A 430
Bundesautobahn 40
Basisdaten
Gesamtlänge: 94 km
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Karte
Verlauf der A 40

Die Bundesautobahn 40 (Abkürzung: BAB 40) – Kurzform: Autobahn 40 (Abkürzung: A 40) – verläuft von der niederländischen Grenze bei Straelen in Weiterführung der A 67 (NL) von West nach Ost durch den linken Niederrhein über den Rhein (Rheinbrücke Neuenkamp) quer durch das Ruhrgebiet nach Dortmund, wo sie am Autobahnkreuz Dortmund-West in der Nähe der Stadtgrenze zu Bochum in die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 1 und im weiteren Verlauf ab Holzwickede in die A 44 übergeht. Bis 1992 war sie westlich vom Kreuz Kaiserberg ein Teil der Bundesautobahn 2, östlich davon die Bundesautobahn 430.

Der bisher nicht zu einer Autobahn erfolgte Ausbau der B 1 im Dortmunder Stadtgebiet hat planungsrechtliche und städtebauliche Gründe. Der Straßenbenutzer registriert den Umstand in erster Linie durch die unterschiedliche Beschilderung mit den gelben Zeichen für Bundesstraßen an Stelle der blauen für Autobahnen. Zudem gibt es im Dortmunder Stadtgebiet zwei Kreuzungen mit Ampeln.

Die A 40 von Duisburg bis Dortmund-West und die B 1 im Stadtgebiet Dortmund bilden im Zusammenhang den Ruhrschnellweg, eine Schnellstraße mit einem der höchsten Verkehrsaufkommen (>140.000 KFZ/Tag) in Deutschland. Aufgrund dieser extrem hohen Verkehrsbelastung und wegen der Dichte der Anschlussstellen kommt es regelmäßig in den Stoßzeiten zu Verkehrsstaus. Deshalb wird sie im Volksmund auch als „Ruhrschleichweg“ oder der „längste Parkplatz des Ruhrgebiets“ bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Planungen für den Ruhrschnellweg begannen bereits 1926, zu einer Zeit, als noch mehr als ein Drittel aller Verkehrsteilnehmer mit Pferdefuhrwerken unterwegs waren. Zu dieser Zeit war die heutige A 40 eine verhältnismäßig kleine Straße mit gerade mal einer signalgeregelten Kreuzung. 1934 wurde die bestehende Straße in R 1 umbenannt. Im Jahr 1935 war diese Reichsstraße 1 im Bereich der heutigen A 40 fertig und wies einen neun Meter breiten Querschnitt auf, rund zwanzig Zentimeter weniger als der schmalste Querschnitt heute.

A 40 in Essen

Aufgrund der zunehmenden Verkehrsbelastung begannen 1952 Überlegungen, die Straße vierspurig auszubauen. Zugrundegelegt wurde eine Geschwindigkeit von 80 km/h. Hinzu kommt auch ein vier Meter breiter Mittelstreifen. Zwischen Dortmund und Wattenscheid (heute Stadtteil von Bochum) sollten zudem Radwege gebaut werden. Ab 1954 erfolgte der Ausbau, und im November 1955 wurde der erste Abschnitt zwischen Essen-Kray und der Stadtgrenze von Bochum eingeweiht. Im Juli 1957 wurde ein zweiter Abschnitt in Dortmund fertiggestellt. 1958 war der Abschnitt zwischen Wattenscheid und Bochum fertig. 1960 wurde der Ruhrschnellweg auf dem damaligen Bochumer Stadtgebiet eingeweiht. Am 24. Oktober 1961 wurde der erste Abschnitt in Essen für den Verkehr freigegeben. Im November 1962 war der Abschnitt zwischen Dortmund und Unna vollendet, und ein Jahr später wurde das letzte oberirdische Teilstück eingeweiht.

1967 wurden die Radwege entlang des Schnellweges zugunsten des Automobilverkehrs zurückgebaut und die Straße verbreitert. Im September 1970 war auch der Tunnel in Essen fertig und wurde am 25. September durch Gustav Heinemann eingeweiht. Am 1. Januar 1977 wurde die Bundesstraße 1 schließlich zur Bundesautobahn 430 umgewidmet.

Durch den Fall des Eisernen Vorhangs 1989 und die darauf folgende EU-Osterweiterung erhielt der Ruhrschnellweg neben seiner historischen Funktion als Ruhr-Magistrale zusätzlich die Aufgabe der Verbindung des niederländischen Wirtschaftsraumes mit den ostdeutschen, polnischen und ukrainischen Wirtschaftszentren. Wie die Perlen einer Kette reihen sich die Agglomeration Rotterdam, das Ruhrgebiet, das Mitteldeutsche und das Oberschlesische Revier, die Metropolregion Kiew und die Industrieregion Donezbecken aneinander; die A 430 wird Teil einer bedeutenden europäischen Verkehrsachse.

