Aberlin Tretsch

Aberlin Tretsch (* um 1500 in Stuttgart; † 1577 ebenda) war Baumeister und Architekt für Herzog Christoph von Württemberg.

Seit 1537 ist er als Baumeister im Dienst von Herzog Christoph nachweisbar. Seine Aufgabe ist die Durchführung des umfassenden Bauprogramms des Herzogs, weshalb er fast ausschließlich im Gebiet des Herzogstums Württemberg tätig ist.

Sein wichtigstes Bauwerk ist der Umbau des Alten Schlosses in Stuttgart von einer mittelalterlichen Wasserburg zu einem repräsentativen Renaissanceschloss zwischen 1553 und 1563. Der alte Hauptbau wird mit drei Flügelbauten um den Schlosshof erweitert. Zum Schlosshof erlauben dreistöckige Laubengänge, die mit kannelierten Säulen und verschiedenen Kapitellen geschmückt sind, den Zugang zu den drei Schlossflügeln. Sie entsprechen allerdings nicht der klassischen Säulenordnung. 1562 wird im Südwestflügel die Schlosskirche geweiht, die der erste protestantische Kirchenbau in Württemberg ist und sich als Predigerkirche von den altkirchlichen Vorbildern unterscheidet.

Weitere Bauten sind das Schloss Göppingen (1556-1565), das Leonberger Schloss (1560-1565), der Ausbau von Schloss Waldenbuch (1558-1570), Schloss Pfullingen (1560-1565) sowie der Schlossbau 1553-1554 innerhalb der Festung Hohentwiel. Zwischen 1557 und 1560 baut er das Augustinerkloster in Tübingen zum Tübinger Stift um. In Esslingen baut er den Blaubeurer Pfleghof (1575).

Kurz vor seinem Tod zog er die Bilanz seiner Berufstätigkeit, sie habe ihm nicht mehr gebracht dann ain dollen Kopf, böse blinde Augen, lame Schenkel und ain schwachen, kranken Laib. [1]

Literatur

Quellen

  1. Karlheinz Fuchs, Baukunst im deutschen Südwesten, S. 50, 2004 ISBN 3-87181-491-1

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