Aachener Printen
Ungeformte Printe
Printen-Denkmal
Künstlicher Printenmann als Wahrzeichen auf dem Aachener Weihnachtsmarkt

Aachener Printen sind ein Gebäck, das seinen Ursprung in Aachen hat. Dort sind zahlreiche Printen- und Schokoladenhersteller angesiedelt. Die Bezeichnung „Aachener Printe“ ist von der EU als Herkunftsbezeichnung geschützt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die ersten Gebäcke dieser Art stammen vermutlich aus dem belgischen Dinant, wo seit rund 1000 Jahren Gebildbrote hergestellt wurden. Diese sind auch heute noch als „Couques de Dinant“ eine bekannte Spezialität der Maasstadt, die auch dort wie in Aachen gerne als Mitbringsel von Touristen gekauft werden. Vermutlich waren es die von Dinant im 15. Jahrhundert nach Aachen eingewanderten Kupferschläger, welche diese Tradition in die neue Heimat gebracht haben.

Apotheker verkauften als erste Gebäcke dieser Art, da man dem Honig und den anderen im Teig erhaltenen Gewürzen diverse Heilwirkungen zusprach.

Namensherkunft

Da es damals zwei Lebkuchensorten gab, einmal Helle mit Honig gesüßte und Dunkle mit dem Zuckersirup und beide als "Pletz" bezeichnet wurden, musste man ein neus Wort suchen. Da die Worte Prent bzw. Print soviel wie "Abdrucke" bedeuten, bezeichneten die Aachener bis heute ihre Bildlebkuchen Printen.[1]

Zutaten

Die modernen Aachener Printen werden nicht wie die Nürnberger Lebkuchen mit Honig gesüßt, sondern seit Anfang des 19. Jahrhunderts mit Sirup aus der Zuckerrübe. Der Wildblütenhonig, der vorher aus Amerika importiert wurde, stand wegen einer damals verhängten Kontinentalsperre nicht mehr zur Verfügung, auch Rohrzucker gab es nicht. Napoleon förderte aber den Anbau von Zuckerrüben, und so nutzte man notgedrungen den daraus gewonnenen Sirup zur Printenherstellung. Der Teig wurde durch den Sirup zäher und der Geschmack herber, aus Tradition blieb man später dabei.

Die genauen Rezepte, besonders die Würzmischungen der Printen, werden von den Printenbäckern geheim gehalten. Die Mischung besteht aus Zimt, Anis, Nelken, Kardamom, Koriander, Piment, aber auch Orangeat und Ingwer werden verwendet.

Ursprünglich waren Printen ausschließlich Gebildegebäcke, daher auch der Name wallonischen Ursprungs. Durch geringeren Triebmittelzusatz war die Struktur der Figuren nach dem Backen noch gut zu erkennen. Allerdings waren die Printen sehr hart zum Anbeißen. Durch den sich im Laufe der Zeit ändernden Geschmack der Käufer wurden mehr Triebmittel (ursprünglich Hirschhornsalz und Pottasche) zugesetzt, dies war der Durchbruch zu der heutigen Handelsform, den Schnittprinten.

Diese findet man in vielen Geschmacksvarianten, in ihrer Naturform als Kräuterprinte, mit Schokoladenüberzug, mit Nüssen oder Mandeln, mit Zuckerglasur (Prinzessprinten), mit Marzipan, aber auch als Saft- oder Weichprinte.

Printenformen

Ursprünglich wurden häufig religiöse Motive als Backmodel verwendet. Im frühen 19. Jahrhundert bestimmten französische und danach preußische Soldatenmotive die Printenform. Ähnlich dem Humor des rheinischen Karnevals konnte man so, zumindest symbolisch, den ungeliebten Besatzern den Kopf abbeißen.

Printen zum Sonntagsbraten

  • Auch beim Wildbraten runden Süße und Würze der Printen den Geschmack ab.
  • Das Printenparfait wurde als Spezialität aus der Spitzengastronomie bekannt.

Siehe auch

Literatur

  • Karl F. Kittelberger: Lebkuchen und Aachener Printen - Geschichte eines höchst sonderbaren Gebäcks. Meyer & Meyer, Aachen 1988, ISBN 3-89124-069-4
  • Werner Setzen: Das Aachener Printenbrevier. Meyer & Meyer Regionalia; 3. überarbeitete Auflage, Aachen 2009, ISBN 978-3-89899-334-0

Einzelnachweise

  1. http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=8225500 ab 6:00 Min.

Weblinks

 Commons: Aachener Printen – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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