2. Sinfonie (Tschaikowski)

Die Sinfonie Nr. 2 c-Moll op. 17 („Kleinrussische“) ist eine Sinfonie des russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Der Beiname beruht auf Tschaikowskis Verwendung ukrainischer Volksmelodien in dieser Sinfonie. Nach der Premiere entstand eine zweite Fassung, die heute die populärere ist.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Die Sinfonie entstand im Jahre 1872 während eines Urlaubsaufenthalts Tschaikowskis bei seiner Schwester in Kamjanka in Kleinrussland, der heutigen Ukraine.

Zur Musik

Orchesterbesetzung

Piccoloflöte, zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotte, vier Waldhörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Tuba, Pauken, Becken, Große Trommel, Saiteninstrumente, sowie im letzten Satz Gong.

Satzbezeichnungen

  1. Andante sostenuto – Allegro vivo
  2. Andantino marziale quasi moderato
  3. Scherzo. Allegro molto vivace
  4. Finale. Moderato assai

Analyse

Im ersten Satz erklingt als Hornsolo, begleitet von zwei rhythmischen Themen in den Holzbläsern, das Volkslied Drunten bei der Mutter Wolga. Im dreiteiligen zweiten Satz erklingen im ersten und dritten Teil der Hochzeitszug aus Tschaikowskis Oper „Undine“ (die der Komponist nach Kritikerverrissen vernichtet hatte); im zweiten Teil verwendet Tschaikowski das Volkslied Spinn, meine Spinnerin. Im dritten Satz folgt nach einem stürmischen Teil ein Trio im 2/8-Takt, in dem ein ukrainisches Scherzlied verarbeitet wird. Der vierte Satz orientiert sich an Ludwig van Beethovens dritter Sinfonie, der „Eroica“. Im mittleren Teil, dem Allegro vivo, wird das Volkslied Der Kranich variiert.

Wirkung

Die Uraufführung fand am 26. Januar 1873 in Moskau statt; Dirigent war der mit Tschaikowski befreundete Nikolai Grigorjewitsch Rubinstein. Sowohl Publikum als auch Kritik werteten die Sinfonie als „nationale Errungenschaft“. In den Jahren 1879/1880 erfuhr die Sinfonie eine gründliche Umarbeitung durch Tschaikowski. In dieser Form erklang sie erstmals 1881 in St. Petersburg.

Der Musiker Hans von Bülow lobte an der Sinfonie, ebenso wie bereits vorher bei Tschaikowskis erster Sinfonie, deren Melodienreichtum. Trotzdem stehen die ersten drei Sinfonien des russischen Komponisten im Schatten des Erfolges von Tschaikowskis „drei Großen“, nämlich der vierten, fünften und sechsten Sinfonie.

Belege

  • Christoph Hahn, Siegmar Hohl (Hg.), Bertelsmann Konzertführer, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/München 1993, ISBN 3-570-10519-9
  • Harenberg Konzertführer, Harenberg Kommunikation, Dortmund, 1998, ISBN 3-611-00535-5
  • Begleitheft der Doppel-CD Tchaikovsky – Symphonies Nos. 1-3, Philips Classics, 1995

Weblinks


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