Bürgerrechtsbewegung der DDR
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Der Begriff der DDR-Opposition wird heute in verschiedener Weise benutzt. Teilweise werden sehr heterogene Strömungen als Opposition in der DDR zusammengefasst. Die Ziele der jeweiligen Oppositionsgruppen waren sehr unterschiedlich. Meist wurde ein freiheitlich demokratischer Rechtsstaat nach dem Vorbild der Bundesrepublik Deutschland oder ein demokratischer Sozialismus angestrebt. Daneben gab es Oppositionelle, die linksoppositionelle, anarchistische, monarchistische oder ander Ziele vertraten. Unter Widerstand kann alles Tun und Lassen verstanden werden, das den Aufbau, die Konsolidierung und die Aufrechterhaltung der SED-Diktatur behinderte.

Die Bürgerrechtler in der DDR traten für eine Reformierung der DDR ein und mussten dafür Überwachung, Zersetzung und Repressionen wie Haft und Ausbürgerung durch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS) in Kauf nehmen. Sie organisierten sich vielfach unter dem Dach der Kirchen in der DDR. Viele von ihnen gründeten während der Wendezeit 1989 politische Parteien und Bürgerbewegungen, wie z. B. das Neue Forum, den Demokratischen Aufbruch, Demokratie Jetzt, die Sozialdemokratische Partei in der DDR und die Grüne Partei der DDR. Nach der Wende schlossen sich Bürgerrechtler – je nach unterschiedlichen persönlichen Motiven ihrer oppositionellen Haltung – unterschiedlichen Parteien an oder blieben parteilos.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Formen von Opposition und Widerstand änderten sich im Laufe der Zeit. Nachdem 1945 wieder Parteien zugelassen worden waren, konzentrierten sich Oppositionelle auf den Aufbau von Parteien und die parlamentarische Arbeit. Eine Ausnahme war die SPD, die aufgrund ihres Verbotes nach der Zwangsvereinigung zur SED keine legale Möglichkeit ihrer Arbeit mehr hatte und notgedrungen illegal arbeiten musste. Im Zuge der Gleichschaltung der Parteien und Massenorganisationen brach zwischen 1947 und 1950 Schritt für Schritt die Möglichkeit einer parlamentarischen Oppositionsarbeit weg. Die demokratischen Politiker wurden mundtot gemacht, gingen ins Exil oder in den illegalen Widerstand. Im Laufe der 1950er Jahre reduzierte sich der Umfang des Widerstands. Der gescheiterte Volksaufstand des 17. Juni 1953 und die staatliche Repression gegen Oppositionelle nahm den Menschen die Hoffnung, durch politischen Widerstand einen Sturz des Regimes zu erreichen. Spätestens seit dem Mauerbau machte offener Widerstand immer mehr Formen friedlicher Opposition innerhalb der vom System gesteckten Grenzen Platz. Die lockeren Organisationen der DDR-Opposition wurden geduldet, waren jedoch zu bedeutenden Teilen von der Stasi unterwandert.

Eine entsprechende Entwicklung machte auch die Verfolgung der Oppositionsarbeit durch. Während im Laufe der 1940er und Anfang der 1950er Jahre die sowjetische Besatzungsmacht und später die Sicherheitsbehörden der DDR mit der Säuberung der öffentlichen Verwaltungen, umfangreichen Verhaftungen und auch einer Vielzahl von Morden und Todesurteilen auf Opposition und Widerstand reagierte, sank die Zahl der politischen Gefangenen mit der Stabilisierung des Systems, und drakonische Strafen wurden seltener.

Opposition in der DDR und die Rolle des Westens

Die Opposition in der DDR war im geteilten Deutschland in einer besonderen Situation. Mit der Bundesrepublik Deutschland gab es ein Gegenmodell, das manchen in der Oppositionspolitik in der DDR als Vorbild diente.

Der Widerstand wurde anfangs als Freiheitskampf durch Organisationen im Westen logistisch, finanziell und organisatorisch unterstützt. Insbesondere diejenigen Oppositionspolitiker, die ins Exil gehen mussten, führten vielfach ihren Kampf vom Westen aus weiter. Die öffentliche Unterstützung im Westen für den Widerstand ließ im Laufe der Jahre jedoch nach. Spätestens ab Ende der 1960er Jahre sahen manche die Opposition in der DDR als störend für den Entspannungsprozess.

Andererseits führte die Möglichkeit der Flucht in den Westen zu einem personellen Ausbluten der DDR-Opposition. Jeder Oppositionelle, der in den Westen ging, war einer weniger, der seine Positionen in der DDR selbst vertreten konnte. Dieser Effekt wurde auch von der DDR gezielt eingesetzt. Die Ausbürgerung von Wolf Biermann stellte den spektakulärsten Fall dar.

Bei den Demonstrationen der achtziger Jahren spielte das Westfernsehen eine wichtige Rolle. Da westdeutsche Journalisten oftmals bei Aktionen der DDR-Opposition anwesend waren und diese filmten, vermieden die Sicherheitsorgane der DDR oftmals – nicht immer – allzu brutale Gewalt gegen die Demonstranten. Die Westmedien wirkten oftmals als Gegenöffentlichkeit zur offiziellen DDR-Propagandaberichterstattung über die Opposition in der DDR. Ein Beispiel für eine solche Gegenöffentlichkeit ist das aus West-Berlin gesendete Radioprogramm Radio Glasnost, das von Oppositionellen betrieben wurde.

Organisation des Widerstandes

Eine Reihe von Organisationen des Widerstandes gegen SBZ und DDR bildete sich Ende der 40er Jahre. Neben spontanen und eher lockeren Gruppen wie z.B. der Belter-Gruppe gab es auch große, gut organisierte Gruppen. Zu nennen sind hier in erster Linie die Ostbüros der demokratischen Parteien und des DGB.

