Braunschweigische Münzgeschichte
Einige braunschweiger Münzen
Doppeltaler
Braunschweiger Wappenbilder auf Münzen

In kurzer Form wird hier die Braunschweigische Münzgeschichte vom 19. Jahrhundert bis heute dargestellt

Inhaltsverzeichnis

Braunschweiger Münzgeschichte

Vorgeschichte

Der Münzfuß ist der Maßstab, der festlegt, wie viele Münzen aus einer Gewichtseinheit Metall geprägt werden sollen und welche Zusammensetzung die Legierung enthält: Der Münzfuß regelt also Schrot (Raugewicht) und Korn (Feingewicht) von Münzsorten im Verhältnis zu dem geltenden Münzgrundgewicht.

Bezeichnung Silbergehalt
Feinsilber 99 %
Sterlingsilber 92,5 %
Juweliersilber mind. 80 %
Münzsilber mind. 50 %
16 lötiges Silber 99 %
15 lötiges Silber 93,7 %
14 lötiges Silber 87,5 %
13 lötiges Silber 81,2 %
12 lötiges Silber 75 %
10 lötiges Silber 62,5 %

Seit der Esslinger Reichsmünzordnung von 1524 galt in vielen deutschen Staaten die Kölner Mark (233,85 g) als Grundgewicht der Münzfüße. Erst der Wiener Münzvertrag von 1857 ersetzte die Kölner Mark durch das Zollpfund zu 500 g. Der Münzfuß gab an wie viel Münzen aus der Feinen Kölner Mark geprägt wurden. Münzen waren de facto immer nur Metallbarren in Münzform.

Auf dem Augsburger Reichsabschied von 1566, praktisch eine Ergänzung zur 2. Augsburger Reichsmünzordnung, wurde der bereits zuvor schon geprägte Reichstaler im Raugewicht von 29,23 g (889/1000 fein) legalisiert und damit zur Währungsmünze des Reiches (bis etwa 1700). Sie sollte, nach mehreren vergeblichen Bemühungen (1524 Esslingen, 1551 und 1559 in Augsburg) für längere Zeit Stabilität im Geldwesen bringen. Taler, die nach dem Erlass geprägt wurden, hießen im deutschsprachigen Raum „Reichsthaler“ oder schlicht „Thaler“, wenn von einer Münze die Rede war. Man sprach von „Speciesthalern“, „Reichsthalern species“ oder „gemünzten Thalern“, sobald klarzustellen war, dass eine Münze und nicht die Rechnungseinheit gemeint war. Preise wurden bei den überregionalen Kaufleuten immer in der Rechnungseinheit wie etwa „Reichstaler“ angegeben; bezahlt wurde aber dann mit dem regionalen Geld, was dann einen Umrechnungskurs zum theoretischen Reichstaler zur Folge hatte. Als sich die ausgeprägten Taler von seinen ursprünglichen Werten entfernten, entstand in Norddeutschland eine gleichnamige Rechnungsmünze, ähnlich dem Rechnungsgulden in Süddeutschland. Dieser Reichstaler wurde in 24 Groschen oder 36 Mariengroschen gerechnet. Um 1620 wurden sie auch Kippergroschen genannt. In Braunschweig gab es ab 1623 Mariengeld in Stücken zu ganzen und halben Mariengulden zu 20 und 10 Mariengroschen neben 4, 2 und 1 Mariengroschen und noch endlich den halben Mariengroschen oder Matthier. Das 4-Mariengroschen-Stück wog 2,35–2,5 g, die 2-Mariengroschen-Stücke 1,10–1,4 g. Das Bild der Maria war der Wertangabe mit dem Zusatz “Von feinem Silber” gewichen. Als einen völlig neuen Anfang in der deutschen Münzgeschichte gilt der Münzvertrag zwischen Brandenburg und Sachsen. Es blieb zwar beim 9-Taler-Fuß, also 9 Stück aus der feinem Mark = 25,98 g setzte den Wert aber von 96 auf 104 Kreuzer. Daneben schuf man einen leichteren neun Taler (Zinnaer-Fuß) zu 10½ Stück aus der feinen Mark = 90 Kreuzer zu 22,22 g. Er war nur eine Rechnungseinheit und wurde zwar geprägt. Eingeteilt in 24 Groschen bildete er die Grundlage für die neue Kursmünze den ⅔-Taler = 60 Kreuzer. Er entsprach damit den süddeutschen Guldentalern. Schon 1668 schlossen sich die Herzöge von Braunschweig an. Zwar bleib es beim Mariengeld, sie wichen auch vom Zinnaer Münzfuß ab. Allerdings wurden sofort 24- und 12-Mariengroschen, entsprechend dem ⅔- und⅓- Taler des Zinnaer-Fußes, geprägt. Die Braunschweiger ⅔-Taler haben 1675 ein Durchschnittsgewicht von 16,47 g.

