Braunried
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Roding
Roding
Deutschlandkarte, Position der Stadt Roding hervorgehoben
49.212.516666666667369Koordinaten: 49° 12′ N, 12° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Cham
Höhe: 369 m ü. NN
Fläche: 113,8 km²
Einwohner: 11.482 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93426
Vorwahlen: 0 94 61
Kfz-Kennzeichen: CHA
Gemeindeschlüssel: 09 3 72 153
Stadtgliederung: 17 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Schulstr. 15
93426 Roding
Webpräsenz:
Bürgermeister: Franz Reichold (CSU / Landunion / Junge Liste)

Roding ist eine Stadt in der Oberpfalz im Landkreis Cham in Ostbayern.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Roding - Stadtansicht von der Regenbrücke aus
Logo der Stadt Roding - Begrüßungstafel am Ortseingang
Landesgerichtgebäude Roding (Altes Landratsamt)
Altes Rathaus Roding
Erbaut um 1364

Strukturdaten

Die am Fluss Regen gelegene Stadt Roding ist die zweitgrößte Kommune im Landkreis Cham und Zentrum des westlichen Landkreises. Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 11.367 Hektar und liegt damit flächenmäßig im Landkreis Cham an erster Stelle.

Nachbargemeinden

Die Stadt Roding grenzt im Norden an die Marktgemeinde Stamsried sowie an die Gemeinde Pösing, die beide eine Verwaltungsgemeinschaft im Landkreis Cham bilden. Im Osten liegt die Kreisstadt Cham, im Südosten die Gemeinde Schorndorf und im Süden die Gemeinde Michelsneukirchen sowie die Marktgemeinde Falkenstein, die beide ebenfalls eine Verwaltungsgemeinschaft bilden (alle Landkreis Cham). Im Südwesten befindet sich die zur Verwaltungsgemeinschaft Wald zählende Gemeinde Zell, im Westen die Gemeinde Walderbach, die den Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft bildet (alle Landkreis Cham), und im Nordwesten die zum Landkreis Schwandorf gehörende Marktgemeinde Bruck in der Oberpfalz.

Stadtgliederung

Es existieren folgende Gemarkungen: Altenkreith, Braunried, Fronau, Heide, Kalsing, Mitterdorf, Mitterkreith, Neubäu, Obertrübenbach, Regenpeilstein, Roding, Strahlfeld, Trasching, Wetterfeld, Wiesing, Ziehring und Zimmering.

Geschichte

Roding wurde im Jahre 844 erstmals urkundlich erwähnt. Pfalzgraf Johann von Neumarkt verlieh dem Roding 1432 in einem Freiheits- und Privilegienbrief die Marktrechte. Roding gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Wetterfeld des Kurfürstentums Bayern. Roding besaß ein Marktgericht mit weitgehenden Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. 1952 wurde Roding zur Stadt erhoben. Bis 1972 war Roding Kreisstadt des damals im Zuge der Gebietsreform aufgelösten gleichnamigen Landkreises (Kfz-Kennzeichen ROD).

Religionen

In Roding besteht die katholische Seelsorgeeinheit Roding-Trasching. Zu ihr gehört die Stadtpfarrgemeinde St. Pankratius, außerdem die Wallfahrtskirche Heilbrünnl sowie Kirchen in Trasching, Obertrübenbach und Wetterfeld. Außerdem wird ein Teil des Stadtgebietes von der katholischen Seelsorgeeinheit Neubäu-Walderbach abgedeckt.

Die Christuskirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde wurde 1954 eingeweiht, nachdem ab 1945 viele evangelische Heimatvertriebene nach Roding gekommen waren.

Brauchtum

Alljährlich im Januar, am Sonntag nach dem Namenstag des Heiligen Sebastian (18.01.), findet die traditionelle Sebastiani-Prozession statt. Die Bürger der Stadt ziehen von der Stadtpfarrkirche zur Kapelle des Heiligen Sebastian an der Kreuzung Schulstraße/Falkensteiner Straße. Die Prozession geht zurück auf ein Gelübde aus der Pestzeit. 1713 errichteten die Rodinger Bürger eine Kapelle und gelobten eine jährliche Prozession, um von der zu dieser Zeit in der Oberpfalz grassierenden Pest verschont zu bleiben.

Der Heilige Sebastian ist der Schutzpatron der Stadt Roding.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat der Stadt Roding besteht aus 24 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 28. September 2008 ergab folgende Stimm- bzw. Sitzverteilung bei einer Wahlbeteiligung von 56,3 Prozent (Zahlen im Vergleich zur Kommunalwahl vom 3. März 2002):

Parteien und Wählergemeinschaften 2008 2002
 % Sitze  % Sitze
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 27,6 7 29,7 8
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 11,5 3 9,8 2
Landunion 14,2 3 18,4 5
Freie Wählergemeinschaft – Gemeindewohl 15,3 4 10,8 3
Freie Wähler – Stadt und Land 10,4 2 8,0 2
Sozial-Ökologische Bürgerliste 6,1 1
Christlich-Soziale Mitte (CSM) 3,0 0
Freie Wähler – Unabhängige Bürger 7,4 2 5,7 1
Unabhängige Bürgerliste Wetterfeld 6,3 1 5,0 1
Junge Liste 7,3 2 4,1 1
gesamt 100,0 24 100,0 24
Wahlbeteiligung 56,3 % 67,7 %

CSU, Landunion und Junge Liste bilden eine Fraktionsgemeinschaft und verfügen damit – zusammen mit dem Ersten Bürgermeister – über die absolute Mehrheit im Stadtrat.

