Buenos Aires (Provinz)
Buenos Aires
Basisdaten
Wappen

(Details)

Flagge

(Details)

Hauptstadt: La Plata (Stadt)
Fläche:

 - Gesamt
 - Anteil an Argentinien

Rang 1 von 24

307 571 km²
11,11

Bevölkerung

 - Gesamt 2001
 - Dichte

Rang 1 von 24

13 827 203 Einwohner
45 Einwohner/km²

Lage der Provinz Buenos Aires
ISO 3166-2-Code AR-B
Politik
Region keine
Gliederung: 134 Partidos
Gobernador Daniel Scioli
Internetpräsenz der Provinz Buenos Aires

Die Provinz Buenos Aires (Provincia de Buenos Aires) liegt im Osten Argentiniens inmitten der fruchtbaren Pampa-Ebene. Sie ist mit mehr als einem Drittel der Gesamtbevölkerung Argentiniens die bevölkerungsreichste und auch die flächenmäßig größte Provinz des Landes. Im Nordosten der Provinz, am Río de la Plata, liegt die Hauptstadt der Republik Argentinien, Buenos Aires, die jedoch selbst (im Gegensatz zu ihren Vororten) nicht Teil der Provinz ist. Anders als alle anderen Provinzen Argentiniens ist Buenos Aires nicht in Regionen organisiert. Das liegt daran, dass die Hauptaufgabe der Regionen es ist, einen wirtschaftlichen Gegenpart zu Buenos Aires zu stellen. Hauptstadt der Provinz ist das im Ballungsraum Buenos Aires gelegene La Plata.

Inhaltsverzeichnis

Geographie und Klima

Die Provinz grenzt im Norden an Santa Fe und Entre Ríos, im Osten an Uruguay, im Südosten an den Atlantik, im Süden an Río Negro und im Westen an La Pampa.

Geographisch gehört sie vollständig zur Pampa-Region, bis auf den äußersten Süden, der zu Patagonien gehört. Die markantesten Gebirgszüge sind die Sierra de la Ventana (bis 1100 Meter) und die Sierra de Tandil (bis 600 Meter).

Das Klima ist gemäßigt und ozeanisch, mit warmen Sommern und milden Wintern, sowie einer ständig hohen Luftfeuchtigkeit und hohen Niederschlagsmengen das ganze Jahr über. Nach Westen und Südwesten hin wird es trockener.

Bevölkerung und Städte

In der Provinz leben etwa ein Drittel der Landesbevölkerung. Besonders konzentriert sie sich im Gebiet rund um die nicht zur Provinz gehörende, sondern einen eigenen Bundesdistrikt bildende Landeshauptstadt Buenos Aires, dem sogenannten Gran Buenos Aires. Dort wohnen zwei Drittel der Provinzbevölkerung. Größte Stadt der Provinz ist der Bonaerenser Vorort La Matanza (1,1 Mio. Einwohner), gefolgt von der Provinzhauptstadt La Plata (850.000) und dem Seebad Mar del Plata (700.000). Weitere bevölkerungsreiche Städte sind Bahía Blanca, San Nicolás, Zárate und Tandil.

Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Nachkommen von Spaniern, Italienern und Briten, wobei letztere vor allem im Süden der Provinz anzutreffen sind. Nennenswerte Indianeransiedlungen gibt es allenfalls im äußersten Süden (Tehuelches, fast zu 100% mestizisiert).

Geschichte

Aus europäischer Sicht wurde das Provinzgebiet zum ersten Mal von Juan Díaz de Solís 1516 betreten. Frühe Siedleraktivitäten scheiterten jedoch, so musste der 1536 an der Küste des Río de la Plata aktive Pedro de Mendoza 1541 seine Siedlung Santa María del Buen Ayre wieder aufgeben. Die endgültige Besiedlung der Provinz geht auf den Gründer von Buenos Aires Juan de Garay zurück, der 1580 in der Umgebung der Stadt ein Encomienda-System einrichtete. Aus den umgebenden Estancias entstanden im Norden der heutigen Provinz zahlreiche aufstrebende Städte.

