Aadu Birk
Ado Birk

Aadu Birk (auch Ado Birk, Aado Birk, russisch-orthodoxer Taufname Awdei oder Awdi) (* 14. November 1883 in Tarvastu, Landkreis Viljandi/Estland; † 2. Februar 1942 im Gefangenenlager Soswa, Oblast Swerdlowsk/Sowjetunion) war ein estnischer Politiker und 1920 kurzzeitig Ministerpräsident und Staatsoberhaupt der Republik Estland.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung

Der Vater von Aadu Birk war Pächter eines Bauernhofs. Die Familie gehörte zur orthodoxen Kirchengemeinde von Suislepa in der Landgemeinde Tarvastu. Nach Abschluss des theologischen Seminars in Riga studierte Aadu Birk 1905-1907 an der Theologischen Akademie in Sankt Petersburg und danach Rechtswissenschaft in Tartu (1907/08), Sankt Petersburg (1908-1911) und Leipzig (1911).

Politiker

1911/12 wurde Aadu Birk Leiter des Tallinner Statistikamts und 1912-1917 Anwalt in der Kanzlei von Jaan Poska. 1917 Sekretär des Landrates (Maanõukogu), 1918/19 dessen Vorsitzender und 1919/20 stellvertretender Vorsitzender der Konstituierenden Versammlung. Estnischer Außenminister 1919/20 und 1925. Vom 28. Juli bis 30. Juli 1920] de jure estnischer Ministerpräsident und Staatsoberhaupt, ohne dass er sein Amt angetreten hat.

Von 1922-1926 war Aadu Birk estnischer Gesandter in Moskau. Nach Streitigkeiten mit dem estnischen Außenministerium weigerte er sich, seiner Abberufung Folge zu leisten und nach Estland zurückzukehren. 1926 fiel er einem Komplott der sowjetischen Geheimpolizei GPU zum Opfer und wurde inhaftiert. 1927 gelang ihm die Rückkehr nach Estland. Dort wurde er des Geheimnisverrats für die Sowjetunion angeklagt, jedoch im November 1927 freigesprochen. Sein Verteidiger war der Anwalt und Politiker August Rei. Danach war Aadu Birk als Geschäftsmann in Tallinn und als ökumenischer Sekretär der Estnisch Apostolisch-Orthodoxen Kirche tätig.

Verhaftung

Aadu Birk wurde nach der Besetzung Estlands am 14. Juni 1941 durch das NKWD verhaftet und zum Tode verurteilt. Er starb noch vor der Vollstreckung im Gefangenenlager Soswa.

Literatur

  • Heinrich Laretei: Saatuse mängukanniks: mällu jäänud märkmeid. Eesti Kirjanike Kooperatiiv, Lund 1970.
  • Tiiu Põld: Märgitud mees. NKVD kuritööd Eestis aastail 1940–1941. Tänapäev, Tallinn 2000, ISBN 9985-9243-6-3.

Weblinks


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