Braunschweiger Versorgungs-AG
BS|ENERGY
Bild:BS Energy-Logo.svg
Unternehmensform Aktiengesellschaft & Co. KG
Unternehmenssitz Braunschweig, Deutschland
Mitarbeiter 1.100
Umsatz 472,5 Mio. Euro (2007)
Branche Stadtwerke
Website

www.bs-energy.de

BS Energy (offizieller Markenname BS|ENERGY, auch Braunschweiger Versorgungs-AG & Co. KG) und die zugehörigen Tochterunternehmen sind tätig in den Bereichen Strom, Gas, Fernwärme, Trinkwasser, Stadtentwässerung, Stadtbeleuchtung sowie Ampelanlagen und sind verantwortlich für den Netzbetrieb in Braunschweig. Das Unternehmen beschäftigt über 1.100 Mitarbeiter, darunter etwa 80 Auszubildende, und tritt auch als bundesweiter Stromanbieter in Erscheinung.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Gründung der „Braunschweigischen Gaserleuchtungsgesellschaft“ erfolgte im Jahre 1851. Die städtische Wasserversorgung wurde im Jahre 1865, aufgenommen. Das öffentliche Stromversorgungsnetz ging 1900 mit Gleichstrom in Betrieb. 1901 erfolgte der Bau des Wasserturms Giersberg, der noch heute das Bild des umliegenden Stadtviertels prägt. Ab 1924 wurde der Ausbau des Fernwärmenetzes vorgenommen, das seit 1931 unter Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung[1] betrieben wird. 1938 wurden die Pläne zur elektrischen Straßenbeleuchtung der Stadt Braunschweig erarbeitet und die städtischen Einzelbetriebe zu den Stadtwerken Braunschweig zusammengeführt. Im Jahre 1943 wurde erstmals Trinkwasser aus dem Harz bezogen. 1997-2000 wurden Tochtergesellschaften für die Bereiche Telekommunikation, Energiedienstleistungen und Energienetze gegründet. Nach der Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1998 versorgte die Braunschweiger Versorgungs-AG am 1. Mai 1999 den ersten Privatkunden außerhalb seines angestammten Gebietes. Damit gehörten sie zu den ersten bundesweiten Stromversorgern. Außerdem bekamen sie für die Kampagne „Strom lebt!“ eine Auszeichnung des Verein Deutsche Sprache“ [2].

Die Braunschweiger Versorgungs-AG war, wie die Schwesterunternehmung Braunschweiger Verkehrs-AG eine 100%-Tochter der Stadtwerke Braunschweig GmbH. Bis zum Jahr 2002 gab es einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Die Stadtwerke arbeiteten "im Namen und für Rechnung". Bis zu dem Jahr 1998 traten gegenüber dem Kunden die Stadtwerke in Erscheinung. Danach wechselte die Marktkommunikation auf Versorgungs-AG. Ein Markenwechsel erfolgte im Jahr 2001, die Logofarbe wechselte von grün auf blau, begleitet durch modernere Schrift und die Einführung der Marke BS Energy.

2002 wurde ein Mehrheitsanteil der Stadtwerke an das amerikanische Energieunternehmen TXU verkauft, deren Europa-Gesellschaft noch im selben Jahr Insolvenz anmelden musste. Im Jahre 2005 wurden die Anteile der TXU in einem öffentlichen Bieterverfahren der Stadt Braunschweig an den französischen Umweltdienstleister Veolia veräußert. Im gleichen Jahr wurde das Tochterunternehmen SE|BS gegründet, das für die Stadtentwässerung verantwortlich ist. Nachdem 2006 in einem weiteren Bieterverfahren die Braunschweiger Stadtbeleuchtung im Konsortium mit Siemens übernommen wurde, ist die Mitarbeiterzahl von BS Energy wieder auf über 1.000 angewachsen. Die Rechtsform wechselte 2006 in eine AG& Co.KG.

