Buxus sempervirens

Buxus sempervirens
Gewöhnlicher Buchsbaum
Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Ordnung: Buchsbaumartige (Buxales)
Familie: Buchsbaumgewächse (Buxaceae)
Gattung: Buchsbäume (Buxus)
Art: Gewöhnlicher Buchsbaum
Wissenschaftlicher Name
Buxus sempervirens
L.

Der Gewöhnliche Buchsbaum (Buxus sempervirens), auch nur Buchsbaum oder Buchs genannt, ist ein immergrünes Gehölz aus der Gattung der Buchsbäume (Buxus). Der sehr langsam wachsende, bis zu 8 Meter hohe, oft aber nur Strauchhöhe erreichende Baum ist in Südwesteuropa, Mitteleuropa, Nordafrika und Westasien heimisch.

Blütenknäuel

Inhaltsverzeichnis

Namensherkunft

Der Name stammt möglicherweise von lat. buxus, dessen Ursprung im griechischen pyxos vermutet wird, dem von Theophrast verwendeten Namen für eine Pflanze, die man später als Buchsbaum interpretierte. Theophrast war in seiner Beschreibung nicht sehr eindeutig, und seine Manuskripte sind verloren gegangen.

Das schwere Buchsbaumholz wird bis heute in der Drechslerei geschätzt, und bereits der altrömische Schriftsteller Plinius schilderte, dass aus dem Holz des Buchsbaums Dosen und Kästchen gefertigt wurden. Man vermutet daher, dass sich aus pyxis die Bezeichnungen Büchse, box (englisch) und boîte (französisch) entwickelten.

Bestimmung

Der Buchsbaum ist immergrün und trägt eiförmige bis länglich-elliptische, dunkelgrüne Blätter, welche eine deutlich hellere Unterseite aufweisen. Von März bis Mai zeigt er blattachselständige, gelbliche, wohlriechende Blütenknäuel, die reichlich Nektar und Pollen produzieren und daher gern von Bienen und Fliegen aufgesucht werden. Im September spalten sich die etwa 8 mm langen, dreiklappigen Fruchtkapseln und streuen je zwei schwarze, glänzende Samen. Der Duft der Samenwarzen lockt Ameisen an, die die Samen verschleppen. Damit gehört der Buchsbaum – zusammen mit dem Besenginster – zu den wenigen heimischen Gehölzen, deren Samen von Ameisen verbreitet werden (Myrmechorie).

Aufgrund von Mutationen und nach Jahrhunderten der Züchtung können heute mehr als 60 Buxus-sempervirens-Sorten unterschieden werden, vor allem anhand von Blattfarbe, Blattabstand, Blattgröße, Blattform, Wuchsform und Tempo des Wuchses.

Verbreitung

Habitat

Der Buchs wurde und wird häufig als Zier- und Nutzgehölz angepflanzt und kommt gelegentlich auch verwildert vor. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet reicht in nordwestlicher Richtung vom Mittelmeer über Frankreich bis nach Südengland. In östlicher Richtung ist er bis zum Nordiran zu finden. Ursprüngliche Standorte finden sich in Deutschland wohl nur noch im Buchswald Grenzach-Wyhlen (Landkreis Lörrach) und an der Mosel.

Der Buchsbaum als Gartenpflanze

Der Buchsbaum spielt eine wichtige Rolle in der Gartenkunst. Er war bereits den Griechen bekannt; die Römer rahmten ihre Gartenbeete mit niedrigen Buchsbaumhecken ein. Ausgrabungsfunde in Großbritannien zeigen, dass die Römer diese Art der Gartengestaltung auch in den von ihnen eroberten Gebieten in Mittel- und Westeuropa pflegten. Ob diese Tradition fortbestand, als sie während und nach der Völkerwanderungszeit die von ihnen eroberten Gebiete wieder verloren, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Im 13. Jahrhundert dokumentierte Albertus Magnus den Anbau des Buchsbaums in Deutschland, 1485 schrieb Leon Battista Alberti, inspiriert von Plinius dem Jüngeren, in seinem Buch De re aedificatoria über den Buxus als Gartenpflanze.

Erst Claude Mollet führte den Buchsbaum wirklich ein. In den französischen und italienischen Schlossgärten der Renaissance wurden die geschnittenen, niedrigen Buchsbäume zum unentbehrlichen und typischen Element; zunehmend kamen sie auch in Mitteleuropa in Mode. Wohlhabende Bürger und Bauern ahmten diese Mode nach, sodass die traditionellen Bauerngärten bis heute Buchsbaumeinfassungen aufweisen.

Die Verwendung des Buchsbaums als Gartenpflanze hielt während der Barockzeit an (siehe Topiari), gleichzeitig wurden Sorten mit panaschierten Blättern immer beliebter.

