, Wiesbaden 1996, ISBN 3-89104-554-9.

Quellen

  1. http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/wissenswertes/roteliste/10221.html
  2. Martin Flade: Die Brutvogelgemeinschaften Mittel- und Norddeutschlands – Grundlagen für den Gebrauch vogelkundlicher Daten in der Landschaftsplanung. IHW-Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-930167-00-X, S. 544
  3. http://www.birdlife.org/datazone/userfiles/file/Species/BirdsInEuropeII/BiE2004Sp6678.pdf

Weblinks

 Commons: Braunkehlchen – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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