Brauny

Erhard Richard Brauny (* 1913; † 1950 im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg) war SS-Hauptscharführer und als Rapport- und Kommandoführer im Konzentrationslager Dora-Mittelbau eingesetzt.

Leben

Brauny war ab 1939 zunächst bei der Wachmannschaft des KZ Buchenwald eingesetzt. Ab August 1943 wurde Brauny nach Dora-Mittelbau versetzt – zu diesem Zeitpunkt noch ein Außenlager des KZ Buchenwald –, wo er zunächst als Rapportführer und später auch als Kommandoführer bis zum November 1944 tätig war. Vom 20. November 1944 bis Anfang April 1945 war er Lagerleiter des Mittelbauer Außenlagers Rottleberode. Am 4. April 1945 leitete er einen Evakuierungsmarsch mit mehr als 600 Häftlingen aus Rottleberode. Bei Gardelegen traf diese Häftlingsgruppe mit Häftlingen anderer Evakuierungstransporte zusammen. Da aufgrund der nahen Front der Evakuierungsmarsch nicht fortgesetzt werden konnte, wurden auf Befehl von NSDAP-Kreisleiter Gerhard Thiele mehr als tausend Häftlinge in der Isenschnibber Feldscheune am 13. April 1945 lebendig verbrannt.[1]

Nach seiner Verhaftung wurde Brauny im Nordhausen-Hauptprozess, der im Rahmen der Dachauer Prozesse vom 7. August 1947 bis zum 30. Dezember 1947 stattfand, angeklagt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Brauny soll Häftlinge durch Schlagen, insbesondere jüdische Häftlinge, schwer misshandelt haben und war zudem an Exekutionen in Dora-Mittelbau beteiligt. Er stritt eine Tatbeteiligung an dem Verbrechen in der Isenschnibber Feldscheune ab, da er eigenen Aussagen zufolge zur Tatzeit nicht mehr am Tatort gewesen sei.[2] Brauny starb 1950 in der Haft eines natürlichen Todes.[3]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Erhard Brauny
  2. Case No. 000-50-37 (US vs. Kurt Andrae et al) Tried 30 Dec 47 (pdf-datei)
  3. Erhard Brauny

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