Braunschweiger Karneval

Der Begriff Schoduvel (aus dem mittelniederdeutschen duvel = Teufel und Scho - scheuchen), bezeichnet einen alten Brauch durch Lärm, Verkleidung und schreckhaftes Gebaren die bösen Geister der Kälte, des Todes und der Gefahr zu verscheuchen. Seit 2005 wird der Karnevalsumzug in Braunschweig mit dem Begriff Schoduvel verbunden.

Inhaltsverzeichnis

Ursprung

Eine erste Erwähnung des Schoduvel ist im Jahr 1293 im Braunschweiger Stadtbuch nachweisbar.[1] Dort heißt es, die Mitglieder der Gilden:

„lepen sunderliche schoduvel unde hadden grote danße in dem vastelavende unde sunderliche lage “

( = begannen den sonderlichen Schoduvel und hatten großen Tanz am Fastelabend und ihr sonderliches Fest). Hierbei scheinen also der Tanz und das schoduwellaufen wie auch in Magdeburg ein gleichzeitiges Ereignis gewesen zu sein. Dort sprang einer der Gildenschüler in Teufelsmanier herum, nachdem er zunächst tanzte. ( "eynlich dess begunden enes dantzes vor deme biscoppe vnde sprungen also schuduuele"). 1474 wird dann der Schoduvel erstmals auch in einem Urkundenbuch erwähnt. [2]

Das mittelniederdeutsche Wort „Schoduvel“ bedeutet soviel wie „Maske, Larve, (Teufels-)Antlitz“, evtl. auch „Scheuchteufel“ oder „etwas, womit man den Teufel verscheucht“. Etwas populärer kann man es auch mit Schaulaufen des Teufels übertragen.

Braunschweiger Karnevalsumzug

Karnevalsumzug in Braunschweig 2005

Der Braunschweiger Umzug findet am Sonntag vor Rosenmontag statt. Wiederbelebt wurde das närrische Treiben durch einen Kinderkarnevalsumzug im Jahr 1979. Seit 2005 wird versucht, dieses Karnevalstreiben historisch zu „untermauern“, indem namentlich eine Verbindung zum mittelalterlichen Schoduvel hergestellt wird. Eine seitdem durchgehende Karnevalskultur gab es in Braunschweig jedoch nicht.

Besucherzahlen

Im Jahr 1984 sahen sich etwa 50.000 Jecken den Umzug in Braunschweig an. Anfang der 1990er Jahre wurde erstmals die Zuschauerzahl von 200.000 überschritten, in diesem Rahmen bewegen sich auch die Zahlen bis heute. Die bisher höchste Anzahl Schaulustiger wurde 1998 beim 20. Karnevalsumzug mit ca. 280.000 Besuchern verzeichnet. Im Jahr 2009 schauten etwa 200.000 Menschen beim Braunschweiger Karnevalsumzug zu. [3]

Mit einer Länge von mehr als 6 km gilt der Braunschweiger als der größte Karnevalsumzug in Norddeutschland und zählt mit zu den größten in Deutschland. [4]

Mottos des Umzuges

  • 2003 − „Braunschweigs Umzug, das ist wahr, läuft schon 25 Jahr.“
  • 2004 − „Jubel, Trubel, Heiterkeit – Helau zur fünften Jahreszeit.“
  • 2005 − „Brunswiek Helau klingt`s meilenweit, denn es ist wieder Narrenzeit.“
  • 2006 − „Schoduvel-Tied is wedder mal, up niedütsch het dat Karneval.“
  • 2007 − „Ob Wissenschaft, ob Narretei - Brunswiek ist stets vorn dabei!“
  • 2008 − „Frohsinn, Brunswieks Narrenpflicht – schlechtes Klima gibt’s hier nicht!“
  • 2009 − „Heinrich der Löwe überall, München, Braunschweig – Karneval!“

2007 fand der 29. Umzug unter dem Motto Ob Wissenschaft, ob Narretei - Brunswiek ist stets vorn dabei! statt – eine Anspielung auf Braunschweigs Titel „Stadt der Wissenschaft 2007“.

Braunschweiger Karnevalsvereinigungen

Die 1872 von Max Jüdel gegründete Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 ist noch heute aktiv.

Quellen

  1. http://www.sitm.info/history/Groningen/sondergaard.htm
  2. http://www.yellow-effects.de/volksfeste/feste/nieders/nieders1.htm
  3. Artikel der Braunschweiger Zeitung
  4. „… Der Braunschweiger Umzug ist mit mehr als sechs Kilometern Länge der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands. …“

Weblinks


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