Als eigenständige territoriale Einheit besteht die Provinz jedoch erst seit dem 2. Februar 1820. Sie umfasste damals ein weitaus größeres Gebiet als heute: den gesamten zentralen Westen bis zu den Anden sowie ganz Patagonien. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts kontrollierten die regierungstreuen Truppen jedoch abgesehen von einigen Enklaven wie Carmen de Patagones nur den Norden des heutigen Provinzgebietes, der Süden und ein großer Teil des zentralen Westens wurden von Ureinwohnern beherrscht.

Der Estado de Buenos Aires (1853–1862). In Blau die effektiv kontrollierten, in hellem Violett die beanspruchten Gebiete

Da die Argentinische Konföderation (Confederación Argentina) mit Ausnahme des kurzen Zeitraums zwischen 1826 und 1827 keine Zentralregierung besaß, war die Provinz Buenos Aires, die damals auch die Stadt Buenos Aires mit umfasste, de facto ein unabhängiger Staat. Sie hatte aber eine Vormachtstellung unter den anderen Provinzen inne, so war ihr Gouverneur mit der Außenpolitik des losen Staatenbundes beauftragt. Insbesondere Juan Manuel de Rosas, Gouverneur zwischen 1829 und 1832 sowie zwischen 1835 und 1853, baute diese Privilegien aus und errichtete eine Diktatur, von der auch die anderen Provinzen insbesondere wegen der Konzentration der Exporte auf den Hafen von Buenos Aires sowie militärische Interventionen Rosas' weitgehend abhängig waren. Es gelang ihm aber nicht, das Land zu einigen.

Im Jahre 1853 weigerte sich die Provinz Buenos Aires, am konstitutionellen Kongress teilzunehmen und trennte sich von Argentinien. Damit war sie kurzzeitig ein unabhängiger Staat, der Estado de Buenos Aires genannt wurde, von den anderen Provinzen jedoch nicht anerkannt wurde. Erst 1862 trat die Provinz Buenos Aires dem Staatenbund wieder bei, der daraufhin in República Argentina umbenannt wurde.

Nachdem die regierungstreuen Truppen bis 1880 im Rahmen der sogenannten Conquista del Desierto, einem Feldzug gegen die Mapuche und Tehuelche, weit nach Süden vorgedrungen waren, wurden große Teile des Territoriums abgetrennt und 1884 eine Reihe von Nationalterritorien errichtet: La Pampa, Neuquén, Chubut, Santa Cruz und Tierra del Fuego. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts bekamen auch diese den Provinzstatus zuerkannt.

Im Jahre 1882 wurde die Stadt Buenos Aires, die bis dahin Hauptstadt der Provinz war, von dieser abgetrennt und gleichzeitig zur Hauptstadt Argentiniens erklärt. Als neue Hauptstadt der Provinz wurde im selben Jahr die Stadt La Plata gegründet.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden auch die Gebiete des bis dahin nahezu unbewohnten Süd- und Südwestteils der Provinz besiedelt. Ab etwa 1890 entstand an der Atlantikküste ein reger Tourismus, während die Landwirtschaft großflächig auf den Rest der Provinz ausgedehnt wurde.

Politisches System

Die derzeit gültige Verfassung der Provinz Buenos Aires stammt aus dem Jahre 1994.

Die Legislative der Provinz besteht aus zwei Kammern, der Deputiertenkammer (Cámara de Diputados) und dem Senat (Senado) zusammen. Die Mitglieder beider Kammern werden auf vier Jahre gewählt, wobei alle zwei Jahre die Hälfte neu gewählt wird. Sie dürfen nicht gleichzeitig Staatsangestellte sein. Die beiden Kammern tagen normalerweise getrennt und treten nur in bestimmten Sonderfällen als Asamblea Legislativa gemeinsam zusammen.

