Braunschweiger ZeitSchiene
Braunschweig 1899, südliches Stadtgebiet: Das Ringgleis kommt als schwarze, weit geschwungene Linie von Westen über den Westbahnhof mit Abzweigung zu den Luther-Werken, anschließend steil nach oben bis zum Braunschweiger Bahnhof führend, wobei es auf seiner Linken die Wilke-Werke, Karges & Hammer, die Braunschweigische Maschinenbauanstalt, und andere Anlagen, wie zum Beispiel die Gas-Anstalt passiert. Vom Bahnhof wieder nach Süden führend, passiert das Gleis in weitem Bogen u. a. die Brauereien Wolters und Feldschlößchen und die Büssing-Werke, bis es schließlich die Eisenbahnsignal-Bauanstalt Max Jüdel & Co und den Ostbahnhof erreicht, auf dessen Gelände sich heute der Braunschweiger Hauptbahnhof befindet.

Die Braunschweiger ZeitSchiene ist ein Freilichtmuseum in Braunschweig, das zahlreiche Aspekte aus 175 Jahren braunschweigischer bzw. deutscher Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte am Beispiel der Eisenbahngeschichte der Stadt Braunschweig darstellt. Die Anfänge des Projektes gehen auf das Jahr 2004 zurück. Die detailliertere Ausgestaltung fand im Zuge der Verleihung des Titels „Stadt der Wissenschaft 2007“ an Braunschweig statt. Die Eröffnung der „Braunschweiger ZeitSchiene“ erfolgte am 13. April 2008.

Inhaltsverzeichnis

Freilichtmuseum

Die „ZeitSchiene“ verläuft als öffentlicher Fuß- und Radweg über eine 5,5 Kilometer lange Strecke durch das westliche und südöstliche Stadtgebiet und folgt dabei dem ehemaligen „Ringgleis“, das um 1865 als „Gürtelbahn“ geplant wurde, um den in Entstehung befindlichen Industriebetrieben der Stadt zur Verfügung zu stehen.

Die Strecke beginnt 1838 am Westbahnhof. In diesem Jahr nahm die erste deutsche Staatseisenbahn, die Herzoglich Braunschweigische Staatseisenbahn ihren Betrieb zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel auf. Nach 175 Jahren soll sie im Jahr 2013 am Lokpark Borsigstraße mit dem „Zukunftsforum“ enden.

Die ehemalige Gleisstrecke gliedert sich in zahlreiche „Stationen“, die historische Ereignisse in Deutschland und Braunschweig darstellen. Dabei geht es sowohl um Zeitgeschichte, als auch um Wirtschafts- und Eisenbahngeschichte. Sogenannte Dekadensteine unterteilen die Strecke in spezifische Zeitabschnitte, so z. B. das Jahr 1848, das Jahr der 48er-Revolution oder 1853, in diesem Jahr wurde die Firma Friedrich Seele & Co. gegründet, aus der 1870 die Braunschweigische Maschinenbauanstalt (BMA) wurde; 1873: Heinrich Büssings „Signalbauanstalt“ geht in der „Eisenbahnsignal-Bauanstalt Max Jüdel & Co.“ auf, Vorläufer des heutigen Siemens-Werks Braunschweig. Andere Stationen liefern Informationen zur örtlichen Verkehrsgeschichte, wie z. B. der Eröffnung der Braunschweig-Schöninger Eisenbahn 1898 oder die Produktion der ersten Lastkraftwagen durch die Firma Büssing im Jahre 1903, ein Jahr später wurde die weltweit erste Omnibus-Linie zwischen Braunschweig und Wendeburg eröffnet. 1927: Eröffnung des Reichsbahn Ausbesserungswerkes Braunschweig, eines der modernsten und größten seiner Zeit. 1938: Aufbau des sogenannten „Vorwerks Braunschweig“. 1944: Zerstörung des Braunschweiger Bahnhofs während des Zweiten Weltkriegs und 1960 Eröffnung des neu erbauten Braunschweig Hauptbahnhofs. 1998: Inbetriebnahme der Weddeler Schleife. Die Zeitreise soll nach 175 Jahren im Jahre 2013 im Zukunftsforum „Quo vadis“ enden und dort populärwissenschaftliche Ausblicke in die Zukunft des Schienenverkehrs aus Sicht von Wissenschaft, Forschung und Entwicklung geben.

Weitere Planung

Bisher ist die Museums-Strecke ungefähr 2 km lang und endet in Höhe Harzstieg/Brücke (Querung der A 391). Für die kommenden Jahre ist der Vollausbau bis zum Lokpark Borsigstraße[1] geplant, wo sich das Braunschweiger Eisenbahnmuseum befindet.

Initiatoren und beteiligte Institutionen (Auswahl)

Die ursprünglichen Projekt-Initiatoren waren zwei Institute der Technischen Universität Braunschweig und zwei Braunschweiger Vereine, die sich jeweils mit Verkehrsfragen beschäftigen. Im Projektverlauf kamen weitere Institutionen hinzu.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Lokpark Borsigstrasse
  2. Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrssicherung der TU Braunschweig
  3. Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik der TU Braunschweig
  4. Verein Braunschweiger Verkehrsfreunde e. V.
  5. Mobilität in der Region Braunschweig e.V.
  6. Gesamtzentrum für Verkehr Braunschweig e. V.
  7. KulturTeam Braunschweig e. V.
  8. Braunschweiger Interessengemeinschaft Nahverkehr e. V.
  9. Hafenbetriebsgesellschaft Braunschweig mbH
  10. Dampflok-Gemeinschaft 41 096 e. V.

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