Die A 40 in Bochum

In Teilen der Politik und in Kreisen der Rhein-Ruhr-Wirtschaft wurde in den 1990er Jahren frühzeitig auf die zu erwartenden, weiter steigenden Verkehre in Ost-West-Richtung und den im Ruhrgebiet drohenden Verkehrskollaps hingewiesen. Als Lösungsansatz wurde neben der Vollendung der A 44 unter anderem auch eine zum Ruhrschnellweg parallel verlaufende, privat zu erstellende und zu bewirtschaftende Tunnellösung zwischen Dortmund und Duisburg diskutiert, die wegen der zu erwartenden Kosten jedoch nicht weiter verfolgt wurde.

Bei der Neuordnung des Autobahnnetzes in Deutschland wurde im April 1992 die A 430 mit Teilen der bisherigen A 2 (Straelen-Duisburg/Kaiserberg) zur A 40 zusammengefasst, um die Doppelführung von A 2 und A 3 zwischen den Kreuzen Kaiserberg und Oberhausen zu vermeiden und der gestiegenen Verkehrsbedeutung des Ruhrschnellweges zu entsprechen.

Im Zuge dieser Aufwertung wurden zahlreiche Anschlussstellen umbenannt, die zuvor den Namen der anschließenden Stadtstraßen trugen, was nicht dem Standard entsprach, und daher jetzt Stadtteilnamen tragen. (z.B. Essen, Steeler Str. zu Essen-Huttrop)

Zwischen März und August 2005 wurden auf der Strecke zwischen Bochum-Werne und Dortmund-West die für eine Bundesautobahn vorgeschriebenen blauen Hinweisschilder aufgestellt. Aus Kostengründen war dieser Teilabschnitt – obwohl als Autobahn geführt – noch mit den alten Hinweisschildern der B 1 ausgestattet und als Kraftfahrstraße beschildert.

Sonstiges

Die Spurbusstrecke im Bereich der Einmündung der A 52

Nach 2004 wurde auch 2005 der auf Essener Stadtgebiet befindliche, 1005 Meter lange Tunnel unter der Innenstadt hindurch vom ADAC bei einem Sicherheitscheck erneut als „mangelhaft“ eingestuft. In den Herbstferien 2008 sind die Tunnelwände und -decken saniert und die Lüftungsschächte gereinigt worden. Die Kosten betrugen rund 600.000 Euro. Neben den Röhren für die Fahrbahnen befinden sich Versorgungstunnel.

Zwischen den Anschlussstellen Essen-Huttrop und Essen-Kray befindet sich eine Spurbusstrecke zwischen zwei Autobahnspuren. Diese Spur beinhaltet die Haltestellen Oberschlesienstr., Feldhaushof, Frillendorfer Platz und Schönscheidtstraße und wird von den Buslinien 146 und 147 der EVAG bedient. Bis 1985 fuhr hier stattdessen die Straßenbahn.

Zwischen den Anschlussstellen Essen-Zentrum und Mülheim-Heißen (Westteil) verkehrt die U-Stadtbahnlinie U18.

Auf Essener und Mülheimer Gebiet wurde sogenannter Flüsterasphalt verlegt, auch um den wartenden Fahrgästen die Wartezeit erträglicher zu machen. Diese Maßnahme diente aber vor allem dem Lärmschutz der Anwohner, da die Strecke mitten durch dichtbesiedeltes Gebiet führt.

Am 14. November 2007 wurde zur Reduzierung der Lärm- und Abgasbelastung der Anwohner in Dortmund an der östlichen Verlängerung der A 40, der Bundesstraße 1 zwischen der B 236 im Osten und B 54 im Westen die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h bzw. 70 km/h auf 50 km/h beschränkt. Seit dem 12. Februar 2008 ist der Ruhrschnellweg zwischen den Autobahnkreuzen Dortmund-Unna (als A 44 mit der A 1) und Dortmund-West (als A 40 mit der A 45) in den Nachtstunden für LKW-Durchgangsverkehr gesperrt.

Zukunftsaussichten

Vorgesehen ist nach dem Um- und Ausbau der B 1 auf Dortmunder Stadtgebiet, diesen Abschnitt des Ruhrschnellwegs bis zur sich östlich anschließenden A 44 ebenfalls zur Autobahn aufzuwerten. Mit dem geplanten Autobahntunnel zwischen Max-Eyth-Straße und Märkischer Straße und dem Rückbau des dann nur noch für innerstädtischen Verkehr vorgesehenen Westfalendamms besteht die Chance, dass der Dortmunder Stadtteil Gartenstadt seine alte Mitte zurückbekommt und an Lebensqualität gewinnt. Durch die neue Straßenführung im Bereich des Hauptfriedhofs wurde ein Schritt zur Verbesserung des Verkehrsflusses getan, in dem die Ampelanlage an der dortigen Kreuzung durch Ein- und Ausfahrspuren und eine Unterführung abgelöst wurde. Eine weitere Baumaßnahme ist in der Planung, durch die die Stadtbahnlinie U47 nicht mehr über die B 1 geführt wird, sondern unterfährt. Damit wird eine weitere Ampelanlage überflüssig, was sich positiv auf den Verkehrsfluss auswirken soll.