Der Zinnaer Münzfuß war aber noch zu hoch, um ohne Verlust durchgeführt werden zu können. Brandenburg ging daraufhin 1687 auf den 12-Taler-Fuß herunter, mit 12-lötigen ⅔-Stücke zu 13½ Stück aus der Mark = 19,32 g. Der Leipziger-Fuß fand bald weite Verbreitung. Vom 1/12 Taler oder Doppelgroschen abwärts wurden die kleinen Sorten ausgebracht. Die Bezeichnung NACH DEM LEIPZIGER FVS erscheint erstmals auf den 6 Mariengroschen von Braunschweig 1696, 1699 auch auf den 1/12-Talern. Der Leipziger-Fuß wurde 1725 als Reichsmünze anerkannt.

Schon bald zeigte sich, das auch der Leipziger-Fuß bereits überholt war. 1748 prägte der Kaiser für seine österreichischen Gebiete schon einen 20-Gulden oder 13⅓-Taler-Fuß zu 10 Talern aus der 900/1000 der feinen Mark = 23,386 g fein. Dieser wesentlich leichtere Münzfuß lag der Münzkonvention zugrunde der zwischen Österreich und Bayern 1753 abgeschlossen wurde. Braunschweig schloss sich 1764 an. Hannover wartete bis 1817. Die Hauptmünze war der Konventions-Speciestaler zu 120 Kreuzer oder 32 Groschen, 10 Stück aus der feinen Mark. Der halbe Taler entsprach dem bisherigen ⅔-Taler = XX eine feine Mark bis zu 1/12-Taler zu 160 und den Groschen zu 320 Stück aus der feinen Mark.

Preußen schuf sich seinen eigenen Münzfuß. Der Generalmünzdirektor Johann Philipp Graumann, er stand bisher in braunschweigischen Diensten, hatte 1750 seine große Münzreform mit einem 14-Taler-Fuß = 21 Guldenfuß, und damit unter den Konventionsfuß, beschritten. Der neue preußische Taler war zu 10½ Stück aus der 12 lötigen Mark (75% Silber, Rest Kupfer u. a.) geprägt = 22,6 g, geteilt in 24 Groschen wie bisher. War anfänglich der Konventions-Taler weit verbreitet, konnte sich doch letztendlich der 14-Taler-Fuß Preußens durchsetzen. Er bildete 1838 Grundlage für den großen Deutschen Münzverein.

Neben den Silber-Münzen waren Gold-Münzen im Umlauf. 1710 begann man im Harz mit der Prägung von Harzgold-Dukaten. In Anlehnung an den französischen Louisdor bzw. die spanische Pistole hatte das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel 1742 den Karsdors oder Pistole prägen lassen. Beliebt waren Goldabschläge von Silber- und besonders Kupfermünzen im Dukatengewicht. Am häufigsten wurden in Braunschweig die Werte zu 24, 12, 6, 4, 3 (seltener) sowie 2 und 1 Mariengroschen nach dem Leipziger-Fuß, seit 1764 aber nach dem Konventions-Fuß (13½-Taler-Fuß) geprägt. Die Vereinheitlichung des deutschen Münzwesens hatte zwar Fortschritte gemacht, von einer wirklichen Münzeinheit konnte aber noch nicht die Rede sein.

1808 bis 1838

Am 1. Januar 1808 wurde im Königreich Westphalen der „Code Napoleon“ als bürgerliches Gesetzbuch eingeführt. Gleichzeitig wird der französische Franken Landeswährung. Seit dem 1. Januar 1809 war die Dezimalrechnung und das metrische System eingeführt worden. Der französische Franken war zwar Landeswährung, jedoch blieben die im Lande vorhandenen Münzen anderer Währungen im Gebrauch. König Jerôme hat zwischen 1808 und 1813 eine lebhafte Münztätigkeit entfaltet. Er ließ Münzen nach französischer Währung prägen, in Gold 20-, 10- und 5-Franc, in Silber 5-, 2 und ½-Franc, in Billion 20-, 10-, 5- und 2-Centimes sowie in Kupfer 5-, 3-, 2- und 1-Centimes. Aber auch Pistolen und, nach Konventions-Fuß, ⅔-Taler und 24 Mariengroschen 1/6- 1/12- und 1/24-Taler. Weiter Mariengroschen, 4-Pfennige sowie 2- und 1 Pfennige Kupfermünzen, und im Leipziger-Fuß 24 Mariengroschen.