Anteilseigner

Die Stadt Braunschweig hält über die städtische Tochtergesellschaft „Stadtwerke Braunschweig GmbH“ 25,1 % der Unternehmensanteile von BS Energy. Zudem stellt die Stadt Braunschweig mit dem Oberbürgermeister Dr. Hoffmann den Vorsitzenden des Aufsichtsrates, um in die zentralen Entscheidungen des Unternehmens eingreifen zu können.

Die übrigen Anteile an BS Energy werden vom französischen Umweltdienstleister Veolia gehalten. Veolia ist ein Unternehmen, welches sich aus dem Kerngeschäft der kommunalen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zum weltweit führenden Unternehmen für Umweltdienstleistungen entwickelt hat. Mit ca. 320.000 Mitarbeitern, davon über 20.000 in Deutschland, engagiert sich Veolia in den vier Umweltsparten: Trinkwasser/Abwasser, Abfallverwertung/Recycling, Energieservice, Personen-/Güterverkehr. Auch in Deutschland ist Veolia in allen Sparten aktiv und verfügt neben Beteiligungen an einzelnen Stadtwerken (Braunschweig, Görlitz, Weißwasser) [3] zudem über ein starkes Wasser-, Abfallverwertungs- und Verkehrsgeschäft.

Beteiligungen

Neben den Beteiligungen an den Sparten-Gesellschaften SE|BS (Stadtentwässerung), EN|BS (Energienetze), BELLIS (Stadtbeleuchtung) und den Harzwasserwerken hält BS Energy vor allem Anteile an Erzeugungsprojekten wie der Kraftwerk Mehrum GmbH (Steinkohle-Gemeinschaftskraftwerk), der Artemis Bio Energie GmbH (Biomasse-Blockheizkraftwerke) und der SOWIWAS-Sonne Wind und Wasser GmbH & Co BS Wind KG(Windkraftanlage in Geitelde, Vestas V80).

2007 hat sich BS Energy an einem ehemals reinen Wärmeversorger in Thale beteiligt, den BS Energy bei der Entwicklung zu einem vollständigen Stadtwerk [4] unterstützt.

2008 haben BS Energy, Veolia und die Stadtwerke Hameln in einem Ausschreibungsverfahren um die Konzessionsverträge der Stadt Springe den Zuschlag erhalten. Laut unabhängigem Gutachten ist das Angebot der Bietergemeinschaft (je 16,5% der Anteile) Verbraucher freundlicher und wirtschaftlicher, so dass die Entscheidung des Stadtrats mit 25 zu 8 Stimmen deutlich ausfiel. Die Stadt Springe hält 50,5% der Anteile. In der Folge wurde gemeinsam mit der Stadt eine Rekommunalisierung der Energieversorgung in Angriff genommen und es wurden die kommunalen Stadtwerke Springe gegründet.

Produkte und Absatzmengen

Im Jahre 2007 betrug der Stromabsatz 3.545 Mio. kWh, der Erdgasabsatz 1.429 Mio. kWh und der Wärmeabsatz in die Nah- und Fernwärmenetze 758 Mio. kWh. Die Wasserversorgung der Stadt erforderte die Zuleitung von 12,8 Mio. m³ Trinkwasser und die Entwässerung von 18,6 Mio. m³ Regen- und Brauchwasser. Zudem werden etwa 33.000 Lichtstellen betrieben. BS Energy bietet Haushalts- und Kleinkunden neben den gängigen Stromprodukten auch Naturstrom an. Zudem liefert BS Energy Strom an Gewerbe-, Bündel- und Großkunden in ganz Deutschland auf der Basis von Sonderverträgen oder nach öffentlichen Ausschreiben.

Gas wird nur in der Region Niedersachsen angeboten. In Braunschweig werden das Gasnetz und inzwischen drei Erdgastankstellen betrieben. Fernwärme macht in Braunschweig einen hohen Anteil an der Raumwärme von derzeit ca. 40 % aus.

Die Stadt Braunschweig wird praktisch vollständig mit Trinkwasser aus dem Harz versorgt [5]. Der größte Teil der Brunnenförderung wurde eingestellt. Nur das Wasserwerk am Bienroder Weg ist noch in Betrieb. Hier werden derzeit ca. 2 % des Stadtbedarfes gefördert. Das gereinigte Abwasser wird zum Teil auf landwirtschaftlichen Ackerflächen verregnet, auf denen Mais zur Biogasproduktion und Erneuerbaren Energieerzeugung angebaut wird.

