A Rake's Progress
Der Maler und sein Mops Trump

A Rake’s Progress („Der Werdegang eines Wüstlings“) ist eine Serie von Gemälden und Kupferstichen des englischen Künstlers William Hogarth, entstanden zwischen 1733 und 1735. Die Originalgemälde befinden sich in Sir John Soane’s Museum in London. Die acht Bilder des Zyklus zeigen den Abstieg und Fall von Tom Rakewell, dem verschwenderischen Sohn und Erben eines reichen Kaufmanns, der in London sein Geld verprasst und schließlich in Schuldturm und Irrenhaus endet.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Die massenhafte Verbreitung von Druckwerken, ob Buch oder Bild, war Anfang des 18. Jahrhunderts gerade erst möglich geworden, die ersten modernen Romane (Henry Fielding) erschienen. Hogarth wollte mit seinen Bildserien „meine Personen wie ein Schriftsteller nutzen, meine Leinwand ist meine Bühne“, wie er in seinen Autobiographical Notes sagt [1]. Sein Verdienst ist es, als einer der ersten über die reine Darstellung der Verhältnisse hinaus einen moralischen Kommentar in Bildsprache verfasst zu haben.

A Rake’s Progress ist Hogarths zweiter Zyklus von modern moral subjects (moderne moralische Themen) nach A Harlot’s Progress („Der Werdegang einer Dirne“) von 1732. Thema beider ist die satirische Darstellung der sozialen Verhältnisse und moralischen Verfehlungen der englischen Gesellschaft des mittleren 18. Jahrhunderts, im Harlot’s Progress die Geschichte eines Mädchens vom Lande, das in der Großstadt London der Prostitution verfällt und elend zugrunde geht, ein weibliches Gegenstück zu Tom Rakewell. Laut George Vertue zeichnete Hogarth gerade eine Prostituierte, als ihm die Idee zu derartigen Bilderzyklen kam [2].

Der Rake’s Progress wurde zum feststehenden Begriff in der Kunst, Werke gleichen Namens gibt es unter anderem von Strawinski und Hockney.

Persönliches

Hogarths Herkunft ist einer der Schlüssel zu seinem Werk. Sein Vater Richard war Lehrer und Verfasser von Lateinlehrbüchern, die Familie war arm. Als William zehn Jahre alt war, ging das Kaffeehaus seines Vaters, in dem ausschließlich Latein gesprochen wurde, in Konkurs. Als Schuldner wurde Richard Hogarth 1707 ins Fleet-Gefängnis gebracht, wo Schuldner damals inhaftiert wurden, bis sie ihre Schulden bezahlen konnten. Erst 1712 kam er durch eine Amnestie frei, war aber ein gebrochener Mann und starb 1718 [3]. Als William später Erfolg als Künstler hatte, widmete er dem geschäftlichen Aspekt viel Aufmerksamkeit.

Entstehung

Hogarth begann mit der Planung von A Rake’s Progress schon bald nach dem (auch finanziell) großen Erfolg von A Harlot’s Progress. Am 22. Dezember 1733 wurde das Subskriptionsangebot in Londoner Zeitungen publiziert – acht Drucke für eineinhalb Guineen. Hogarth stellte die Gemälde um die Mitte 1734 fertig und begann sofort, an den Kupferstichen zu arbeiten. Um zu verhindern, dass andere Drucker billigere Kopien seines neuen Werkes verkaufen konnten, wie es beim Harlot’s Progress passiert war, ließ Hogarth An Engraver’s Copyright Bill („Ein Copyright-Gesetz für Stecher“) ausarbeiten und dem Parlament vorlegen [4]. Erst nach Passage des Gesetzes am 25. Juni 1735 wurde A Rake’s Progress an seine Subskriptionskunden ausgeliefert, ohne die Vorbestellung kostete die Serie 2 Guineen. Mitte August gab er eine erschwinglichere Serie von verkleinerten Drucken des Zyklus, kopiert von Thomas Bakewell, für zwei Shilling sechs Pence heraus [5].

Da Hogarth als Kupferstecher weitaus höhere Bedeutung hat denn als Maler [6], werden im Folgenden die Kupferstiche als Illustrationen verwendet, die Ölgemälde finden sich als Galerie unten auf dieser Seite.