Im Rahmen der drohenden Schließung des Opel-Standortes Bochum im Herbst 2004 erinnerte sich die Politik daran, dass der Bau der sog. Opel-Spange bereits seit langem beschlossen ist. Neben dem Ausbau der A 44 bis zur ehemaligen NS 7 in Bochum bei Opel war geplant, die A 40 von Bochum-Stahlhausen bis zur Anschlussstelle Gelsenkirchen-Süd sechsspurig auszubauen, um den Verkehr zu entlasten. Mit den Arbeiten an diesem Bauabschnitt wurde am 19. Mai 2007 begonnen.[1]
Im Anschluss daran wird die Anschlussstelle Bochum-Stahlhausen und das Ende des Bochumer Rings zu einem Autobahnkreuz (Bochum "Westkreuz") umgebaut.[2] Am Westkreuz beteiligte Bochumer Ingenieure teilen mit: „Die Entwurfsplanung zur Überführung des Donezk-Ringes über die A 40 wurde der Stadt Bochum übergeben. Die dreifeldrige, etwa 130 m lange Brücke ist Teil der neuen Verkehrsplanung des Westkreuzes der A 40.“ [3]
Die westlichen Teile des Bochumer Rings (namentlich Donezk-, Oviedo- und Nordhausen-Ring) sollen dann zur Autobahn aufgestuft werden und werden mit der bereits vorhandenen A 44 ab dem Kreuz Bochum/Witten verbunden. Somit ergibt sich eine durchgängige Verbindung der A 44 vom Westkreuz Bochum bis zum Kreuz Dortmund/Witten. Im Rahmen der mittlerweile aufgegebenen Planungen die A 44 von Bochum weiter nach Velbert zu führen, war die Verbindung zwischen A 40 und A 44 als A 441 geplant.

Die genannten Vorhaben sind planfestgestellt und im Investitionsrahmenplan des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung für die Jahre 2006 bis 2010 vorgesehen. Für den Ausbau der Anschlussstelle Gelsenkirchen werden die Kosten auf 11,4 Millionen Euro, für den Abschnitt zwischen Gelsenkirchen und Bochum-Stahlhausen auf 30,2 Millionen Euro, für die Anschlussstelle Stahlhausen auf 60,0 Millionen Euro und für den Abschnitt zwischen Dortmund-Mitte auf Höhe der L 672 und Dortmund-Ost an der B 236 werden die Kosten auf 193,3 Millionen Euro geschätzt. Für den im Bau befindlichen Abschnitt zwischen Dortmund-West und Dortmund-Mitte rechnet man mit Kosten in Höhe von 70,7 Millionen Euro.

Namensgebung

Die Bezeichnung A 40 war ursprünglich für die so genannte Lipperand-Autobahn vorgesehen, die aber nie komplett gebaut wurde. Lediglich in Teilen wurden Straßenbauarbeiten begonnen, so in Castrop-Rauxel und zwischen Werne und Hamm. Beginnen sollte diese nördlich von Kamp-Lintfort und nördlich an Dinslaken, Gladbeck, Herten, Recklinghausen, Lünen, Werne, Hamm und Ahlen vorbeiführen und nördlich von Beckum auf die heutige A 2 treffen.

Damit hätte sie auch in das Schema der aufsteigenden Nummerierung der West-Ost-Autobahnen von Nord nach Süd gepasst:

  • A 42: Kamp-Lintfort – Duisburg-Nord – Oberhausen – Gelsenkirchen – Dortmund
  • A 44: Aachen – Düsseldorf-Nord – Bochum-Süd – Dortmund-Süd – Kassel
  • A 46: Heinsberg – Düsseldorf-Süd – Wuppertal – Hagen – Bestwig
  • A 48: Koblenz – Dreieck Vulkaneifel

Mit der Umbenennung der A 430 in A 40 liegt diese somit zwischen A 42 und A 44.

Einzelnachweise

  1. Straßen.NRW Presseinformation zum Baubeginn, 16.05.2007
  2. Mitteilung von Straßen.NRW, April 2007
  3. Info zum Westkreuz, Bochum, Februar 2008

Siehe auch

Weblinks


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