Vermehrung

Buchsbaum wird meist durch Stecklinge vermehrt, weil die Anzucht aus Samen sehr langwierig ist (siehe Pflanzenvermehrung). Als Stecklinge dienen Zweige von mindestens 10 cm Länge, die unteren beiden Drittel werden entlaubt und in die Erde gesteckt. Stecklinge werden von September bis März gewonnen; August-Stecklinge bilden noch vor dem Winter Wurzeln.

Erkrankungen

Obwohl nahezu alle Buxus-sempervirens-Sorten robust sind, treten gelegentlich Pilzerkrankungen auf. Diese machen sich insbesondere bei engem Bestand in Hecken oder Einfassungen bemerkbar. Die Anfälligkeit des Bestandes erhöht sich mit der Boden- und Laubfeuchtigkeit. Bei allen Erkrankungen ist das vollständige Entfernen der befallenen Pflanzenteile angebracht, diese gehören nicht in den Kompost. Als vorbeugend gelten genügend durchlüftete Bestände, der Rückschnitt verdächtiger Pflanzenteile und die Gabe von Kupfersulfat.

  • Triebsterben: Befall durch Cylindrocladium buxicola. Die Blätter und jungen Triebe verfärben sich an den Befallstellen dunkelbraun bis schwarz. Zunächst vertrocknen die befallenen Pflanzenteile, üblicherweise stirbt die Pflanze in Gänze ab. Der Pilz dringt auch durch unverletzte Blätter ein und kann in abgestorbenen Pflanzenteilen und im Boden (Kompost) über Jahre existieren. Es besteht die Tendenz zum Befall ganzer Anpflanzungen.
  • Buchsbaumkrebs: Befall durch Volutella buxi. Typisch für die Erkrankung sind mattgrüne Laubverfärbungen (das Blatt verliert den Glanz) und ein rötlicher bis orangefarbener Sporenbelag auf der Unterseite der erkrankten Blätter. Triebe und Äste älterer Pflanzen sterben ab, Wucherungen und Risse in der Rinde mit Sichtbarwerden des Holzes treten auf. Es besteht nicht die Tendenz zum Massenbefall, oft sind nur einzelne Pflanzen befallen.
  • Buchswelke: Befall durch Fusarium buxicola. Typisch ist die Braunverfärbung und das langsame ledrige Vertrocknen einzelner Triebe oder der ganzen Pflanze. Auch hier sind oft nur einzelne Pflanzen betroffen.

Giftigkeit und Heilkraft

Der Buchsbaum ist in allen Teilen giftig; er enthält rund 70 Alkaloide, darunter Cyclobuxin D. Die mittlere letale Dosis von oral aufgenommenem Cyclobuxin D beträgt bei Hunden 0,1 mg je kg Körpergewicht. Blätter und Rinde weisen einen Gesamtalkaloidgehalt von 3% auf.

Buchsbaum wurde bereits in der Antike gegen Husten, Magen- und Darmkrankheiten verwendet sowie gegen wiederkehrendes Fieber wie die Malaria. Angeblich ist Buchsbaum als Malariaheilmittel vergleichbar mit dem Chinin. Man benutzt Buchsbaum heutzutage wegen seiner Toxizität nur noch selten als Heilkraut, da die Dosierung problematisch ist. Überdosierung führt zu Erbrechen und Krämpfen bis zum Tod. In der Homöopathie wird Buchsbaum bei Rheuma verordnet.

Varia

Buchsbaumholz wird wegen seiner Härte und Dichte geschätzt und zum Gravieren und Drechseln verwendet, früher für Holzstiche und Holzschnitte, heute noch im Holzblasinstrumentenbau und für Schachfiguren. Die Härte des Holzes hängt nicht unwesentlich mit dem sehr langsamen Wachstum des Baums zusammen. Buchsbaumholz ist bis heute sehr knapp und teuer.

Katholiken schmücken am Palmsonntag die Kreuze ihrer Wohnung und des „Herrgottswinkels“ mit geweihten Zweigen des Buchsbaums. Gelegentlich werden Buchsbaumzweige auch anstelle von Tannenzweigen für Adventskränze und Weihnachtsschmuck genutzt.

In China gilt der Buchsbaum als Symbol für langes Leben.

Literatur

  • Marianne Beuchert: Symbolik der Pflanzen. Von Akelei bis Zypresse. Frankfurt am Main 1995.
  • Heinz-Dieter Krausch: Kaiserkron und Päonien rot … Entdeckung und Einführung unserer Gartenblumen. Dölling und Galitz Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-935549-23-7.
  • Gerda Tornieporth: Buchs im Garten. blv Verlag, München 2003, ISBN 3-405-16058-8.

Weblinks


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