Versionen der Stiche

Einige Jahre nach der Veröffentlichung des Zyklus nahm Hogarth einige größere Änderungen an den Bildern 1, 3 und 4, sowie kleinere an Bild 2 und 7 vor[7]. Deprimiert durch Auseinandersetzungen mit jüngeren Zeitgenossen retuschierte er 1763, ein Jahr vor seinem Tod, alle Bilder noch einmal. In Bild 8 trägt beispielsweise die an die Wand gemalte Münze die Jahreszahl 1763 [8]. Die letzten Originalabzüge von Hogarths Originalstichen stellte 1822 William Heath her, alle späteren Auflagen benutzten Kopien der Platten [9]. Diese letzte Version der Platten ist es, die hier dargestellt ist.

Die Bilder

Bild 1: Der junge Erbe übernimmt den Besitz des alten Geizhalses

Bild 1

Originaltitel: The Young Heir Takes Possession Of The Miser’s Effects

Tom Rakewell hat gerade das Haus des Vaters übernommen und lässt sich einen Anzug anmessen. Ein Notar arbeitet an Dokumenten. Zu seiner rechten stehen die weinende und sichtbar schwangere Sarah Young, einen Ehering in der Hand, und deren Mutter. Diese hat Toms Liebesbriefe an Sarah in der Hand und weist, auf Sarahs Bauch deutend, Toms Angebot einer Handvoll Münzen entrüstet ab.

Truhen und Schränke des Zimmers sind geöffnet und durchwühlt, Verträge und andere Papiere liegen achtlos weggeworfen auf dem Boden. Ein Diener nagelt schwarzen Stoff an die Wand, dabei fallen in einem Spalt versteckte Goldstücke heraus.

Der alte Herr wird anhand diverser Einzelheiten als Geizhals dargestellt: Das ganze Zimmer ist baufällig und schäbig, der Putz bricht an der Decke und den Wänden, die Katze ist fast auf ein Gerippe abgemagert, selbst einen Bibeleinband hat er zerschnitten, um sich daraus eine neue Schuhsohle zu machen. Das Gemälde über dem Kamin schließlich zeigt ihn im Mantel beim Geldwägen – ein Hinweis darauf, dass zu seinen Lebzeiten das Haus wohl ungeheizt blieb, wohingegen jetzt die alte Bedienstete Holz zum Kamin trägt. Auch der Stil des im Stich abgebildeten Gemäldes ist signifikant: Es ist in niederländischer Tradition gehalten, was für Hogarth und seine Zeitgenossen den Geschmack des zu Geld gekommenen Handwerkers oder Kaufmanns symbolisierte – „niedere“ Kunst.

Der Name Rakewell ist ein Wortspiel: Englisch to rake in (money) heißt (Geld) scheffeln, verbunden mit dem Adjektiv well (gut), das sowohl auf die finanzielle Tugend des Vaters als auch, in einer zweiten Bedeutung (a rake – ein Lebemann, Lotterbube) auf die mangelnde solche des Sohnes hinweisen soll.

Bild 2: Umgeben von Künstlern und Professoren

Bild 2

Originaltitel: Surrounded By Artists And Professors

Im zweiten Bild hat Tom Rakewell seine Umgebung grundlegend verändert: Das Zimmer ist groß und hoch, architektonisch auf dem letzten Stand und mit neuen Bildern ausstaffiert. Tom steht in prächtigem neuem Gewand links neben einem Leibwächter, laut dem Papier, das dieser in Händen hält ein „Ehrenmann“ mit Namen William Stab (engl. to stab: erstechen). Ein Fecht- und ein französischer Geigenlehrer stehen bereit, ebenso ein Gartenarchitekt (Charles Bridgman, der die Gärten von Stowe geplant hat) und der Stallmeister, der einen Pokal, den Toms Pferd Silly Tom in Epsom gewonnen hat, präsentiert. Ein Jäger spielt auf einem Horn, während links im Bild ein Mann auf einem Cembalo spielt. Es wird angenommen, dass der Klavierspieler Nicola Porpora, den Direktor des King’s Theatre am Haymarket darstellen soll. Auf der Rückenlehne des Klaviersessels sieht man eine lange Liste von Geschenken, die von der englischen Aristokratie an Carlo Broschi, besser bekannt als Farinelli, der damals unter Porpora am Haymarket sang, gesandt worden waren. Hier soll ausgedrückt werden, dass Tom dem Lebensstil des Adels nacheifert.

Dass Reichtum nicht mit Geschmack gleichzusetzen ist, wird durch die Gemälde im Hintergrund suggeriert – eine klassizistische und damit dem bürgerlichen Kunstgeschmack zuzuordnende Darstellung des Urteils des Paris drückt aus, dass Tom Geld hat, die flankierenden Bilder von Kampfhähnen sagen aus, dass er zwar modisch sein mag, aber keinen Geschmack hat.

