Abayudaya

Die Abayudaya (Kinder von Juda) sind eine Gemeinschaft schwarzafrikanischer Juden, die in Uganda am Fuße des Mount Elgon hauptsächlich in Nabugoya bei Mbale und Pallisa lebt und etwa 750 Mitglieder umfasst.

Synagoge der Abayudaya-Gemeinde bei Mbale

Die jüdische Gemeinde bildete sich um den Krieger Semei Kakungulu, der unter britischer Herrschaft zuerst protestantischen Glauben angenommen hatte. Nach dem Bruch mit den Briten wandte er sich der christlichen Sekte der Abamalaki zu, die jüdische Elemente in ihren Glauben aufgenommen hatte. Der jüdische Glauben faszinierte Kakungulu so sehr, dass er sich 1919 von den Abamalaki abwandte und erklärte, nun Jude zu sein und nach den jüdischen Geboten zu leben. Er scharte Anhänger um sich, mit denen er bei Mbale siedelte. Aber erst 1926, als die Gemeinde erstmals Kontakt zu einem weißen Juden hatte, der einige Zeit bei der Gemeinde verbrachte und sie die jüdischen Rituale lehrte, wurde der Glaube an Jesus Christus endgültig abgelegt.

Während der Diktatur des Idi Amin begann eine Verfolgung der Abayudaya, die mittlerweile 3000 Personen und 30 Synagogen umfasste, die zum Tod vieler Gemeindemitglieder und zur Zerstörung aller Synagogen und der heiligen Bücher führte.

Erst 2002 erfolgte eine teilweise Anerkennung durch die jüdische Weltgemeinde, als ein Rabbinergericht, ein Bet Din aus drei konservativen und einem Reform-Rabbiner über 400 Gemeindemitglieder offiziell zum Judentum konvertierte. Die Abayudaya hatten zu keiner Zeit Kontakt zu den Falascha, den Beta Israel in Äthiopien; von deren Existenz haben sie erst in den neunziger Jahren erfahren.

Insgesamt unterhält die Gemeinde heute fünf Synagogen. Ihr spiritueller Leiter, Rabbi Gershom Sizomu, erwarb eine formelle rabbinische Ausbildung an der zum konservativen Judentum gehörenden University of Judaism in Los Angeles. Er wurde im Mai 2008 offiziell zum Rabbiner ordiniert.[1]

Die religiöse Musik der Abayudaya orientiert sich an der traditionellen jüdischen Liturgie, verwendet für die gesungenen Gebete aber häufig Melodien der örtlichen ugandischen Tradition. Darüber hinaus gibt es zahlreiche autochthone religiöse Lieder.

Inhaltsverzeichnis

Literatur

  • Richard Sobol: Abayudaya - The Jews of Uganda / photography and text by Richard Sobol; music CD annotated by Jeffrey A. Summit, New York/London 2002; ISBN 0-789-20776-1
  • Michael Twaddle: Kakungulu & Creation Of Uganda: 1868-1928, Ohio University Press 1993; ISBN 0-8214-1059-8

Diskographie

  • Kohavim Tikvah Choir: Shalom Everybody Everywhere! introducing the Abayudaya Jews of Uganda, Kulanu 1997, KUL-9701
  • Abayudaya - Music from the Jewish People of Uganda, compiled and annotated by Jeffrey A. Summit, Smithsonian Folkways Recordings 2003, SFW CD 40504
  • Rabbi Gershom Sizomu: Sing for Joy - Abayudaya Jews of Uganda, Abayudaya/Be'Chol Lashon 2007

Video

Quellen

  1. http://www.jewishjournal.com/religion/article/ugandan_gershom_sizomu_ordained_as_first_black_sub_saharan_rabbi/

Weblinks


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