Nach den Friedensschlüssen von 1815 sind weder münzrechtlich noch im Münzfuß grundsätzliche Veränderungen im deutschen Münzwesen eingetreten. In der Verfassung des Deutschen Bundes der 35 souveränen Fürsten, der an die Stelle des alten Deutschen Reiches getreten war, blieb die Münzhoheit unverändert den einzelnen Bundesstaaten vorbehalten, die nun zunächst weiter nach den aus dem 18. Jahrhundert übernommenen Münzfüßen geprägt haben.

Friedrich Wilhelm (Herzog 1806–1815) ließ Harzgold-Dukaten und einfache Pistolen zu 10 und 5 Talern ebenso prägen wie Mariengroschen, 1/6- und 1/12-Taler sowie 6 Pfennige nach dem Konventions-Fuß, hinzu kamen 4-, 2- und 1 Pfennige aus Kupfer. Die gleichen Münzen ließ Karl II. (Herzog 1815–1823) bis zu seiner Vertreibung 1830 prägen, hinzu kam Speciestaler und ein halber Konventionstaler zu „XX aus der feinen Mark”.

1838 bis 1871

Nach der Begründung des Deutschen Zollvereins von 1833, der die Zollschranken zwischen den meisten deutschen Bundesstaaten beseitigte, dem aber gerade auf niedersächsischem Gebiet Hannover und Braunschweig als Mitglieder des „Steuervereins“ sowie die Hansestädte die nicht beigetreten waren, wurde das Bedürfnis nach einer einheitlichen deutschen Münze aufs neue rege.

Einen weiteren Schritt auf diesem Wege, als sich 1837 die süddeutschen Länder mit Einschluss von Nassau und Hessen-Darmstadt zu der Münchener Münzvereinigung zusammentaten und beschlossen, fortan ganze und halbe Gulden aus 900 feinem Silber zu einem 24½-Guldenfuß zu prägen, der sich dem preußischen erheblich näherte.

Diesem Abkommen aber folgte schon am 30. Juli 1838 der sehr viel bedeutsamere Abschluss des Deutschen Münzvereins, zu dem sich Preußen, die süddeutschen und zahlreiche mitteldeutsche Bundesstaaten mit der Freien Stadt Frankfurt zusammenfanden, und zwar auf der Grundlage des preußischen 14-Taler-Fußes. der nunmehr fast 100 Jahre nach seiner Einführung durch Friedrich d. Großen noch seine Überlegenheit bewies.

Als oberste Münzeinheit für alle Mitglieder und als „Vereinsmünze“ galt der Doppeltaler = 3½ süddeutsche Gulden zu 7 Stück aus der feinen kölnischen Mark = 33,4 g, ausgebracht aus 900 feinem Silber.

In Nord- und Mitteldeutschland wurden nunmehr nach preußischem Vorbild Taler = 1¾ Gulden, XIV EINE FEINE MARK geprägt sowie Scheidemünzen nach der Groschenrechnung, in Preußen seit 1842 neben den ganzen und halben Silbergroschen auch 2½-Silbergroschen als Ersatz für die 1/12-Taler.

Die süddeutschen Länder behielten neben der Vereinsmünze ihre Doppelgulden und Gulden sowie die Kreuzer- und Hellerrechnung bei. Eine absolute Münzeinheit war also auch jetzt noch keineswegs erzielt. Nur in Preußen wurden jetzt für die gesamte Monarchie von Königsberg bis Cleve und Düsseldorf einheitlich geprägt.

Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Bremen waren dem Deutschen Münzverein nicht beigetreten. Praktisch aber hatte Hannover bereits 1834 den preußischen Münzfuß angenommen und seitdem Taler zu 14 Stück aus der feinen Mark geprägt, ab 1854 dann auch 2-Taler Vereinsmünzen. Man blieb aber bei der alten Einteilung des Talers in 24 Groschen zu je 12 Pfennig. Braunschweig folgte dem Beispiel Hannovers 1837 mit Talern nach dem 14-Talerfuß und prägte seit 1842 auch die Vereinsmünze zu 2 Talern.