Bild 2 ist das einzige des Zyklus, in dem erkennbare, reale Personen vorkommen. Hogarth wusste wohl, dass das Publikum es liebte, nach ihm bekannten Figuren zu suchen, wollte aber wohl nicht zu viele Prominente durch Abbildung vor den Kopf stoßen.

Bild 3: Szene in der Taverne

Bild 3

Originaltitel: The Tavern Scene

Im dritten Bild wird erstmals moralischer Verfall dargestellt – wir befinden uns in einer Taverne, der Rose Tavern in Drury Lane, die im 18. Jahrhundert einer der schlimmsten Slums Londons war – Prostitution und Gin-Ausschänken dominierten die Gegend.

Tom, auf einem Sessel links fläzend, wird gerade von zwei Prostituierten um seine Uhr erleichtert. Diese zeigt, dass es 3 Uhr (wohl nachts) ist, das Glas in seiner Hand deutet seinen Zustand an. Generell scheint die Stimmung der Gesellschaft schon sehr gelöst zu sein: zwei Frauen am Tisch liefern sich ein Spuckduell, eine Frau im Vordergrund entkleidet sich gerade, um auf einem Tablett, das rechts im Bild gebracht wird zu posieren – dies war eine Gelegenheit für Schauspielerinnen, deren Leumund ohnehin sehr schlecht war, ihr Gehalt aufzubessern.

Ein Straßensänger gibt die zweifellos zotige Ballade Black Joke zum Besten, mit einem Harfenisten und einem Trompeter konkurrierend. Im Bildhintergrund versucht eine offensichtlich sturzbetrunkene Frau, mit einem Kerzenleuchter die Weltkarte in Brand zu stecken, der Symbolismus liegt auf der Hand.

Zeichen von Chaos und Exzess sind überall im Bild zu sehen: ein zerbrochenes Glas auf dem Boden vor Tom, die ebenfalls zerbrochene Lampe des Nachtwächters, der zerbrochene Spiegel und die teils vandalisierten Gemälde der römischen Kaiser an der Wand. Das Gemälde von Nero, dem legendären Zündler und Lautenspieler, ist hingegen unversehrt.

Bild 4: Verhaftet wegen der Schulden

Bild 4

Originaltitel: Arrested For Debt

Im vierten Bild hat der Abstieg Toms begonnen – er wird aus seiner Sänfte heraus von einem Büttel verhaftet. Den Bildsymbolen kann entnommen werden, wohin Tom wollte: Der Mann links im Bild trägt einen Lauch auf seinem Hut, ein Symbol für den Heiligen David, dessen Feiertag der 1. Mai war – gleichzeitig der Geburtstag der regierenden Königin Caroline, der in St. James’s Palace gefeiert wurde.

Sarah Young ist schon zur Stelle, um Tom mit ihren Ersparnissen auszulösen, der Inhalt ihres Nähkästchens ergießt sich dabei von ihr unbemerkt über die Straße. Der von den Ereignissen abgelenkte Lampenanzünder auf der Leiter lässt seine Ölwanne überlaufen, so dass sich das Öl gleich über Toms Kopf ergießen wird. Noch dramatischer ist der Blitz, komplett mit Pfeil am bodennahen Ende, der im Begriff ist in White’s Club einzuschlagen, einem Spielsalon für die Reichen.

Einen Kontrapunkt und eine Parodie auf den White’s Club bilden die sieben Straßenkinder, die um einen Pfosten mit der Aufschrift „Black’s“ sitzen – sie spielen Glücksspiele, betrügen dabei, und stehlen. Zwei von ihnen, Schuhputzer mit ihren Arbeitsutensilien, spielen eine Art Strip-Poker, einer hat nur mehr das Nötigste an, bei einem zweiten Paar schaut ein Kiebitz über die Schulter eines Spielers, der auch noch die Karten des Beobachteten signalisiert. Ein weiterer bestiehlt gerade den abgelenkten Tom, und einer sitzt Pfeife rauchend am Boden und liest The Farthing Post, ein billiges Sensationsblatt der Zeit.

Bild 5: Verheiratet mit einer alten Jungfer

Bild 5

Originaltitel: Married To An Old Maid

In Bild 5 ist bereits Verzweiflung spürbar: Tom heiratet in Marylebone Old Church eine ältliche Einäugige, um seine Finanzen zu sanieren. Diese Kirche war eine von vielen der damaligen Zeit, in der Priester gegen Geld jeden verheirateten, ohne die Formalitäten (z. B. die Überprüfung, ob beide Partner unverheiratet waren) einzuhalten.

