Abbé Stadler

Maximilian Johann Karl Dominik Stadler, später Abbé Stadler (* 4. August 1748 in Melk (Niederösterreich); † 8. November 1833 in Wien) war ein österreichischer Komponist, Musikhistoriker, Organist und Pianist.

1766 trat er in das Benediktinerkloster im Stift Melk ein, wo er 1772 die Priesterweihe empfing und 1784-86 Prior war. 1786 war er Abt des Klosters von Lilienfeld, 1789 in Kremsmünster. Ab 1791 lebte er in Linz und ab 1796 in Wien, wo er den Nachlass Wolfgang Amadeus Mozarts ordnete und das kaiserliche Musikarchiv leitete, das 1803 säkularisiert wurde. Von 1803 an wirkte er als Pfarrer von Großkrut in Niederösterreich, bis er sich 1816 nach Wien zurückzog und sich nur noch der Musik widmete.

Stadler zählte zu den prominentesten Persönlichkeiten des Wiener Musiklebens an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert; er war mit Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert befreundet und verfasste zahlreiche Schriften über Mozart. Er tat sich vor allem im Streit um die Echtheit Mozarts Requiem energisch hervor (1825: „Verteidigung der Echtheit des Mozartschen Requiems“). Seine zu Lebzeiten unveröffentlichten „Materialien zur Geschichte der Musik“ gelten als die erste Musikgeschichte Österreichs.

Er ist auf dem St. Marxer Friedhof in Wien beerdigt. 1930 wurde die Stadlergasse in Wien-Hietzing nach ihm benannt.

Werke

Die meisten seiner Werke befinden sich in der Österreichischen Nationalbibliothek sowie in der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Literatur

K. Wagner (Hg.), Abbé M. Stadler, seine Materialien zur Geschichte der österreichischen Musik unter den österreichischen Regenten, 1974. Artikel in der MGG und im Grove Dictionary of Music and Musicians.

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