Abbauwürdigkeit

Die Abbauwürdigkeit, auch Bauwürdigkeit einer Lagerstätte hängt von den Kosten ihrer Ausbeutung in Relation zum erzielbaren Preis ab. In dieses Verhältnis wirken auch hinein:

  • Die Konzentration des gesuchten Minerals oder Gesteins
  • die Verlässlichkeit der Exploration bei unterirdischen Lagerstätten (Lage, Neigung der Struktur, mögliches Bergwasser usw.)
  • der Aufwand der Erschließung (Tagebau, Bergwerk, Bohrung etc.)
  • die eventuelle Vorverarbeitung am Ort
  • die Transportwege zum Abnehmer.

Während z. B. die Steinkohle jahrzehntelang eine Basis der deutschen Industrie war und sogar die Gründung der Montanunion veranlasst hat, wurde ihr Abbau in den letzten Jahrzehnten immer unwirtschaftlicher. Dies hängt einerseits mit der teilweisen Verdrängung durch Erdöl zusammen, andrerseits mit billigeren Exporten aus dem Osten und mit der zunehmenden Tiefe der schräg nach Norden abtauchenden Kohleflöze.

Beim Tauerngold und dem alpinen Kupferbergbau, der im Mittelalter den Fürsten und Städten in Österreich zu teils großem Reichtum verhalf, spielte hingegen die Erschöpfung der Lagerstätten die wichtigere Rolle.

Doch gibt es zahlreiche Beispiele und Regionen, wo sich der Bergbau nach längerem Brachliegen wieder zu lohnen begann. Aus letzter Zeit betrifft dies etwa das Erdöl (durch seinen Preisanstieg und durch verbesserte Quoten bei der Ausbeutung), aber auch seltene Metalle (z.B. für die Stahlerzeugung und spezielle Legierungen) und andere Mineralien.

Ein Problem bei der eventuellen Aktivierung von stillgelegten Bergwerken ist der Verbruch der Einbauten (je nach Gebirgsdruck) und vor allem das Eindringen von Poren- und Grundwasser ("ersoffene Grube"). Beim Tagebau wiederum müssen heute strengere Auflagen für Umweltschutz und spätere Renaturierung erfüllt werden. Wenn früher viele Ziegeleien, Sand- und Schottergruben voreilig zu unsicheren Deponien umgewandelt wurden, muss nun einer Beeinträchtigung von Wasser und Boden schon zu Beginn vorgebeugt werden.

Literatur

  • Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1988, ISBN 3-7739-0501-7
  • Emil Kraume: 1000 Jahre Rammelsberg. PREUSSAG Aktiengesellschaft, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Goslar
  • Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. 4. Auflage, Verlag Karl Robert Langewiesche, Nachfolger Hans Köster KG, Königstein i. Taunus, 1994, ISBN 3-7845-6992-7
  • Ernst-Ulrich Reuther: Einführung in den Bergbau. 1. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1982, ISBN 3-7739-0390-1



Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Bauwürdigkeit (Bergbau) — Unter Bauwürdigkeit oder Abbauwürdigkeit versteht man im Bergbau und der ökonomischen Geologie das Ergebnis der Beurteilung eines Rohstoffvorkommens unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Gewinnbarkeit. „Ein weiterer Gesichtspunkt wird in die… …   Deutsch Wikipedia

  • Energierohstoffe — Rohstoffe sind natürliche Ressourcen, die bis auf die Lösung aus ihrer natürlichen Quelle noch keine Bearbeitung erfahren haben. Sie werden aufgrund ihres Gebrauchswertes aus der Natur gewonnen und entweder direkt konsumiert oder als… …   Deutsch Wikipedia

  • Ressourcenverknappung — Rohstoffe sind natürliche Ressourcen, die bis auf die Lösung aus ihrer natürlichen Quelle noch keine Bearbeitung erfahren haben. Sie werden aufgrund ihres Gebrauchswertes aus der Natur gewonnen und entweder direkt konsumiert oder als… …   Deutsch Wikipedia

  • Rohmaterial — Rohstoffe sind natürliche Ressourcen, die bis auf die Lösung aus ihrer natürlichen Quelle noch keine Bearbeitung erfahren haben. Sie werden aufgrund ihres Gebrauchswertes aus der Natur gewonnen und entweder direkt konsumiert oder als… …   Deutsch Wikipedia

  • Rohstoffe — sind natürliche Ressourcen, die bis auf die Lösung aus ihrer natürlichen Quelle noch keine Bearbeitung erfahren haben. Sie werden aufgrund ihres Gebrauchswertes aus der Natur gewonnen und entweder direkt konsumiert oder als Arbeitsmittel und… …   Deutsch Wikipedia

  • Rohstoffe der Erde — Rohstoffe sind natürliche Ressourcen, die bis auf die Lösung aus ihrer natürlichen Quelle noch keine Bearbeitung erfahren haben. Sie werden aufgrund ihres Gebrauchswertes aus der Natur gewonnen und entweder direkt konsumiert oder als… …   Deutsch Wikipedia

  • Bärenberger Stollen — Abbau von Kupfer und Silber Abbautechnik Untertagebau Betriebsbeginn nachweislich seit 1338 Betriebsende 1900 Nachfolgenutzung Denkmal …   Deutsch Wikipedia

  • Einsatzmittel — Eine Ressource [rɛˈsʊrsə] (frz. la ressource [ʀəˈsuʀs], „Mittel, Quelle“, von lat. resurgere, „hervorquellen“) ist ein Mittel, um eine Handlung zu tätigen oder einen Vorgang ablaufen zu lassen. Eine Ressource kann ein materielles oder… …   Deutsch Wikipedia

  • Emil Heyn — Friedrich Emil Heyn (* 5. Juli 1867 in Annaberg; † 1. März 1922 in Berlin) war Eisenhütteningenieur und gilt als Nestor der Technikwissenschaften Metallkunde und Metallographie. Er war der Begründer neuer mikroskopischer Untersuchungsverfahren… …   Deutsch Wikipedia

  • Erzader — Als Ganglagerstätte wird gewöhnlich ein Gang bezeichnet, der genügend Erz enthält, um als Lagerstätte abgebaut werden zu können. Im umgangssprachlichen Gebrauch werden solche Lagerstätten zuweilen als „Erzadern“ bezeichnet. Inhaltsverzeichnis 1… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”