Im Moment des Ringtausches hat Tom allerdings schon seine Aufmerksamkeit der viel jüngeren (und hübscheren) Brautjungfer zugewandt, während im Hintergrund Sarah Young und ihrem Neugeborenen der Zugang zur Kirche verwehrt wird.

Auch hier geben Symbole der Szene Bedeutung: das Hundepaar links spiegelt das Brautpaar; wie Lichtenberg (1796) in seiner Ausführlichen Erklärung der Hogarthschen Kupferstiche bemerkt, handele es sich dabei um Hogarths Mops Trump, der ebenfalls einem „ältlichen Geschöpfe seiner Gattung“ den Hof mache [10]. Das Immergrün, mit dem die Kirche dekoriert ist, drückt nicht nur die Jahreszeit Winter aus, sondern soll auch auf die Kälte der geschlossenen Verbindung und das Alter der Braut hinweisen. Die Kirche selbst befindet sich im Verfall, ganz wie Toms Leben. Von den Kirchenwänden löst sich der Putz, und eine Spinne baut ihr Netz an einem ungestörten Platz – über dem Opferstock. Die Tafel mit der zweiten Hälfte der Zehn Gebote ist gespalten, die Bruchlinie geht genau durch Gebot 9 – „Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes“
.

Bild 6: Szene im Spielsalon

Bild 6

Originaltitel: Scene In A Gaming House

Tom ist dabei, auch sein zweites, durch die Heirat gewonnenes Vermögen zu verspielen. Er befindet sich in einem Spielsalon, sein Stuhl ist umgeworfen, seine Perücke vom Kopf gerutscht, er kniet am Boden und verflucht sein Schicksal. Wieder ist ein Hund als Spiegelung Toms links von ihm zu sehen.

Die Szene ähnelt Bild 3, nur sind es hier Männer statt Frauen, die Toms Niedergang begleiten. Wahrscheinlich hat er die Dienste des Geldverleihers am Tisch links in Anspruch genommen, was sich im nächsten Bild rächen wird. Das Feuer, das in Bild 3 angedeutet ist, ist hier schon ausgebrochen, Rauch steigt im Bildhintergrund auf. Der Nachtwächter ganz links, sowie der Croupier und ein Spieler sind sich der Gefahr bewusst, alle anderen sind zu sehr durch das Spiel abgelenkt.

Bild 7: Szene im Gefängnis

Bild 7

Originaltitel: The Prison Scene

Tom hat seine beiden Vermögen endgültig verspielt und ist im Schuldturm, dem Fleet Prison angelangt. Ein Schuldner wurde damals eingesperrt, bis er seine Schuld begleichen konnte. Der Gefangene hatte keinen Anspruch auf Ernährung durch den Staat, wer es sich leisten konnte, musste die Aufseher für Essen bezahlen – man sieht den Wärter und einen Pagen, die Geld von Tom einfordern. Toms einäugige Gemahlin schimpft mit ihm, seine ehemalige Freundin Sarah Young ist in Ohnmacht gefallen, das gemeinsame Kind an den Rockschößen. Zwei Frauen versuchen sie mit Riechsalz wieder zur Besinnung zu bringen.

Wo in den ersten Bildern noch offene Türen und Fenster eine Möglichkeit des Entkommens und der Umkehr andeuteten, ist hier jeder Fluchtweg vergittert.

Im Hintergrund sieht man Toms Zellengenossen, einen Alchemisten, dem wohl auch die an Ikarus erinnernden Flügel rechts oben zuzuschreiben sind – noch ein Mensch, der, wie Tom, versucht hat, zur Sonne zu gelangen.

Bild 8: Im Irrenhaus

Bild 8

Originaltitel: In The Madhouse

Im letzten Bild schließlich sieht man Toms endgültigen Abstieg, er ist zum Insassen des Bedlam, des Irrenhauses geworden. Sowohl Toms Pose als auch die des eingebildeten Eremiten links hinter ihm sind denen aus den Bildern Melancholy und Raving Madness, von Caius Gabriel Cibber für die Eingangstore von Bedlam geschaffen, nachempfunden.

Tom wird gerade in Ketten gelegt, immer noch von Sarah Young begleitet, die ihm Suppe gebracht hat. Rund um die beiden sieht man andere „Verrückte“ – einen Astronomen mit einem Papierfernrohr, einen Mathematiker, der versucht, Längengrade auf einer Globusabbildung an der Wand einzutragen (die Ermittlung der geographischen Länge war eine bis ins späte 18. Jahrhundert ungelöste und mit einer großen Belohnung verknüpfte Aufgabe). Ein nackter Mann mit Szepter scheint sich als König zu fühlen, einer der Männer auf der Treppe rechts ist als Papst ausstaffiert: Tom ist umgeben von Realitätsverlust.