Erste Bürgermeister seit 1945

Name von bis
Jakob Wittmann 1945 1948
Josef Brantl 1948 1964
Ludolf Stuiber 1964 1977
Eduard Bäumel 1977 1996
Franz Reichold (CSU) 1996 heute

Seit 1996 ist Franz Reichold (CSU) Erster Bürgermeister der Stadt Roding. Seine letzte Wiederwahl erfolgte am 2. März 2008 mit einem Stimmenanteil von 97,4 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 61,9 Prozent. In der Stadtratssitzung vom 23. Oktober 2008 wurde Alfred Reger (CSU) zum Zweiten Bürgermeister gewählt, Dritter Bürgermeister ist Alfred Wittmann (Freie Wähler).

Wappen

Das Wappen der Stadt Roding stellt einen stehenden, silberfarben gerüsteten Mann mit Helm dar, der in der rechten Hand eine silberfarbene Hellebarde mit goldfarbenem Schaft, in der linken Hand einen senkrecht gestellten silberfarben Fisch hält.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Regenbrücke in Roding
Kloster Strahlfeld bei Roding

Die katholische Stadtpfarrkirche St. Pankratius wurde 1959 von Friedrich Haindl über achteckigem Grundriss erbaut. Von der Vorgängerkirche blieb lediglich der heute freistehende barocke Turm erhalten.

Eines der ältesten Bauwerke der Stadt ist die 1560 erstmals urkundlich erwähnte St.-Anna-Kapelle mit einer Darstellung des Totentanzes und im baulichen Zusammenhang die Josefikapelle mit spätromanischen und frühgotischen Fresken.

In der näheren Umgebung befindet sich die hoch über dem Fluss Regen gelegene Wallfahrtskirche Heilbrünnl. Sie wurde 1730 im Stil des Rokoko errichtet. Mitten im Kirchenschiff wird in einem Marmorbecken das Wasser der Heilbrünnlquelle aufgefangen, dem Heilungskräfte, vor allem bei Augenleiden, zugesprochen werden. Das Gnadenbild in der Kirche ist eine Kopie der Muttergottesikone, der sog. „Schönen Maria“, von Albrecht Altdorfer aus der Alten Kapelle in Regensburg

In der Gemarkung Strahlfeld ist das Kloster Strahlfeld St. Dominikus, der Missionsdominikanerinnen gelegen. Auf einem Felsen des Bayerischen Pfahls befindet sich in der Gemarkung Strahlfeld die Ruine der Burg Schwärzenberg, die aus dem zwölften Jahrhundert stammt.

Gedenkstätte

Das Mahnmal, bestehend aus einem Holzkreuz und drei Gedenktafeln oberhalb des Ortsteiles Wetterfeld, erinnert an die 567 ehemals hier bestatteten KZ-Häftlinge eines Todesmarsches des KZ Flossenbürg. Sie gehörten zu den mehr als 3.000 Häftlingen, die im April 1945 von SS-Wachmannschaften in Richtung Dachau getrieben wurden. 1957 wurden sie auf den Ehrenfriedhof Flossenbürg überführt.[1]

Freizeit und Sport

Die Lage im Naturpark Oberer Bayerischer Wald macht Roding zu einer landschaftlich reizvollen Stadt für Bewohner, Besucher und Touristen. Die Landstadt am Regen ist bekannt für ihre Vielzahl von Festen, vom traditionellen Volksfest über Open-Air-Events bis hin zum Stadtfest Roding International.

Kultureller Mittelpunkt der Stadt ist die Stadthalle Haus Ostmark, die 600 Personen Platz bietet. Hier finden gesellschaftliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Tagungen statt. Ein weiterer Veranstaltungsort ist das Kulturhaus Fronfeste. Außerdem beherbergt Roding eine Bücherei mit rund 15.000 Bänden und diversen Medien. Hier besteht auch die Möglichkeit zur Internetnutzung. In der näheren Umgebung befindet sich zudem das Schulmuseum Fronau.

Im Zentrum der Stadt liegt die Sport- und Grünanlage Am Esper, die ein Fußballstadion und Rasensportplätze sowie eine Sportgaststätte umfasst. Ferner gibt es dort eine Sommerstockbahn, einen Campingplatz und einen Skatepark. Das Rodinger Familienspaßbad Platschare (Freibad) umfasst seit 1999 eine 60 m lange Wasserrutsche und ein Beach-Volley-Ball-Feld. Daneben gibt es in Roding auch ein Hallenbad. In der näheren Umgebung befindet sich außerdem der Neubäuer See.

