AVG 22–25
AVG 22–25
Wagen 125 im Jahr 2009
Nummerierung: 122–125 (bis 1982: 22–25)
Anzahl: 4
Hersteller: Waggon Union und BBC
Baujahr(e): 1975
Achsformel: B'2'2'B'
Bauart: Einrichtungswagen
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 27 720 mm
Höhe: 3280 mm
Breite: 2400 mm
Drehzapfenabstand: 6200 mm
Drehgestellachsstand: 1800 mm
Kleinster bef. Halbmesser: 25 m
Leermasse: 32,1 t
Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
Stundenleistung: 300 kW (2 x 150 kW)
Raddurchmesser: 680 mm
Stromsystem: DC 750 V
Stromübertragung: Oberleitung
Anzahl der Fahrmotoren: 2
Antrieb: Gleichstrommotor
Bremse: Selbsterregte Widerstandsbremse, Druckluftfederspeicherbremse, Gliedermagnet-Schienenbremse
Kupplungstyp: BSI
Sitzplätze: 83
Stehplätze: 254 (8 Personen/m²)
Fußbodenhöhe: 890 mm
Besonderheiten: nach EBO und BOStrab zugelassen

Unter den Betriebsnummern 22 bis 25 ordnete die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) ihre vier 1975 bei Waggon Union (WU) aus Berlin beschafften Gelenktriebwagen in ihren Bestand ein. Die Fabriknummern lauten 18696 bis 18699, die elektrische Ausrüstung lieferte die BBC zu.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die seinerzeitige Erweiterung des Fahrzeugparks wurde nötig, als die Albtalbahn-Zweigstrecke zwischen Langensteinbach und Ittersbach Mitte der 1970er-Jahre wieder in Betrieb ging. Die Beschaffung und Nummerierung der hier behandelten Kleinserie erfolgte im Anschluss an die zwischen 1958 und 1969 beschafften Wagen 1 bis 21.

Im Gegensatz zu ihren Vorgängern haben die Wagen 22 bis 25 ein moderneres, kantigeres Aussehen, waren jedoch mit den älteren Fahrzeugen technisch kompatibel. Bei der AVG erhielten sie deshalb auch die gleiche Typenbezeichnung wie diese, nämlich GT8-EP. Dieses Kürzel steht für achtachsiger Gelenktriebwagen mit elektropneumatischer Steuerung. Dank letzterer sind sie – sowohl untereinander als auch mit den Wagen 1 bis 21 – mehrfachtraktionsfähig.

Charakteristisch war ferner die mit diesen Triebwagen neu eingeführte zitronengelb-hellgrüne Poplackierung. Diese brachte ihnen vorübergehend den Spitznamen Salatschüssel ein.[2] Eine weitere umgangssprachliche Bezeichnung dieser Triebfahrzeuge lautet Badewanne.[3] Ursächlich hierfür ist die charakteristische Ellenbogenauflage, diese ist – ähnlich der Seifenablage bei vielen älteren Badewannen – etwas unterhalb der Fenster in die Seitenwand integriert.

Die vier Triebwagen wurden 1982 in 122 bis 125 umnummeriert und blieben bis circa 1987 auf ihren drei Stammstrecken im Einsatz. Dies waren die beiden Streckenäste der Albtalbahn und ab 1979 auch die Hardtbahn. Anschließend wurden sie dort von den Stadtbahnwagen der Baureihen GT6-80C und GT8-80C abgelöst.

Seither verkehren sie, mit einer neuen Lackierung versehen, im Rahmen eines gemeinsamen Fahrzeugpools der AVG und der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) im Karlsruher Straßenbahnnetz. Buchmäßig gehören sie jedoch bis heute der AVG und sind auch weiterhin auf der Albtalbahn und der Hardtbahn zugelassen. Ihre ausfahrbaren Klapptrittstufen erlauben ihnen darüber hinaus einen weitgehend freizügigen Einsatz im gesamten VBK-Netz, zum Beispiel auf der Linie S2. Bis heute erinnern die Polstersitze, die 2+2-Bestuhlung mit geringem Stehplatzanteil, die fehlende Einstiegstür im Mittelteil und die linksseitige Gepäckablage im Innenraum an den früheren Einsatzzweck.

Aufnahme der türlosen Seite

Die beiden Wagen 122 und 123 wurden 2003 mangels Bedarf abgestellt und dienen seither als Ersatzteilspender für ihre beiden Schwesterfahrzeuge. Die beiden verbliebenen Fahrzeuge wurden modernisiert und erhielten im gleichen Jahr statt der elektropneumatischen Schützensteuerung eine moderne Chopper-Steuerung. Ferner wurden ein Rechnergestützten Betriebsleitsystem (RBL) mitsamt dynamischer Fahrgastinformation im Innenraum nachgerüstet, ein Fahrkartenautomat installiert und die Sitze mit neuen Bezügen versehen. Die Wagen 124 und 125 tragen seither die abgeänderte Typenbezeichnung GT8-70C.[4] Die 70 steht dabei für die Höchstgeschwindigkeit, das C für die nachgerüstete Chopper-Steuerung.

Die beiden verbliebenen Wagen 124 und 125 verkehren heute, zusammen mit den klassischen Straßenbahnwagen der Serie 142–215, überwiegend auf der Linie 5. Darüber hinaus ist teilweise auf einem der beiden Kurse der Linie 8 eines der hier behandelten Fahrzeuge anzutreffen. Mitunter werden sie außerdem auf den drei Sonderstraßenbahnlinien 16, 17 und 18 zur Europäischen Schule eingesetzt. Zusammen mit den Wagen 142–215 gehören die Wagen 124 und 125 heute zu den ältesten planmäßig eingesetzten Fahrzeuge im Karlsruher Straßenbahnverkehr.

Baugleiche Wagen in Darmstadt

Ein ST 12 der HEAG mobilo

24 ähnliche Fahrzeuge in Meterspurausführung lieferte die WU anschließend in drei Serien an die Straßenbahn Darmstadt:

Baureihe Baujahr Anzahl Bauart Betriebsnummern
ST 10 1976 acht Sechsachser 7601–7608
ST 11 1982 sechs Achtachser 8209–8214
ST 12 1991 zehn Achtachser 9115–9124

Unterschiede zu den Karlsruher Wagen sind unter anderem die elektrische Ausrüstung durch die AEG, die zusätzliche Tür im Mittelteil (bei den Achtachsern), die über die untere Fensterkante hinaus heruntergezogene aber ungeteilte Frontscheibe, die Bauart der Türen (Außenschwingtüren statt Schiebetüren), die Position der seitlichen Rollbandanzeigen sowie einige weitere Details. Ein Teil der für Darmstadt produzierten Wagen verkehrt mittlerweile in der rumänischen Stadt Iași.

Einzelnachweise

  1. www.lokomotive.de
  2. Spitznamen deutscher Eisenbahnfahrzeuge auf www.eilzug.de
  3. Dieters Straßenbahn/Bus Seiten: Straßenbahnen / Stadtbahnen in Karlsruhe
  4. Fahrzeugpark der AVG und der VBK auf www.tram2000.com

Literatur

  • Die Gelenktriebwagen 22–25 der Albtalbahn. In: Der Weichenbengel. 5, 2007, ISSN 1860-5192, S. 58–55.

Weblinks


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