Erzeugungsanlagen

BS Energy verfügt auf den traditionellen Kraftwerksgeländen in Braunschweig über die in Kraft-Wärme-Kopplung betriebenen Heizkraftwerke HKW Mitte (Steinkohle, Gas) und HKW Nord (Gasturbine). Zusätzlich werden in Braunschweig zahlreiche BHKW auf Basis von Erdgas, Biomasse und Biogas zur Strom- und Wärmeerzeugung betrieben. Ökostrom wird auch mit der Wasserturbine in der Druckstation der Trinkwasserzuleitung und mit Windturbinen am Geitelder Berg erzeugt. In der Kläranlage Steinhof wird Biogas als Brennstoff für interne Prozesse eingesetzt. Zudem ist BS Energy zu 17 % an der Stromerzeugung im Kraftwerk Mehrum (Steinkohle) in der Nähe von Hannover beteiligt.

Projekte

Im Jahre 2007 hat BS Energy gemeinsam mit kommunalen Partnern ein Biogas-Pilotprojekt umgesetzt, über das unter anderem auf Spiegel Online [6] ausführlich berichtet wurde. Dabei wird Biogas aus Mais produziert, der auf den Ackerflächen des Abwasserverbandes Braunschweig angebaut wird. Das Biogas wird aus der ländlichen Region mittels einer 20 km langen unterirdischen Leitung in die Stadt Braunschweig transportiert, wo es zur CO2-neutralen Strom- und Wärmeproduktion verwendet wird. Durch den Anschluss weiterer Biogasproduzenten (z.B. landwirtschaftliche Betriebe, Kläranlagen) entsteht so Deutschlands erstes Biogas-Netz.

Ebenfalls im Jahre 2007 wurde von der Stadt Braunschweig ein Maßnahmenpaket vorbereitet, das sich an den Vorgaben der Bundesregierung zum Klimaschutz orientiert. Um CO2-Emissionen zu vermindern und die Schadstoffbelastung in der Braunschweiger Innenstadt zu verringern, ist angedacht, private Einzelheizungen im Innenstadtbereich langfristig durch ein verdichtetes bzw. weiter ausgebautes Nah- und Fernwärmenetz zu ersetzen. BS Energy hat als vor Ort verantwortlicher Versorger in der Folge dieses Vorschlages der Stadt ein umfangreiches Investitionspaket vorgestellt, das dieses langfristige Projekt möglich machen soll. Im erweiterten Innenstadtbereich sollen bis 2015 doppelt so viele Wohnungen wie bisher mit Fernwärme beheizt werden. Dafür wurden 2.500 Gebäude mit insgesamt etwa 21.000 Wohnungen oder Gewerbeeinheiten für den Ausbau ausgewählt. Der Anschluss ist freiwillig und wird von BS Energy durch ein Förderprogramm unterstützt. Begleitet wird dieses Projekt durch den Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks, in dem gekoppelt Strom und Wärme erzeugt wird - mit hohem Wirkungsgrad und dem emissionsarmen Brennstoff Erdgas, wodurch die Fernwärme noch umweltfreundlicher als bisher bereitgestellt werden kann.

Kultur- und Sportförderung

BS Energy ist einer der Hauptsponsoren sowohl des Fußballvereins Eintracht Braunschweig BTSV Eintracht als auch der Basketball- und der Football-Teams Lions der Stadt Braunschweig. Außerdem fördert BS Energy kulturelle und soziale Projekte, unter anderem an Braunschweiger Schulen. [7]

Einzelnachweise

  1. http://www.bkwk.de/aktuelles/Poster_und_Grafiken/Vergleich_KWK_Getrennt.pdf
  2. [1]
  3. http://www.veolia-stadtwerke.de
  4. http://www.stadtwerke-thale.de
  5. http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID4170020,00.html
  6. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,494327,00.html
  7. http://www.bs-energy.de/fileadmin/user_upload/downloads/BS_Energy_14_15.pdf

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