AVL List
AVL List GmbH
Logo der AVL List GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1948
Sitz Graz
Leitung Helmut List
Mitarbeiter 4.570 (2010)
Umsatz 650 Millionen Euro (2010)
Branche Automobilzulieferer
Produkte Entwicklung von Antriebssystemen (Verbrennungsmotoren, Hybrid-Systeme, elektrische Antriebe), Geräten und Anlagen für das Testen von Motoren und Fahrzeugen
Website www.avl.com

AVL (Anstalt für Verbrennungskraftmaschinen List) ist das weltweit größte Unternehmen für die Entwicklung von Antriebssystemen (Verbrennungsmotoren, Getriebe, Software, Hybrid Systemen, elektrischen Antrieben) sowie dazugehörende Simulation und Prüftechnik. Im Jahr 2009 beschäftigte das österreichische Unternehmen weltweit 4.300 Mitarbeiter und setzte 590 Millionen Euro um.

Firmengeschichte

Unter der Führung von Hans List, dem Vater des heutigen CEO der AVL, Helmut List, schlossen sich im Jahr 1948 mehrere Motoren-Experten zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen und gründeten das IBL (Ingenieurbüro List). Die Gründer verfolgten das Ziel, auf Basis der neuesten Erkenntnisse der Grundlagenforschung modernste Motoren unter Berücksichtigung der für die Motorenindustrie wichtigen Wirtschaftlichkeitskriterien zu entwickeln.

Bereits die ersten Dieselmotoren aus dem Jahre 1949 feierten große Erfolge und wurden serienmäßig bei den Jenbacher Werken in Tirol und in der Andritzer Maschinenfabrik in Graz hergestellt.

1951 wurde aus dem IBL die AVL, die Anstalt für Verbrennungskraftmaschinen. Im darauf folgenden Jahr entstand das zentrale Versuchsgelände in der Kleiststraße in Graz, wo noch heute die Konzernleitung und das Herzstück der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten beheimatet sind.

Zu den wichtigsten Errungenschaften in der Anfangsphase des Unternehmens zählen etwa die Entwicklung der ersten direkteinspritzenden Viertakt-Dieselmotoren mit Drallkanälen für LKW-Motoren im Jahr 1958. Diese lösten die bis dahin üblichen 2-Takt-Motoren und 4-Takt-Vorkammermotoren ab.

Im Jahr 1963 führte die intensive Weiterentwicklung der Dieselmotorentechnologie zum Bau eines 18-Zylinder 2-Takt Dieselmotors mit 2250 PS.

Neben der Motorenentwicklung begann AVL zu Beginn der 1960er-Jahre mit der Herstellung von Motortestgeräten. Durch den internationalen Erfolg der AVL-Messgeräte kam es rasch zu einer Serienproduktion von Quarzdruckaufnehmern, gravimetrischen Kraftstoffverbrauchs-Messeinrichtungen, Rauchgasmessgeräten und kompletten Motorindiziersystemen.

Zu Beginn der 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts begann AVL, die ersten vollautomatischen AVL-Prüfstände zu verkaufen. Damit schaffte das Unternehmen den internationalen Durchbruch und begann, Tochtergesellschaften in aller Welt zu gründen.

Als weitere wichtige Meilensteine in den 70er-Jahren können die Entwicklung der Kapseltechnologie zur Schalldämmung von Motoren und die Entwicklung von DI-Dieselmotoren für PKW-Anwendungen genannt werden, die im Jahr 1974 begonnen wurde. Der erste Prototyp eines LD-Leichtdieselmotors wurde 1976 vorgestellt

1979 übernahm Helmut List, der seit 1966 im Unternehmen arbeitete, den Vorsitz der Geschäftsführung.

Seit 1982 ist es möglich, Echtzeiteinblicke in die Verbrennungsvorgänge von Dieselmotoren zu gewinnen.

1986 ging der weltweit erste HSDI-Dieselmotor (High Speed Direct Injection) als Antriebssystem für Leichtnutzfahrzeuge in Großserie.

In den 90er Jahren konnte die tomographischen Verbrennungsanalyse TCA umgesetzt werden, die die Ottomotorenentwicklung revolutionierte: Erstmals war es möglich, Verbrennungsphänomene an einem seriennahen Motor optisch zu erfassen.

Im Jahr 2002 wurde die AVL-Teststrecke in Gratkorn nahe Graz eröffnet.

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