Persönlichkeiten der DDR-Opposition

Die folgende Liste stellt Persönlichkeiten aus Opposition und Widerstand gegen die SBZ bzw. DDR, gegliedert nach Schwerpunkten ihres jeweiligen Engagements dar. Da die jeweiligen Aktivitätenfelder sich überlappen, ist jede Person zur Redundanzvermeidung nur einmal aufgeführt, auch wenn sie ebenfalls in anderen Bereichen gewirkt hat.

Studentischer Widerstand

Widerstand der politischen Parteien

Opposition aus den Reihen der SED

Dissidenten

Kirchliche Opposition

Umweltschützer

Friedensbewegung

Opposition 1989

Andere

Zur Opposition in der DDR werden manchmal auch die so genannten anderen Bands gezählt.

Veröffentlichungen

  • „Urkunde. 40 Jahre.“, mit Beiträgen von Bärbel Bohley, Jürgen Fuchs, Katja Havemann, Rolf Henrich, Ralf Hirsch, Reinhard Weißhuhn u. a. 1989 in 700 hektographierten Exemplaren in der DDR erschienen. Später unter dem Titel: „40 Jahre DDR ... und die Bürger melden sich zu Wort“ bei der Büchergilde Gutenberg und im Carl Hanser Verlag als Taschenbuch aufgelegt.

Politischer Samizdat

Samisdat (aus dem russ.) bezeichnet von den jeweiligen Autoren selbst herausgegebene Publikationen, die aufgrund ihres Inhaltes oder der Stellung des Autors zum System nicht hätten gedruckt werden dürfen. Hintergrund war die vollständige Kontrolle der Medien durch die SED.

Eine der wesentlichsten Publikationen des politischen Samisdat in der DDR waren die "Umweltblätter", herausgegeben von der Umwelt-Bibliothek der Berliner Zionskirchgemeinde. Im Herbst 1989 wurden diese in Telegraph (Zeitschrift) umbenannt.

Siehe auch

Geschichte der DDR, Ministerium für Staatssicherheit, Bausoldat, Werdauer Oberschülerprozess

Dokumentarfilme über Persönlichkeiten der DDR-Opposition

  • Rebellion hinter der Mauer – Kampf um Meinungsfreiheit. ARD/2005. Buch und Regie: Torsten Sasse. Der Film erzählt die dramatische Geschichte der Bürgerrechtler Freya Klier, Stephan Krawczyk und Ralf Hirsch. Diese drei waren die führenden Köpfe der DDR-Opposition der 80er Jahre. Mit List und Konsequenz forderten sie Menschenrechte und Meinungsfreiheit von der SED-Führung ein. Im Zusammenhang mit der legendären Luxemburg-Liebknecht-Kampfdemonstration im Januar 1988 wurden Klier, Krawczyk und Hirsch zunächst verhaftet und dann zwangsweise ausgebürgert.

Literatur

  • Gehrke, Bernd (Hg.): ...das war doch nicht unsere Alternative: DDR-Oppositionelle zehn Jahre nach der Wende. Münster 1999. ISBN 3-89691-466-9
  • Eisenfeld, Bernd (Hg.): Macht Ohnmacht Gegenmacht: Grundfragen zur politischen Gegnerschaft in der DDR. Bremen 2001. ISBN 3-86108-792-8
  • Fricke, Karl Wilhelm: Opposition und Widerstand in der DDR : Ein politischer Report. Köln 1984. ISBN 3-8046-8628-1
  • Kowalczuk, Ilko-Sascha (Hg.): Freiheit und Öffentlichkeit: Politischer Samisdat in der DDR 1985–1989. Berlin: Robert-Havemann-Gesellschaft, 2002. ISBN 3-9804920-6-0
  • Kowalczuk, Ilko-Sascha / Sello, Tom (Hg.) (2006): Für ein freies Land mit freien Menschen. Opposition und Widerstand in Biographien und Fotos. ISBN 3-938857-02-1
  • Neubert, Ehrhart: Geschichte der Opposition in der DDR 1949–1989. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung; Berlin: Ch. Links, 1997 ISBN 3-86153-163-1
  • Pollack, Detlef: Politischer Protest: politisch alternative Gruppen in der DDR. Opladen 2000. ISBN 3-8100-2478-3
  • Poppe, Ulrike; Eckart, Rainer; Kowalczuk, Ilko-Sascha (Hg.): Zwischen Selbstbehauptung und Anpassung: Formen des Widerstands und der Opposition in der DDR. Berlin: Ch. Links, 1995. ISBN 3-86153-097-X
  • Prokop, Siegfried: 1956 - DDR am Scheideweg: Opposition und neue Konzepte der Intelligenz. Berlin 2006. ISBN 3-89706-862-1
  • Rüddenklau, Wolfgang: Störenfried: DDR-Opposition 1986–1989. Berlin 1992. ISBN 3-86163-011-7
  • Vision und Wirklichkeit. Die Opposition in Jena in den siebziger und achtziger Jahren. Ch.Links Verlag, Forschungen zur DDR-Gesellschaft, Berlin 1999, ISBN 3-86153-186-0.
  • Subklew-Jeutner, Marianne: Der Pankower Friedenskreis. Geschichte einer Ost-Berliner Gruppe innerhalb der Evangelischen Kirchen in der DDR 1981-1989, Osnabrück: Der Andere Verlag, 2004, ISBN 3-89959-145-3
  • Thomas Klein: Frieden und Gerechtigkeit. Die Politisierung der unabhängigen Friedensbewegung in Ost-Berlin während der 80er Jahre, Köln/Weimar/Wien, 2007, ISBN 978-3-412-02506-9

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