Inzwischen hatten 1853 neue Verhandlungen über die Münzfrage eingesetzt, und zwar jetzt unter Teilnahme von Österreich. Sie haben am 24. Januar 1857 in Wien zum Abschluss des Deutsch-Österreichischen Münzvereins geführt, dem nunmehr sämtliche deutschen Bundesstaaten außer den Hansestädten, Mecklenburg und Holstein beitraten. Die bisherigen Vereinsmünzen zu 2 und 1 Taler blieben die gleichen, und auch am Münzfuß wurde nichts geändert. Wohl aber wurde jetzt die alte kölnische Mark als Gewichtseinheit aufgegeben und dafür das Zollpfund zu 500 g eingeführt. Aus dem Pfund fein wurden also nun 30 Vereinstaler oder 15 Doppeltaler geprägt, wie es in den entsprechenden Aufschriften zum Ausdruck kommt. Der Münzfuß von 1857 war demnach für die Doppeltaler 13½ Stück aus 900 feinem Silber = 37,03 (33,23 g), für die Taler 27 Stück = 18,51 (16,6) und für die 1/6-Taler 93,6 Stück 520 fein = 5,34 (2,77) g. Als Goldmünze des neuen Münzvereins war die Krone zu 50 Stück aus dem Pfund fein = 10 g fein vorgesehen, aber ihre Prägung den Mitgliedern freigestellt.

In Süddeutschland blieben die Doppelgulden, Gulden und Halbgulden wie die Kreuzerrechnung bestehen, im Norden die Silbergroschen, während Sachsen seinen Taler in 30 Neugroschen einteilte. Man trennte sich überall ungern von den landesüblichen Besonderheiten, und vor allem hat das Dezimalsystem sich noch nirgends völlig durchsetzen können.

Immerhin war jetzt für Niedersachsen, bis auf Bremen, die Münzeinheit hergestellt.

In Braunschweig erschienen eine Goldkrone 1859, Vereinstaler seit 1858, zuletzt 1871. Groschen zu 30 auf den Taler 1857/60 sowie in Kupfer 2- und 1-Pfennige 1859/60. Die Münze in Braunschweig war 1859 geschlossen worden, und die letzten Münzen sind seitdem in Hannover geprägt worden. Die Gepräge wurden immer einförmiger. Auf den größeren Münzsorten wird der bloße Kopf des Landesherren mit schrägem Halsabschnitt die Regel, auf den kleineren das Wappen, in Hannover und Braunschweig das springende Pferd, dazu Wertaufschriften im Felde oder im Kranz. Unter den Stempelschneidern finden wir, zumal für die Bildnisse Künstler, wie vor allem Friedrich Brehmer in Hannover 1815-53 und J. G. Fritz in Braunschweig 1835 bis 1852, die ihre Erzeugnisse auch signiert haben.

Seit 1871

Nach der Gründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871 ging auf Grund der Reichsverfassung vom 16. April 1871 die Münzhoheit ausschließlich auf das Reich über. Durch das Münzgesetz vom 9. Juli 1873 wurde die volle deutsche Münzeinheit auf der Grundlage der Goldwährung begründet, der neuen Rechnungseinheit die Mark, war nach dem Dezimalsystem in 100 Pfennige geteilt.

Die neuen Reichsmünzen waren in Gold 900 fein die Werte zu 20, 10 und 5 (bis 1877) Mark, in Silber 5, 2, 1 Mark, 50 Pfennig (seit 1904: ½ Mark) und 20 Pfennig (bis 1886), ebenfalls 900 fein. Die Mark wog 5,5 (4,95) g. Aus Nickel wurden geprägt Stücke zu 10 und 5 Pfennig, 1886-88 auch zu 20 und 1909-12 zu 25 Pfennig, aus Kupfer zu 2 und 1 Pfennig. 1908 kehrte auch der alte Taler als 3-Markstück zu 16,6 (14,99) g wieder. Für die Rückseite sämtlicher Reichsmünzen war einheitlich der Reichsadler vorgeschrieben. Die Vorderseite war den Bundesstaaten überlassen, die Bildnisköpfe der Bundesfürsten oder Wappen der Freien Städte zeigten.

Reichsbanknote 5 Milliarden Mark

Der Ausgang des Krieges von 1914 bis 1918 erschütterte das feste Währungsgefüge und führten in den Jahren 1921-23 zur Inflation. Neben einer wahre Flut von Reichsbanknoten, die allein 30 Papierfabriken und 133 Druckereien beschäftigten, kam das Papiernotgeld der Länder, Kreise, Gemeinden und Privatfirmen. Daneben gab Notgeld aus Eisen, Zinn, Zink, Aluminium oder Porzellan, das nur hier und da, in erster Linie beim Porzellangeld, auch den Versuch eines guten Münzbildes machte. Wir kennen Hartnotgeld in Werten meist zu 5, 10, 20 und 50 Pfennig aus Braunschweig (Land und Staatsbank), Bremen, Hannover, Hildesheim, Leer, Lüneburg, Northeim und Peine, auch von Oldenburg, Osterode und den Unterweserstädten. Peine gab auch ein originelles Porzellangeld zu 10000 M „Kippergeld“ heraus, das aber keinen wirklichen Umlauf gehabt hat.

