Burkard Porzelt

Burkard Porzelt

Burkard Porzelt (* 1962 in Würzburg) ist ein deutscher Theologe und Hochschullehrer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach seiner Schulzeit und seinem Zivildienst studierte Porzelt Katholische Theologie an der Universität Würzburg. 1991 erreichte Porzelt sein Diplom in katholischer Theologie sowie 1993 sein Diplom in Pädagogik. 1999 wurde er an der Universität Mainz mit der Arbeit "Jugendliche Intensiverfahrungen. Qualitativ-empirischer Zugang und religionspädagogische Relevanz" promoviert. Nach wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Religionspädagogik, Katechetik und Fachdidaktik Religion im Fachbereich Katholische Theologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erhielt er 2003 einen Ruf auf die Professur für das Fach "Katholische Theologie und ihre Didaktik, Schwerpunkt Religionspädagogik" an die Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

2006 wechselte er auf die Professor für Praktische Theologie (Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts) an die Universität Regensburg. [1]

Wirken

Tätigkeits- und Forschungsschwerpunkt ist der pädagogisch-didaktische Aspekt der Theologie. Er forscht zur Bedeutung der Bibel für den heutigen Religionsunterricht und zur Frage, wie dieser mit dem kulturellen und historischen Abstand zwischen Bibel und heutiger Zeit umgehen kann.[2]

Bischöfliche Maßregelung

Im Zusammenhang mit der Rücknahme der Exkommunikation der Piusbruderschaft und in Reaktion auf die darauf folgende vielsprachige und international verbreitete Petition Vaticanum 2 maßregelte[3] der umstrittene[4] Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller die drei Theologieprofessoren der Universität Regensburg, Burkard Porzelt, Sabine Demel und Heinz-Günther Schöttler, und verlangte von diesen, innerhalb von 14 Tagen vor Müller persönlich einen Treueeid sowie ein Glaubensbekenntnis abzulegen[5]. Weiterhin forderte Müller im gleichen Brief eine Entschuldigung der Professoren, mit Weiterleitung über Müller, bei Papst Benedikt XVI., weil in der unterschriebenen Petition ohne Grundlage - so Müller - die Unterstellung enthalten sei, der Papst handele zum Schaden der Kirche, indem er zulasse, „dass Teile der römisch-katholischen Kirche [...] offen Geist und Buchstaben bedeutender Dokumente des II. Vatikanischen Konzils ablehnen dürfen ...“.[5] Der Brief an die Regensburger Theologen wurde von Müller auch an die Kongregation für die Glaubenslehre unter Präfekt William Joseph Levada nach Rom weitergeleitet, wodurch Schöttler befürchten muß, die Lehrbefugnis (Missio canonica) entzogen zu bekommen. Bischof Müller hatte 2004 bereits einem anderen Regensburger Professor, dem Liturgiewissenschaftler August Jilek, die Lehrbefugnis entzogen.

Auszeichnungen

  • Preis der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (1999)

Schriften (Auswahl)

  • Innenansichten des Referendariats, 2006 (gemeinschaftlich mit Rudolf Englert, Annegret Resse, Elisa Stams)
  • Jugendliche Intensiverfahrungen. Qualitativ-empirischer Zugang und religionspädagogische Relevanz, Graz (Manumedia-Verl. Schnider), 1999
  • Grundlegung religiöses Lernen. Eine problemorientierte Einführung in die Religionspädagogik, Bad Heilbrunn/Obb. (Klinkhardt), 2009
  • Die Religion (in) der Schule. Eine religionspädagogische und theologische Herausforderung, in: Religionspädagogische Beiträge 54/2005, 17-29, 2005
  • Modularisierte Lehramtsstudien Religion. Die aktuelle Reform theologischer Lehre im Spiegel konkreter Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen, in: Münchener Theologische Zeitschrift 56, 355-372, 2005
  • Auf der Suche nach religionspädagogischen Visionen, in: Joachim Theis (Hg.), Die Welt geht rascher als die Kirche, Festschrift für Wolfgang Lentzen-Deis, Trier 2005, 105-113, 2005

Einzelnachweise

  1. Universität Regensburg:Biographie Porzelt
  2. 10. Forschungsbericht der Universität Regensburg
  3. Sueddeutsche:Theologen trotzen Bischof Müller
  4. Wochenspielgel Saarland, Kölner Stadtanzeiger: Katholischer Fakultätentag fordert Bischof Müller zur Deeskalation des Konflikts mit Regensburger Professoren auf. Erzbistum Köln: Kein Grund zur Panikmache
  5. a b Bistum Regensburg, Bischöfliche Pressestelle, 17. Februar 2009: Bischof fordert auch von Theologie-Professoren Anerkennung des II. Vatikanums

Weblinks


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