Brava
Brava
Karte der Insel
Karte der Insel
Gewässer Atlantischer Ozean
Inselgruppe Ilhas de Sotavento
Geographische Lage 14° 51′ N, 24° 42′ W14.848611111111-24.702222222222976Koordinaten: 14° 51′ N, 24° 42′ W
Lage von Brava
Länge 11 km
Breite 9 km
Fläche 67 km²
Höchste Erhebung Fontainhas
976 m
Einwohner 6.300
94 Einw./km²
Hauptort Vila Nova Sintra
Die Hafenstadt Furna im Nordosten von Brava
Die Hafenstadt Furna im Nordosten von Brava

Brava (dt.: „die Unzähmbare“) ist die kleinste der bewohnten Kapverdischen Inseln im Atlantik. Sie ist nahezu kreisrund mit einem Durchmesser von max. 11 Kilometern und einer Fläche von 67 km².

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die kleine, mittelgebirgige Insel liegt im extremen Westen der Inselgruppe Sotavento (Inseln unter dem Wind) westlich von Fogo. Sie erreicht nur mit Mühe die notwendige Höhe, um etwas Niederschlag aus den Passatwolken zu gewinnen. Da sie jedoch im Windschatten der riesigen Vulkankegels von Fogo liegt, wird sie häufig von einer Lee-Wolke überdeckt, sodass die Verdunstung geringer ist und die Vegetation etwas reicher. Die Insel ist annähernd rund und in den höheren Lagen dichter besiedelt. Hier finden sich auch die Inselhauptstadt Vila Nova Sintra sowie der Wallfahrtsort Nossa Senhora do Monte. Das Fischerdorf Furna übernimmt den Part eines kleinen Fähr- und Handelshafens. Auch die auf der Westseite der Insel gelegene Bucht bei Fajã de Água nimmt zu bestimmten Jahreszeiten eine Hafenfunktion wahr. Die Bucht mit dem kleinen Fischerdorf, den Palmen und schroffen Felsen gehört zu den schönsten Plätzen auf der Insel Brava.

In mehrjähriger Food-for-work-Arbeit wurde 1992, von Deutschland finanziert, auch ein Flugplatz an der Bucht bei Fajã de Água angelegt, wegen des fast ständig wehenden starken Windes bald wieder aufgegeben und derzeit (2005) noch nicht wieder benutzt.

Im Osten der Insel Brava befand sich bei Vinagre eine Heilquelle, die jedoch zu Beginn des 21. Jahrhunderts versiegte.

Geschichte

Brava wurde erst 1462 von Portugiesen betreten und dämmerte seinen Dornröschenschlaf, bis 1573 sich die ersten dauerhaften Siedler niederließen. Zu dieser Zeit war der Höhepunkt des Sklavenhandels in Cidade Velha (kapverdische Insel Santiago) bereits überschritten, so dass die aus Madeira und dem Minho (Nord-Portugal) stammenden Kleinbauern sich nicht mehr daran beteiligten. 1680 flohen die Bewohner der Nachbarinsel Fogo vor den Lavaströmen des ausbrechenden Vulkans nach Brava und verstärkten die dortige Bevölkerung. Die im 17. und 18. Jh. häufig in den Buchten von Brava ankernden Piraten (unter ihnen auch Emanuel Wynne, der als erster den Jolly Roger gehisst haben soll) wurden im frühen 19. Jh. von Walfangschiffen aus Europa und den USA abgelöst. Bei den noch unter Segeln fahrenden Walschonern der USA heuerten junge Männer aus Brava an und bildeten dadurch die Speerspitze einer inzwischen fast zwei Jahrhunderte anhaltenden Emigration an die amerikanische Ostküste, insbesondere in die alten Walfanghäfen Boston, Providence und New Bedford.

Berühmt geworden ist Brava durch den Musiker und Dichter Eugénio Tavares, der mit seinen in kapverdischem Kreol geschriebenen, traurigen Mornas eine neue, erstmals selbstbewusst kapverdische Musik schuf.

Wirtschaft und Tourismus

Etwas Bewässerungslandwirtschaft (vor allem Mais, Bohnen, Bananen und Papayas) und Viehzucht (am ehesten Kühe und Ziegen) sowie handwerklicher Fischfang sind die einzig nennenswerten Produktionszweige. Handel, Gewerbe und Privathaushalte leben im Wesentlichen von Einnahmen aus der Emigration in die USA. Das Straßennetz auf Brava wurde in den letzten Jahren erheblich verbessert - alle Ortschaften auf der Insel sind heute über gepflasterte Straßen und mit den für die Kapverdischen Inseln typischen "Aluguer"-Bussen zu erreichen.

Da die Fährverbindungen nach Furna erst seit 2004 etwas regelmäßiger sind und keine Flugverbindung mehr existiert, hat Brava sich noch kaum dem Tourismus geöffnet. Die seltenen Gäste schätzen die Ruhe und die Zurückgezogenheit der Insel. Unterkünfte für Touristen befinden sich in Vila Nova Sintra, Fajã de Água und Cova Joana. Somit hat der Tourismus langsam und qualifiziert begonnen, da die Insel sich nicht für den Massen-Strandtourismus eignet.

Literatur

  • Susanne Lipps, Oliver Breda; Dumont (Hrsg.): Reiseatlas Kapverdische Inseln. Dumont, Ostfildern 2005, ISBN 3-7701-5968-3, Insel Brava, S. 153-156.

Weblinks


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