An der Spitze der Exekutive der Provinz steht der Gouverneur (Gobernador), der zusammen mit dem Vizegouverneur (Vicegobernador) in direkter Wahl auf vier Jahre gewählt wird. Die Wahl findet gemeinsam mit einer Wahl der Hälfte der Abgeordneten statt. Eine einmalige Wiederwahl in Folge zum Gouverneur oder Vizegouverneur ist zulässig. Der Vizegouverneur vertritt den Gouverneur, sofern dieser sein Amt nicht ausüben kann, und übernimmt im Falle von dessen Tod, Absetzung oder Rücktritt das Amt des Gouverneurs bis zum Ende der regulären Amtszeit. Sollten sowohl der Gouverneur als auch der Vizegouverneur aus dem Amt geschieden sein, übernimmt der Erste Vizepräsident des Senats provisorisch deren Funktion, muss jedoch unverzüglich eine Sitzung der Asamblea Legislativa einberufen, die einen interimistischen Gouverneur wählt. Dieser übt sein Amt bis zum nächsten anstehenden Termin für die Neuwahl der Hälfte der Abgeordneten aus, gemeinsam mit diesen werden dann Gouverneur und Vizegouverneur neu gewählt.

Verwaltungsgliederung

Die Provinz Buenos Aires ist administrativ in 134 Partidos gegliedert, die gleichzeitig als Einheiten der lokalen Selbstverwaltung fungieren und in dieser Eigenschaft als Municipios bezeichnet werden.

Die Municipios verfügen jeweils über eine einen Intendente, der die Exekutive leitet, und einen Concejo, der je nach Einwohnerzahl zwischen 6 und 24 Mitgliedern (Concejales) hat. Sowohl der Intendente als auch die Concejales werden für eine Amtszeit von vier Jahren direkt gewählt, wobei jeweils alle zwei Jahre die Hälfte der Concejales neu gewählt wird. Die Wahlen finden jeweils zusammen mit den Wahlen zum Provinzparlament statt. Die Amtsträger der Municipios dürfen nicht zugleich Ämter in der Exekutive, Legislative oder Judikative auf der Ebene des Gesamtstaates oder der Provinz bekleiden und auch keine bezahlten Angestellten des Municipio oder Angehörige der Polizei sein. Ausländer, die die spanische Sprache beherrschen, seit mindestens zwei Jahren im Municipio leben und Steuern zahlen, haben genauso wie argentinische Staatsbürger das aktive und das passive Wahlrecht zum Concejo, sie dürfen jedoch nicht mehr als ein Drittel der Sitze im Concejo innehaben.

Siehe auch: Liste der Partidos der Provinz Buenos Aires

Die Provinz Buenos Aires aus dem Weltall

Wirtschaft

Fast das gesamte Territorium der Provinz wird landwirtschaftlich genutzt oder dient der Viehzucht. In allen Städten gibt es agroindustrielle Betriebe, die die Erzeugnisse verarbeiten. Zudem gibt es rund um die Großstädte eine diversifizierte Industrie (Automobilindustrie in General Pacheco bei Buenos Aires, Chemieindustrie in Bahía Blanca, Stahlindustrie in Campana). Etwa 60% der gesamten Industrie des Landes konzentrieren sich in dieser Provinz.

Eine weitere wichtige Einnahmequelle ist der Tourismus, vor allem an der südlichen Atlantikküste der Provinz, an der mit Mar del Plata, Necochea, Miramar, Villa Gesell und Pinamar die fünf bedeutendsten Badeorte Argentiniens liegen. Ebenfalls von Bedeutung ist die Region nahe der Mündung des Río de la Plata, die sogenannte Atlántida Argentina, mit den Ferienzentren San Clemente del Tuyú, Santa Teresita und Mar de Ajó.


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