Vielleicht aus heutiger Sicht der schockierendste Teil des Bildes ist die feine Dame und ihre Zofe im Hintergrund. Sie sind Besucher des Irrenhauses, was damals zum Zweck der Unterhaltung üblich war.

Einflüsse

Die klaren Linien des Kupferstichs ermöglichten es ihm, mit Emblemen, Symbolen und geschriebenem Text (im Bild und darunter) zu arbeiten, beim Arbeiten in Öl hingegen war er auf das Spiel von Licht und Farbe angewiesen. Die Bildsprache und Struktur der Hogarthschen Zyklen basiert zu einem nicht geringen Teil auf John Bunyans The Pilgrim’s Progress (1684), damals das meistgelesene Buch Englands. Der satirische Blick auf das Leben und dessen detailreiche Wiedergabe spiegelt aber auch den Stil von Hogarths literarischen Zeitgenossen wie Jonathan Swift, Alexander Pope oder John Gay.

Bildunterschriften

Der Text unter der Erstausgabe, der auch für alle späteren Ausgaben beibehalten wurde, stammt von einem Freund Hogarths, John Hoadley, dem Sohn des Bischofs Benjamin Hoadley. Die Bildunterschriften sind ein moralisierender Kommentar, keine inhaltliche Ergänzung oder Erklärung des Gezeigten. Sie beschäftigen sich mit abstrakten Begriffen wie Eitelkeit, Wohlstand und Vergnügen, wo Hogarth die sehr menschlichen Verfehlungen seiner Protagonisten portraitiert.

Die Ölgemälde

Abzüge von Kupferstichen sind ein vom Ölgemälde sehr verschiedenes Medium. Die Öl-Version von A Harlot’s Progress verbrannte 1755, die Kupferstiche späterer Zyklen Hogarths stellte nicht er selbst her. Die beiden Versionen von A Rake’s Progress sind daher die einzigen, die einen Vergleich von Hogarths Technik in beiden Medien ermöglichen.

Andere Werke mit Bezug

  • 1951 schrieb Igor Strawinski die Oper The Rake’s Progress, deren Libretto von W. H. Auden und Chester Kallman lose auf Hogarths Gemälden basiert.
  • 1961 schuf David Hockney seine Version des Rake’s Progress, außerdem war er Bühnenbildner für eine Inszenierung von Strawinskis Oper.
  • 2006 vereinte eine Ausstellung der Eremitage in St. Petersburg im Jahr 2006 die Werke von Hogarth, Strawinski und Hockney [11]

Literatur

  • Ronald Paulson: Hogarth. Bände 1–3, 1991–93.
    Das Standardwerk zu Hogarth
  • William Hogarth. 1697–1764. Katalog zur Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e. V. in der Staatlichen Kunsthalle Berlin vom 28. Juni bis 10. August 1980. Berlin, 1980.
  • G. C. Lichtenbergs Ausführliche Erklärung der Hogarthschen Kupferstiche. Darin: Der Weg des Liederlichen. (1796). In: Georg Christoph Lichtenberg: Schriften und Briefe. Hrsg. von Franz H. Mautner, Dritter Band, Frankfurt am Main 1983, S. 161–249.

Weblinks

Anmerkungen

  1. In: Joseph Burke (Hrsg.): The Analysis of Beauty, S. 201–236, Clarendon Press, Oxford 1955, S. 209.
  2. I. R. F. Gordon: A Harlot’s Progress. In: The Literary Encyclopedia, 19. Juli 2003.
  3. I. R. F. Gordon: William Hogarth. In: The Literary Encyclopedia, 25. Oktober 2002.
  4. I. R. F. Gordon: A Rake’s Progress. In: The Literary Encyclopedia, 19. Juli 2003.
  5. http://www.tate.org.uk/servlet/ViewWork?cgroupid=999999961&workid=6629&searchid=7710&tabview=text
  6. I. R. F. Gordon: William Hogarth. In: The Literary Encyclopedia, 25. Oktober 2002.
  7. I. R. F. Gordon: A Rake’s Progress. In: The Literary Encyclopedia, 19. Juli 2003.
  8. http://www.thebritishmuseum.ac.uk/explore/highlights/highlight_objects/pd/w/william_hogarth,_a_rakes_progr.aspx
  9. http://www.artoftheprint.com/artistpages/hogarth_william_arakesprogresscompletesetofeight.htm
  10. Lichtenberg, Schriften und Briefe, Dritter Band 1983, S. 218.
  11. The State Heritage Museum: Exhibition Archive

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