Bücherwurm
Carl Spitzweg: Der Bücherwurm

Als Bücherwürmer werden die Larven verschiedener Nagekäferarten bezeichnet, deren Lebensraum ursprünglich trockenes Totholz ist. Sie befallen im Wohnumfeld des Menschen aber auch Möbel, Bücher oder trockene Nahrungsmittel wie Brot. Die verheerenden Verwüstungen an zellulosehaltigen Stoffen, insbesondere beim Papier des Buchblocks, zeigen sich als Fraßstellen in Form von Wurmlöchern und -gängen. Zur Bekämpfung der Schädlinge wird unter anderem Kohlenstoffdisulfid eingesetzt.

Umgangssprachlich werden auch Menschen, die sehr viel lesen, Bücherwurm genannt, unter anderem, weil sie sich manchmal die Bücher oft so nah vor das Gesicht halten, dass es aussieht, als ob sie diese aufessen würden. In der Literatur wurde diese Metapher erstmals 1747 von Gotthold Ephraim Lessing in seinem Lustspiel Der junge Gelehrte (3. Aufzug, 1. Auftritt) verwendet. Als „Bücherwürmer“ verspottete man ab Mitte des 18. Jahrhunderts jene, die mit dem Medien- und Mentalitätswandel der Epoche nicht einverstanden waren. Auch Lessing selbst war davon betroffen.[1]

Der Maler Carl Spitzweg beschäftigte sich künstlerisch mit dem Vielleser oder „Bücherfresser“ in seinem GemäldeDer Bücherwurm“ von 1850.

Inhaltsverzeichnis

Siehe auch

Literatur

  • Jiři Zahradnik, Irmgard Jung, Dieter Jung et al.: Käfer Mittel- und Nordwesteuropas. Parey, Berlin 1985, ISBN 3-490-27118-1. 
  • Hektor Haarkötter: Der Bücherwurm. Primus-Verlag, Darmstadt 2010. 144 S. ISBN 978-3-89678-662-3[3]

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Bücherwurm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Deutschlandfunk vom 5. April 2011: Abhandlung über einen Spottbegriff
  2. http://directory.fsf.org/project/buecherwurm/
  3. Primusverlag: Kulturgeschichte des Begriffs in Zoologie und Bibliomanie

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