Aarwangen
Aarwangen
Wappen von Aarwangen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern
Verwaltungskreis: Oberaargauw
Gemeindenummer: 0321i1f3f4
Postleitzahl: 4912
Koordinaten: (625154 / 232358)47.241667.770846437Koordinaten: 47° 14′ 30″ N, 7° 46′ 15″ O; CH1903: (625154 / 232358)
Höhe: 437 m ü. M.
Fläche: 9.90 km²
Einwohner: 4205 (31. Dezember 2009)[1]
Website: www.aarwangen.ch
Karte
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Über dieses Bild
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Aarwangen (im einheimischen Dialekt: [ɑrˈʋɑŋːgə])[2] ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Oberaargau des Kantons Bern in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schloss Aarwangen

Aarwangen entstand am rechten Ufer der Aare beim Flussübergange auf dem Wege von Langenthal über Balsthal nach Basel. Der Ortsname ist 1251 und in späteren Abschriften von zweien Documenten aus der Zeit um 1200/’25 als Arwangen bezeugt. Es handelt sich dabei ursprünglich um einen zusammengesetzten Flurnamen mit ahd. wang ‚sanft geneigte Wiese, Au, Halde, Feld, Ebene, Land‘ als Hinterglied.[2]

Bis im 18. Jahrhundert die Kunststrassen und im 19. Jahrhundert die Eisenbahn gebaut wurden, war der Aare-Fluss ein rege benützter Handelsweg. Aarwangen war der Umschlagplatz für Waren aus der Westschweiz und der Ostschweiz. Schon im 16. Jahrhundert verfügte Aarwangen über eine gedeckte Holzbrücke. Gesichert wurde der Übergang durch die Burg und finanziert durch eine Zollstation. Bei Aarwangen lag im Hochmittelalter die Grenze zwischen Burgundern (in der Westschweiz) und Alemannen (in der Ostschweiz).

Das Gemeindewappen ist in Schwarz und Silber gehalten. Es entspricht dem Siegel der Herren von Aarwangen. Mit deren Aussterben im Jahre 1341 gingen Dorf und Herrschaft an die Freiherren von Grünenberg (siehe Ruine Grünenberg in Melchnau), die ebenfalls Ministeriale der Habsburger waren. Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt Bern zur regionalen Grossmacht. Als 1415 die Eidgenossen den Habsburgern den Aargau entrissen, mussten sich die Grünenberger neu orientieren und verkauften schliesslich 1432 die Herrschaft Aarwangen an Bern.

Damit war der Grundstein der Landvogtei im Schloss Aarwangen gelegt. Sie blieb bis zum Ende des Bernischen Stadtstaates im Frühjahr 1798 bestehen. Insgesamt residierten 75 Landvögte im Schloss Aarwangen, wo ihre Wappen noch heute eine Wand zieren.

Im Jahre 1803 wurde der Kanton Bern in Amtsbezirke aufgeteilt. Aarwangen wurde Bezirkshauptort. Heute hat das Kreisgericht Aarwangen-Wangen seinen Sitz im Schloss.

Geographie

Aarwangen liegt im Oberaargau im Schweizer Mittelland an beiden Aareufern, wobei der weitaus grösste Teil der Gemeinde auf das südliche Ufer entfällt. Die Siedlungsstruktur besteht aus der Ortschaft Aarwangen mit den Quartieren Bleuerain, Riedgass, Hard, Farnere, Hof und Mumenthal sowie dem Weiler Meiniswil. Am nördlichen Aareufer liegt im Ortsteil Schürhof ein kleiner Brückenkopf auf Aarwanger Gebiet. Südlich der Brücke steht das Schloss Aarwangen.

Die Nachbargemeinden sind Bannwil, Schwarzhäusern, Wynau, Roggwil, Langenthal und Thunstetten. Aarwangen entwickelte sich neben Langenthal und der Gemeinde Herzogenbuchsee zur drittgrössten Gemeinde im Oberaargau. Die Agrar- und Siedlungsfläche der Gemeinde Aarwangen umfasst 599 Hektaren. Die Agrarfläche wird heute noch von 29 Landwirtschaftsbetrieben bewirtschaftet.

Verkehr

Aarwangen ist verkehrstechnisch gesehen gut erschlossen. Durch Aarwangen verläuft die meterspurige Bahnstrecke der ehemaligen Langenthal-Jura-Bahn, die inzwischen von der Aare Seeland mobil (ASm) betrieben wird und über mehrere Haltestellen im Dorf verfügt. Im Halbstundentakt werden zu Stosszeiten, sonst stündlich, folgende Linien befahren:

  • Aarwangen–Langenthal–St. Urban; mit Anschluss nach Bern/Zürich in Langenthal
  • Aarwangen–Niederbipp–Solothurn; mit Anschluss nach Biel in Niederbipp und Solothurn

In gut 10 Autominuten erreicht man den Autobahnanschluss 43 der A1 in Niederbipp.

Fauna und Flora

Die Gegend um Aarwangen ist Lebensraum der in der Schweiz sehr seltenen Libellenart Helm-Azurjungfer. Dieser Standort gehört zum europäischen Naturnetzwerk Smaragd. Dieses erstreckt sich über die zahlreichen kleinen Bäche, welche in der Gemeinde noch vorkommen. Diese verlaufen u. a. in den Feldern zwischen Aarwangen und Meiniswil sowie von dort in Richtung Aare.

Gemeinderat

An der Gemeinderatswahl vom 9. November 2008, wurde der Gemeinderat von bisher 9 Sitzen auf 7 Sitze verkleinert[3]. Er setzt sich nun wie folgt zusammen[4]:

  • Hans Leuenberger, Gemeinde-/Gemeinderatspräsident, Ressort Präsidiales, SVP
  • Peter Steffen, Gemeinde-/Gemeinderatsvizepräsident, Ressort öffentliche Sicherheit, SP
  • Rentsch, Susanne, Ressort Schule (parteilos)
  • Gerhard Lüdi, Ressort Bau, SP
  • Christian Mom, Ressort Betriebe, FDP
  • Adrian Nyffeler, Ressort Finanzen, FDP
  • Edgar Wyss, Ressort Soziales, SVP

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Aarwangen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden
  2. a b Gabrielle Schmid/Andres Kristol: Aarwangen BE (Aarwangen) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 74.
  3. mzbern.ch: http://www.mzbern.ch. Stand 25. Februar 2009.
  4. aarwangen.ch: http://www.aarwangen.ch/index.html?&page_id=43&node=34&level=1&l=2

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