Brüder vom Orden des Heiligen Geistes
Das Wappen des Ordens am Kreuzherrenkloster Memmingen

Die Brüder vom Orden des Heiligen Geistes (Heilig-Geist-Orden) waren ein Verband der Augustiner-Chorherren, der besonders die Armen- und Krankenpflege zum Ziel hatte.

Geschichte

Der Orden nahm seinen Ursprung 1180 in Südfrankreich, er war aus einer Bruderschaft, die sich in Montpellier der Kranken- und Armenfürsorge verschrieben hatte, hervorgegangen. Im Jahre 1198 erhielt er die päpstliche Bestätigung, ja er erfreute sich überhaupt der besonderen Gunst von Papst Innozenz III. Spätestens 1204 erhielt die Gemeinschaft ihre an Augustinus orientierte Regel, die um besondere Bestimmungen erweitert war. Zahlreiche Hospitäler wurden im 12. und 13. Jahrhundert begründet. [1]

Nach dem Tode des Ordensgründers Guido von Montpellier im Jahre 1208 wurde unter dem Kuratel Innozenz III. das Spital (Ospedale) Santo Spirito in Sassia in Rom das Haupthaus des Ordens. Eine Institutionalisierung als Priesterorden nach der Augustinusregel und eine zentralistische Organisation, mit der Leitung durch einen Generalpräzeptor hielt fast 600 Jahre. Im 15. Jahrhundert unterstanden dem römischen Haupthaus ca. 750 Klöster, in Deutschland, Frankreich und Italien. Durch Reformation, die französische Revolution und die Säkularisation von 1803 gingen viele Niederlassungen verloren, bis Papst Pius IX. den Orden 1847 aufhob.

Aufgrund des Kreuzes mit zwei Querbalken, welches die Ordenmitglieder auf ihren schwarzen Habiten trugen, wurden sie auch als „Kreuzherren“ bekannt (wie auch OSC und OCr).

In Deutschland existieren zahlreiche Heilig-Geist-Spitäler, von denen einige auf die Brüder vom Heiligen Geist zurückgehen.

Einzelnachweis

  1. Deutscher Verband Frau und Kultur e. V., Gruppe Lübeck: Weihnachtsmarkt im Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck. Faltblatt vom November 2010.

Literatur

  • Hannes Lambacher – Klöster und Spitäler Die Geschichte der Stadt Memmingen ISBN 3-8062-1315-1

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