Buche

Buche
Buchen
Rotbuche (Fagus sylvatica)

Rotbuche (Fagus sylvatica)

Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Buchengewächse (Fagaceae)
Unterfamilie: Fagoideae
Gattung: Buchen
Wissenschaftlicher Name
Fagus
L.
Laub im Buchenwald des Rodenbeker Quellentals im Norden Hamburgs
Diese „Windbuchen“ auf dem Schauinsland sind durch den Wind verformte Rot-Buchen.

Die Buchen (Fagus) sind eine Gattung in der Familie der Buchengewächse (Fagaceae). In Europa sind 2 Arten heimisch, die Rotbuche (F. sylvatica) und die Orientbuche (F. orientalis).

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Die Gattung ist mit acht bis elf Arten in der nördlichen gemäßigten Zone Europas, Amerikas und Asiens vertreten. Die größte Artenvielfalt findet sich im Osten Asiens. Die Buchen bevorzugen ein wintermildes und sommerkühles, feuchtes ozeanisches Klima. Gebiete mit strengen Winter- und Spätfrösten und starker Trockenheit werden gemieden. In ihren südlichen Verbreitungsgebieten sind die Buchen auf die Gebirgslagen beschränkt.

Fossil sind Buchen seit dem Tertiär nachgewiesen. Vor 10 Mio. Jahren kennzeichnet ihr vermehrtes Aufkommen, etwa in Sedimenten der Niederrheinischen Bucht, eine langsame Abkühlung des bis dahin im Rheinland subtropischen Klimas.

Beschreibung

Buchen sind sommergrüne Bäume mit glatter, grauer Rinde. Nur selten wird im Alter eine schwache Borke ausgebildet. Die Laubblätter stehen wechselständig und sind ganzrandig, gekerbt oder gezähnt. Sie haben am Rand kleine Härchen, schmale Nebenblätter werden ausgebildet. Buchen sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch) und werden vom Wind bestäubt (Anemophilie). Die männlichen Blütenstände sind kätzchenartig. Die weiblichen Blüten sitzen zu dritt zusammen. Aus ihnen bilden sich die Bucheckern. Dies sind dreikantige Nüsse, die zu zweit oder zu dritt in einem sogenannten Achsenbecher (Cupula) sitzen.

Nutzung

Die Buchen besitzen ein zerstreutporiges, hartes und schweres Holz mit hoher Biegefestigkeit. In Kontakt mit der Witterung ist es wenig dauerhaft. Das Buchenholz hat einen farblich homogenen Aufbau, bei älteren Exemplaren wird zum Teil ein dunklerer fakultativer Kern ausgebildet ("Rotkern"). Durch Dämpfen des Rohholzes wird die Holzfarbe intensiviert („angefeuert“), ebenso durch das Aufbringen von ölhaltigen Holzversiegelungen oder von Wasserlacken. Das Holz der Buchen wird massiv und als Furnier im Möbelbau und für den Innenausbau verwendet.

Die Buchen liefern auch ein hochwertiges Brennholz, das sich leicht spalten lässt. Durch seinen hohen Brennwert und das schöne Flammenbild gilt es als eines der besten Hölzer für Ofen und Kamin und es sprüht zudem nur wenig Funken.

Die Bucheckern enthalten 45 bis 50% Öl. Aus 100 kg können 30 kg Speiseöl gewonnen werden. Bucheckern sind roh essbar. Vom Verzehr größerer Mengen muss aber abgeraten werden, da sie das schwach giftige Trimethylamin (auch Fagin genannt) enthalten. Der Verzehr von etwa 50 Bucheckern kann Erbrechen, Durchfall, Krampf- und Lähmungserscheinungen verursachen. Das Speiseöl ist frei von Fagin.

Systematik

Es werden acht bis elf Buchenarten (Fagus) unterschieden:

  • Zackenblättrige Buche (F. asplenifolia)
  • Kerb-Buche (F. crenata) (syn. F. sieboldii)
  • Englers Buche (F. engleriana)
  • Amerikanische Buche (F. grandifolia) (syn. F. americana, F. ferruginea)
  • Taiwan-Buche (F. hayatae)
  • Japanische Buche (F. japonica)
  • Chinesische Buche (F. longipetiolata)
  • Glänzende Buche (F. lucida)
  • Mexikanische Buche (F. mexicana)
  • Orient-Buche (F. orientalis)
  • Rotbuche (F. sylvatica)

Die Blätter von F. orientalis, F. sylvatica und F. grandifolia sind unterschiedlich geformt:

Abgrenzung von ähnlich benannten Gattungen

Buche am Monte Cimino
Rotbuchen in einem Wald
  • Die Gattung der Hainbuchen oder Weißbuchen (Carpinus) ist den Buchen auf den ersten Blick ähnlich, gehört aber zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae).
  • Die Gattung der Scheinbuchen (Nothofagus), die den Buchen im Aussehen auch ähnelt, ist ausschließlich in der südlichen Hemisphäre heimisch und gehört zur Familie der Scheinbuchengewächse (Nothofagaceae).

einige Parasiten und Symbionten

Sonstiges

Literatur

  • Peter Schütt (Hrsg.): Lexikon der Forstbotanik. ecomed, Landsberg/Lech 1992, S. 165, ISBN 3-609-65800-2.

Weblinks


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