Burg Berge


Burg Berge

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Burg Berge
Vermutlicher Standort des ehemaligen Hauptgebäudes

Vermutlicher Standort des ehemaligen Hauptgebäudes

Entstehungszeit: um 1060
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Burghügel, geringe Mauerreste
Ständische Stellung: Grafen, Herzöge
Bauweise: Bruchstein
Ort: Odenthal-Altenberg
Geographische Lage 51° 3′ 4″ N, 7° 7′ 44″ O51.0511111111117.1288888888889Koordinaten: 51° 3′ 4″ N, 7° 7′ 44″ O
Burg Berge (Nordrhein-Westfalen)
Burg Berge
Künstlicher Hügel in der Verteidigungsanlage, der als „Berg“ vermutlich namensgebend für die Grafen vom Berg wurde
Freigelegte Bruchsteinmauer in der Flanke des künstlichen Hügels

Die Burg Berge in Odenthal-Altenberg war der erste befestigte Stammsitz des Adelsgeschlechts der Grafen (später Herzöge) von Berg. Die Überreste auf einem steil abfallenden Berghügel am Dhünnufer sind heute als Bodendenkmal geschützt.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte

Der Burgplatz wird mit dem Keldachgau in Verbindung gebracht. Die noch erkennbare Ruine der Burg Berge wurde vermutlich um das Jahr 1060 errichtet. Der später zum Grafen ernannte Adolf I. gab sich ab 1080 den Beinamen „de Berge“, der ab 1090 in „de monte“ latinisiert wurde. 1133 zogen die Grafen von Berg auf ihre ab 1118 neu angelegte Burg Neuenberge , später dann Schloss Burg genannte, in Burg an der Wupper.

Graf Adolf II. begann am Ort der zuvor teilweise abgebrochenen Burg in Übereinstimmung mit seinem frommen Bruder Eberhard schon im gleichem Jahr mit dem Bau des „Klosters zum alten Berge“ (in anderen Quellen: „Monasterium Sanctae Mariae de Berge“) für eine Delegation von zwölf Mönchen aus dem Zisterzienserkloster Morimond in Brabant-Burgund. Bis zur geplanten Fertigstellung residierten diese unter Führung des Abtes Berno in den Resten der alten Stammburg.

Kurze Zeit darauf wurde aber der Klosterbau gestoppt und in das Tal verlegt. Der Grund waren die besseren Voraussetzungen am Fluss Dhünn für die Einhaltung der zisterziensischen Bau- und Lebensvorschriften. 1145 wurde das neue Kloster Altenberg, für das Material aus der alten Feste gebrochen wurde, schließlich insoweit fertiggestellt, als in diesem Jahr die erste Klosterkirche geweiht wurde.

Beschreibung der Burg Berge

Eine Beschreibung in den Jahrbüchern des Vereins von Alterthumsfreunden des Rheinlands überliefert den Zustand der Burganlage 1879: In der Pfarrei Odenthal, Kreis Mülheim, findet sich östlich von der früheren Abtei Altenberg, eine unter dem Namen »Erbericher alte Burg« bekannte altdeutsche Befestigung auf einem bewaldeten Berge unweit des Dünnbachs. Wir sehen hier zuerst einen Graben, teilweise zerstört, mit dahinter liegendem Walle, vom nördlichen Abhange des Berges über seine Fläche bis zum Rande des südlichen gezogen. Hundert Schritte weiter findet sich ein ähnlicher, welcher 96 Schritte lang ist, und 90 Schritte weiter finden wir einen andern von 112 Schritten Länge. Unmittelbar hinter diesem ziehen sich zwei Gräben und zwei Wälle hin.[1] Die Beschreibung von Kombüschen und seiner Vermutung von Gräbern ist nicht nachvollziehbar.

Ausgrabungen 1981

1981 fand eine archäologische Untersuchung des Geländes statt, die den eindeutigen Beweis der verdächtigen Stelle als Standort der Burg Berge und einen ungefähren Plan der ehemaligen Bebauung erbrachte. Danach läuft die unbefestigte Straße entlang der Burg durch den ehemaligen Burggraben, der so bei der Anlage der Straße zerstört wurde. Das Plateau auf dem Burgberg stellt den ehemaligen Burghof dar, die Erhebung aus natürlich gewachsenem Fels diente vermutlich als Fundament des Haupthauses. Interessant ist die größte Erhebung auf dem Burggelände: ein künstlicher Hügel, wohl nach dem sich die Grafen „von Berge“ nannten und nach dem nun das Bergische Land benannt ist. Da sowohl die Grafen von Berg als auch die Zisterzienser die Burg geplant räumten, wurden große und kostbare Fundstücke bei der Grabung nicht erwartet und auch nicht gefunden. In ehemaligen Abfallhaufen an den steilen Flanken des Burgberges konnten aber neben vielen Scherben und Küchenabfällen auch einige interessante Stücke gesichert werden. Hierzu gehören unter anderem ein Spielwürfel aus Tierknochen, ein Spielstein aus Bein, ein vergoldeter zweiteiliger Anhänger (möglicherweise von einem Pferdegeschirr) und ein paar Münzen. Aus Italien stammende Fliesen und Blei aus Bleiverglasungen zeugen von einem gewissen Reichtum der Grafen.

Derzeitiger Zustand

Die oberirdisch erhaltenen Reste der Burg sind gering und nur undeutlich erkennbar. Es handelt sich dabei um alte Bruchsteinmauern mit jedoch noch erkennbaren Mörtelresten. Versuchte Raubgrabungen machten offensichtlich, dass unterirdisch noch die Außenmauern der Burg vorhanden sind und dass der künstliche Hügel als höchste Erhebung auf dem Burggelände einen gemauerten Untergrund besitzt. Derzeit werden Wege auf dem und um das Burggelände angelegt, um das Gelände zugänglich zu machen und Burg Berge touristisch zu erschließen.

Literatur

  • Matthias Untermann: Die Grabungen auf der Burg Berge, Köln 1984

Weblinks

 Commons: Burg Berge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. http://www.archive.org/stream/jahrbcherdesver01rheigoog/jahrbcherdesver01rheigoog_djvu.txt

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