Abdampf
Wasserdampf

Als Dampf bezeichnet man ein Gas, das im allgemeinen noch in Kontakt mit der flüssigen bzw. festen Phase steht, aus der es durch Verdampfung bzw. Sublimation hervorgegangen ist.

Inhaltsverzeichnis

Dampf-Flüssig-Gleichgewicht

Hauptartikel: Dampf-Flüssig-Gleichgewicht.

Mit der Zeit und sofern keine Störung auftritt, stellt sich ein dynamisches Gleichgewicht ein, bei dem genauso viele Teilchen der flüssigen bzw. festen Phase in die gasförmige Phase übertreten, wie umgekehrt aus dem Gas zurückwechseln. Der Dampf ist dann gesättigt und wird auch als Brüden, Brodem oder Wrasen bezeichnet. Wie viele Teilchen von einer in die andere Phase wechseln, hängt unter anderem stark von Druck und Temperatur des betrachteten Systems ab. In der Technik spielt das Gleichgewicht zwischen flüssiger und gasförmiger Phase bei thermischen Trennverfahren eine große Rolle (→Sättigungsdampfdruck, Raoultsches Gesetz).

Überhitzter Dampf

Trennt man die Gasphase von der zugehörigen flüssigen oder festen Phase, so ist es möglich, dem Dampf weiter Wärme zuzuführen, so dass man überhitzten Dampf erhält. Je stärker diese Erwärmung ist, desto weiter entfernt man sich von dem Bereich, in dem man noch von Dampf spricht, und nähert sich einem Verhalten das man dann als gasartig bezeichnet.

Kondensation

Kühlt man überhitzten Dampf langsam ab, wird irgendwann der so genannte Taupunkt erreicht, an dem der Dampf wieder gesättigt ist und bei weiterer Kühlung erneut zu einer Flüssigkeit kondensiert. Im Falle des direkten Überganges vom gasförmigen zum festen Zustand, also bei einer Resublimation, nennt man diesen Punkt Frostpunkt.

Kritische Temperatur

Ein Stoff ist bei Erhitzung über die kritische Temperatur hinaus nicht mehr kondensierbar. Hier ist keine flüssige Phase vorhanden und kann auch nicht durch hohen Druck erzeugt werden. Daher wird ein überkritischer Stoff nicht mehr als Dampf, sondern nur noch als Gas bezeichnet. Gebräuchlich ist außerdem der Begriff Fluid für einen überkritischen Stoff.

Dampf in der Alltagssprache

Während Dampf als Gas – abgesehen von Färbungen – unsichtbar ist, spricht man im Alltag bei Dampf meist von einer sichtbaren Mischung aus Luft und feinsten Flüssigkeitstropfen, wie er sich beispielsweise bei der Kondensation von Wasserdampf bildet. Der entsprechende Fachausdruck hierfür ist Aerosol oder Nassdampf, wobei man diese umgangssprachlich auch als Nebel oder Wolke bezeichnet.

Siehe auch

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  • Abdampf — Ạb|dampf 〈m. 1u〉 bei einem technischen Prozess freiwerdender od. aus Turbinen, Kraftmaschinen abgeleiteter Dampf; Ggs Frischdampf * * * Ạb|dampf, der; [e]s, Abdämpfe (Technik): in einem Arbeitsvorgang bereits genutzter [abgeleiteter] Dampf. * *… …   Universal-Lexikon

  • Abdampf — Ạb|dampf (Technik) …   Die deutsche Rechtschreibung

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  • Abdampf [2] — Abdampf (Auspuffdampf). Bei Lokomotiven wird neuerdings ein Teil des Auspuffdampfes zur Vorwärmung des Kesselspeisewassers in Abdampfvorwärmern nutzbar gemacht. Kurz vor der Blasrohrmündung zweigt vom Ausströmrohr eine Rohrleitung ab und mündet… …   Lexikon der gesamten Technik

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