8. Sinfonie (Dvořák)
Antonín Dvořák

Die Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88 ist eine Sinfonie des böhmischen Komponisten Antonín Dvořák.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Dvořák schrieb die Sinfonie anlässlich seiner, wie er auf dem Titelblatt der Partitur vermerkte, »Aufnahme in die Böhmische Kaiser-Franz-Joseph-Akademie für Wissenschaft, Literatur und Kunst«.

Zur Musik

Satzbezeichnungen

  1. Allegro con brio
  2. Adagio
  3. Allegretto grazioso
  4. Allegro ma non troppo

Besetzung

2 Flöten (2. auch Piccolo), 2 Oboen (1 auch Engl. Horn), 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Waldhörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba, Pauke, und Streichinstrumente.

Analyse

Zur düsteren Stimmung der 7. Sinfonie Dvořáks bildet die 8. Sinfonie einen gelösten, lyrischen Kontrast. Bei der Komposition, mit der sich Dvořák zum Ziel setzte, »ein von meinen anderen Symphonien verschiedenes Werk zu schreiben, mit individuellen, in neuer Weise ausgearbeiteten Gedanken«, ließ Dvořák sich von der Landschaft bei Vysoká u Příbramě, seinem Sommersitz, inspirieren.

Der erste Satz wird von einem choralartigen g-moll-Thema in Violoncello, Klarinette und Fagott eingeleitet, das im Verlauf des Satzes noch weitere Male jeweils zu Beginn von Exposition, Durchführung und Reprise wiederholt wird. Das eigentliche Hauptthema steht in G-Dur und wird von der Flöte vorgetragen. Nach einer Steigerung des Themas durch das Orchester folgt das Seitenthema. Vor der Durchführung wird das g-moll-Thema wiederholt, welches vor der Reprise in der Trompete erklingt. Am Anfang der Reprise erklingt wieder das G-Dur-Thema in den Holzbläsern und endet in Moll.

Der zweite Satz ist ein rhapsodieartiges Adagio in c-moll und 2/4-Takt und von Pjotr Iljitsch Tschaikowski beeinflusst, mit dem sich Dvořák kurz vorher befreundet hatte. Er beginnt melancholisch, wird aber von einer, einem Vogelruf ähnlichen, Quarte in der Flöte fortgesetzt. Die Fortführung des melancholischen Anfangs in der tiefen Klarinette wechselt sich im weiteren Verlauf mit der Quarte ab. Im Mittelteil des Satzes folgt ein weit ausholendes C-Dur-Thema, das von der Solovioline aufgegriffen wird. Der Satz ist von einem Nebeneinander von Hell und Dunkel geprägt; die zahlreichen Pausen ermöglichen ein Innehalten.

Der dritte Satz beginnt mit einem walzerartigen g-moll-Thema in den Violinen. Auf den Hauptteil folgt ein G-Dur-Trio in Flöten und Oboen. In der Wiederholung erklingt es in Oboe und Fagott; während es hier in ungeradem Takt steht, erklingt es in der Coda im geraden Takt. Der walzerartige Stil dieses Satzes ist möglicherweise ein Ausdruck der Verehrung an Tschaikowski.

Der vierte Satz steht in G-Dur; in ihm wird die Sonatensatzform mit Variationen kombiniert. Eingeleitet wird er von Trompeten in D. Nach der dritten Variation des zweiteiligen Hauptthemas, die allein in der Flöte erklingt, wird die zweite Variation wiederholt; danach folgt das Seitenthema.

Wirkung

Bei der Uraufführung am 2. Februar 1890 in Prag dirigierte Dvořák das Orchester des Tschechischen Nationaltheaters im Rahmen des »13. Populären Konzert der Künstlerressource«. Weitere Aufführungen durch Dvořák fanden am 7. November 1890 in einem Museumskonzert in Frankfurt am Main statt sowie im folgenden Jahr im englischen Cambridge am Vorabend seiner Promotion.

Während Dvořáks sechster Englandreise wurde die Sinfonie mehrmals von der »Royal Philharmonic Society« aufgeführt.

Hans Richter brachte die Sinfonie in Wien und London zur Uraufführung und schrieb nach der Wiener Aufführung an Dvořák: »An dieser Aufführung hätten Sie gewiß Freude gehabt. Wir alle haben gefühlt, daß es sich um ein herrliches Werk handelt: darum waren wir alle auch mit Enthusiasmus dabei. (..) Der Beifall war warm und herzlich«.

Dvořák ließ das Werk vom Londoner Verleger Vincent Novello veröffentlichen und nicht bei seinem Stammverleger Fritz Simrock, da er mit diesem gerade zerstritten war. Dieser Umstand führte, neben dem Erfolg der Sinfonie in England, zu deren Beinamen »Die Englische«.

Belege

  • Christoph Hahn, Siegmar Hohl (Hg.), Bertelsmann Konzertführer, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/München 1993, ISBN 3-570-10519-9

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