Auch unter den Papiernotgeldscheinen sind sehr viele Scheine im Werte von meist 5 bis 50 oder 75 Pfennig, die mit vielen bunten und oft recht geschmackvollen und originellen Darstellungen aus der Stadtgeschichte und dergleichen bedruckt sind, aber praktisch kaum im Umlauf waren. Solche Notgeldscheine gibt es auch aus Braunschweig. Immerhin beleben sie etwas das trostlose Bild dieser Zeit. Das Reich selbst hat an Hartgeld 1922 nur Aluminium 3-Markstücke und 1923 solche zu 200 und 500 Mark geprägt.

Die Begründung der Rentenbank im Oktober 1923 und die Ausgabe der „Rentenmark“ = 1 Billion Papiermark = 10/12 Dollar brachte dann endlich den Umschwung und bahnte den Weg zu wieder einigermaßen normalen Geld-und Münzverhältnissen. Durch die Gesetze vom 20. März und 21. August 1924 kehrte man grundsätzlich zur Goldwährung zurück und beschloss zugleich die Prägung von neuen Silbermünzen zu 1, 2, 3 und 5 Reichsmark aus 500 feinem Silber neben Stücken aus Aluminiumbronze zu 5 und 10 sowie Kupfer zu 2 und 1 Reichspfennnig. Die neuen Münzen waren nunmehr unter der Republik auch auf der Vorderseite für das ganze Reich völlig gleichförmig mit dem neuen Reichsadler, doch wurden auch Gedenkmünzen zugelassen. Zu nennen sind für die 3- und 5-Markstücke auf das Lessingjahr 1929, das vor allem in Braunschweig begangen wurde (Kopf Lessings von Rud. Bosselt in Braunschweig).

Durch die Münzreform von 1933 wurden wiederum neue Silbermünzen eingeführt, und zwar Stücke zu 2 und 5 Reichsmark aus 900 bzw. 625 feinem Silber. Das 3-Markstück verschwand nunmehr endgültig aus der deutschen Münzgeschichte.

Im Zweiten Weltkrieg hätte Flut von Papiergeld und minderwertiges Hartkleingeld aus Zink und Eisen fast eine erneute Inflation verursacht. Praktisch aber hat der sogenannte „Geldüberhang“ zu ganz ähnlichen Erscheinungen geführt.

Die große Währungsreform vom 20. Juni 1948 hat das Bild unserer Umlaufsmittel zunächst nicht wesentlich verändert. Immerhin haben wir seit 1949 doch wieder ein von der „Bank deutscher Länder“ und seit 1950 von der „Bundesrepublik Deutschland“ ausgegebenes ordentliches Kleingeld aus Kupfer und Nickelbronze sowie Nickelmünzen zu 50 Pfennig. 1 und 2 Deutsche Mark, letzteres sogar mit Randschrift. Ein Fünf-Markstück in Silber ist gefolgt.

Mit dem Ende der Mark und der Einführung des Euro am 1. Januar 2002 kam in Deutschland eine in fast ganz Europa gültige Münze. Es gab nicht mehr die Umrechnung von Währung zu Währung, das Finanzwesen war, auch für den “kleinen Mann”, wesentlich einfacher geworden.

Literatur

  • Matthias Bethge (Hrsg.): Münzen und Medaillen der Welfen, Sammlung Museen der Stadt Gotha; Städtisches Museum Braunschweig 16. Oktober – 9. Dezember 1990, Braunschweig: Städtisches Museum, 1990 Ausstellungskatalog
  • Bert Bilzer: Abriß der Münz- und Geldgeschichte des Landes Braunschweig, Braunschweig, 1980, Rev. u. erw. aus: Braunschweigische Landesgeschichte, 3. Auflage 1979
  • Wilhelm Jesse: Münz- und Geldgeschichte Niedersachsens, Braunschweig: Waisenhaus-Buchdruckerei [u. a.] 1952, Werkstücke aus Museum, Archiv und Bibliothek der Stadt Braunschweig
  • Wolfgang Leschhorn: Braunschweigische Münzen und Medaillen. 1000 Jahre Münzkunst und Geldgeschichte in Stadt und Land Braunschweig, Appelhans-Verlag 2010, ISBN 978-3-941737-22-8

Weblinks

Siehe auch


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