Wirtschaft und Infrastruktur

Funktion als Unterzentrum

Als Unterzentrum besitzt Roding Mittelpunktfunktion für den westlichen Teil des Landkreises Cham mit einem Einzugsbereich von rund 30.000 Einwohnern im Stadt- und Umlandbereich. Hier finden sich Ärzte, Apotheken, ein Krankenhaus, Kirchen, eine Postfiliale, ein Bahnhof, mehrere Lebensmittelmärkte, kleine und mittelgroße Gewerbe- und Industriebetriebe, Banken, Schulen, Kindergärten sowie mehrere Gasthäuser.

Die wirtschaftliche Struktur der Stadt weist einen weiten Branchenmix aus. Zu nennen ist hier vor allem die fertigende Industrie mit ihrem international ausgelegten Vertrieb.

Ansässige Unternehmen

Innovations- und Gründerzentrum

Seit 1996 befindet sich in Roding ein Innovations- und Gründerzentrum, das von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Cham mbH betrieben wird. Durch kostengünstige Infrastruktur und weitere Dienstleistungen wird Unternehmern die Existenzgründung erleichtert.

Krankenhaus

Das Krankenhaus Roding umfasst die Abteilungen Innere Medizin und Elektive Chirurgie sowie die Orthopädisch-Chirurgische Belegabteilung, die Orthopädische Rehabilitation, die HNO-Belegabteilung sowie die Urologie-Belegabteilung. Außerdem ist ein Dialysezentrum an das Krankenhaus angeschlossen.

Bundeswehr

In Roding befindet sich seit 1958 die Arnulf-Kaserne der Bundeswehr, in der der Hauptteil des Logistikbataillons 4 sowie eine Kompanie des Feldjägerbataillons 451 stationiert sind. Im Rahmen der jüngsten Bundeswehrreform wird der Standort Roding von 800 auf 1.050 Dienstposten erweitert.

Verkehr

Fernstraßen

Die Stadt Roding liegt an der Bundesstraße 85 AmbergSchwandorfChamPassau (teilweise vierspurig), von der beim Stadtteil Altenkreith die B 16 in Richtung RegensburgIngolstadt abzweigt. Die nächstgelegene Autobahn ist die A 93 bei Schwandorf (ca. 30 km Entfernung).

Eisenbahn

Roding liegt ferner an der Bahnstrecke Schwandorf–Cham–Furth im Wald. In Richtung Schwandorf sowie in Richtung Cham–Furth im Wald besteht jeweils Anschluss im Stundentakt. Der Bahnhof Roding liegt ca. 3 km außerhalb des Ortszentrums. Zwischen diesem Bahnhof und dem Stadtzentrum verkehrt eine Stadtbuslinie.

Nahverkehr

Der gesamte öffentliche Personennahverkehr (Bahnverkehr, Stadt- und Regionalbuslinien) ist in das Tarifsystem der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Cham (VLC) integriert.

Medien

  • Chamer Zeitung / Rodinger Kurier, Auflage: 10.685 (Montag bis Samstag, 2007), Regionalausgabe des Straubinger Tagblattes / Landshuter Zeitung
  • Bayerwald-Echo, Auflage: 16.228 (Montag bis Samstag, 2007), Regionalausgabe der in Regensburg erscheinenden Mittelbayerischen Zeitung
  • TVA, steht für TV Aktuell, privater regionaler Fernsehsender für die ostbayerischen Landkreise Regensburg, Straubing-Bogen, Kelheim und Cham

Bildung

Schulen
Kindergärten
  • Kindergarten Hl. Familie Roding
  • Kindergarten Hl. Raphael Mitterdorf
  • Kindergarten St. Franziskus Neubäu
  • Kindergarten St. Christophorus Trasching
  • Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) in Mitterdorf

Auszeichnungen

Festivalumzug beim Stadtfest "Roding International"
  • 2007 erhielt Roding den Bayerischen Stadtmarketingpreis (1. Platz in der Kategorie "Städte bis 20.000 Einwohner") für das Projekt "Roding International". Die Begründung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums: "Ein pfiffiges Stadtfest, das von den Anwohnern in sieben Straßenzügen organisiert wird, macht insbesondere durch das hohe Engagement der Bürgerschaft große Freude."

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gelebt / gewirkt haben

Partnerstädte

Roding unterhält eine Partnerschaft mit dem 18. Bezirk der ungarischen Hauptstadt Budapest.

Literatur

  • Karl Schwarzfischer: Geschichte der Stadt Roding und ihres Pfarrgebietes. Roding 2. Aufl. 1967
  • Konrad Ackermann und Josef Kilger: Roding - Stadt im Königsland, Roding 1994
  • Eduard Trinkerl und Karl Gschwendner: Rodinger Familien im 18-19 Jahrhundert. Roding 2000. ISBN 978-3-89650-100-4

Quellen

  1. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 189f.

Weblinks


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