Abbazia

Opatija [ɔˈpatijaː] (ital. Abbazia [aba'zia], deutsch Sankt Jakobi) ist ein Seebad an der Kvarner-Bucht, bzw. auf der Halbinsel Istrien, im Nordwesten Kroatiens mit 12.179 Einwohnern (2001) und gilt als einer der ältesten Fremdenverkehrsorte Kroatiens. Opatija liegt am Fuß des Učka-Gebirgsmassivs und ist etwa 18 km von Rijeka entfernt. Der Kurort ist von einer üppigen subtropischen Vegetation umgeben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Abbazia um 1902

Mit seiner reichhaltigen Fülle an Gründerzeit-Architektur steht es als Beispiel eines mondänen Seebades mit dem architektonischen Flair aus der Zeit der Donaumonarchie.

Die Ursprünge des Fremdenverkehrs gehen auf das Jahr 1844 zurück, als der reiche Kaufmann Iginio Scarpa aus Rijeka seine Villa Angiolina erbaute. Das erste Hotel, das Hotel Quarnero (heute Hotel Kvarner), wurde im Jahr 1884 erbaut, unmittelbar danach (1885) entstand das heutige Hotel Imperial (Opatija), damals nach Kronprinzessin Stephanie benannt. Entscheidenden Anteil an dem Aufschwung des Kurortes hatte die österreichische Südbahngesellschaft, deren 1884 eröffnete Linie Wien - Rijeka an Opatija vorbeiführte, unter ihrem Direktor Friedrich Julius Schüler, der auch den Semmering bei Wien zum internationalen Kurort ausbaute. Vom Bahnhof Opatija-Matulji führte seit 1908 eine elektrische Straßenbahn durch Opatija bis Lovran.

Adel, Großbürgertum und gekrönte Häupter aus ganz Europa (zum Beispiel der deutsche Kaiser Wilhelm II.), machten Opatija zu einem international bekannten Seebad und Kurort.

Das Ende Österreich-Ungarns, die Übergabe an Italien nach 1918 und an das heutige Kroatien (damals Jugoslawien) nach 1945 führten zu einem Abstieg und Niedergang des Kurortes, dessen Fremdenverkehr vor allem in der jugoslawischen Epoche an Qualität verlor. Seit der Mitte der 90er-Jahre des 20. Jahrhundert ist wieder ein deutlicher Aufschwung zu bemerken. Vor allem die Grundstücksnachfrage bei österreichischen Gästen und Prominenten steigt kontinuierlich.

Ortsbild

Die Uferpromenade, der Lungomare von Abbazia, einst nach Friedrich Julius Schüler, heute nach Kaiser Franz Josef I. benannt, führt über 12 Kilometer von Volosko (Volosca) nach Lovran (Lovrana).

Dank der weitläufigen, direkt am Meer gelegenen Parkanlagen, sowie zahlreicher eleganter Villen und Hotels aus der Gründerzeit ist Opatija und seine Umgebung zu jeder Jahreszeit touristisch gut besucht.

Im Juni 2007 wurden einige Strände Opatijas mit der "Blauen Flagge", dem renommierten Umweltpreis für die Erfüllung strenger Kriterien bei Wasserqualität, Sicherheitsstandards, Serviceleistungen und anderen Umweltauflagen, ausgezeichnet. Konkret handelt es sich dabei um die beliebten Strände:

  • Plaža Slatina: ist mit knapp 20.000 Quadratmetern Opatijas größter Strand, direkt im Stadtzentrum.
  • Plaža Tomasevac: befindet sich in der Nähe des Hotels Ambasador und besteht vorwiegend aus Sand, sowie Stein-Plateaus.
  • Plaža Lido: liegt in der Nähe des Parks der weithin bekannten Villa Angiolina und positioniert sich für ein Ruhe suchendes Publikum, weshalb er auch bei Senioren sehr beliebt ist.

Slatina / Walk of Fame

Stern zu Ehren Nikola Teslas auf dem Walk of Fame

In Opatija befindet sich der kroatische Walk of Fame. Es haben u.a. folgende kroatische Berühmtheiten einen Stern auf der Slatina-Straße: Ivo Robić, Janica Kostelić, Dražen Petrović, Krešimir Ćosić, Oliver Dragojević, Miroslav Krleža, Dragutin Tadijanović, Miroslav Radman und Nikola Tesla.

Zum Namen

Im deutschen Sprachraum kann die deutsche Bezeichnung Sankt Jakob als ausgestorben angesehen werden. Lange Zeit wurde die italienischsprachige Bezeichnung Abbazia noch fast genauso häufig verwendet wie der kroatische Name Opatija. Ursache dürfte sein, dass der Ort in den letzten Jahrzehnten der Donaumonarchie offiziell den italienischsprachigen Namen Abbazia trug. Inzwischen hat sich allerdings der heutige Name Opatija auch in deutschen Texten weitgehend durchgesetzt.

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Literatur

  • Carl Schubert: Der Park von Abbazia, Hartleben, Wien 1894
  • Amir Muzur; Opatija-Abbazia. Spaziergang durch Raum und Zeit, Rijeka 2000
  • Boris Zakosek:Schönheit, Trauer und Profite in Miljenko Majnaric (Hsg): Opatija, Zagreb 2005
  • Marion Kraske: Gleich ums Eck. Österreicher entdecken das alte Seebad Opatija neu... in: Der Spiegel. Hamburg 2007,28, 128. ISSN 0038-7452

Weblinks


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