Abdi Ipekci

Abdi İpekçi (* 9. November 1929 in Istanbul; † 2. Februar 1979 ebenda) war ein türkischer Journalist und Chefredakteur der Zeitung „Milliyet“. İpekçi wurde am 1. Februar 1979 von Mehmet Ali Ağca erschossen.

Leben

Denkmal auf der „Abdi İpekçi Straße“, Istanbul, in der Nähe des Attentatortes

İpekçi begann nach dem Abitur 1948 zunächst ein Jurastudium. Bereits seit 1943 veröffentlichte er in den Sportzeitungen „Rot-Weiß“ und „Torschuss“ Artikel und Karikaturen. Daher entschied er sich noch im selben Jahr für eine journalistische Laufbahn und wurde Redakteur und Sportreporter bei der Zeitschrift „Yeni Sabah“. 1950 ging er zu „Yeni Istanbul“, bevor er 1951 als Ressortleiter zum „Istanbul Express“ wechselte. 1954 begann er als Chef vom Dienst bei Milliyet und wurde fünf Jahre später Chefredakteur, was er bis zu seinem Tode blieb. Unter seiner Ägide erwarb sich die noch junge Zeitung (gegründet 1950) einen herausragenden Ruf und wurde eines der führenden Blätter des Landes.

Zugleich war er schriftstellerisch tätig und schrieb mehrere Bücher. Von 1961 bis 1970 moderierte er politische Diskussionen im türkischen Rundfunk. Seit 1968 war er Gastdozent an der journalistischen Fakultät der Istanbuler Universität.

İpekçi warb in seinen Artikeln für Demokratie und die Menschenrechte. Besonders trat er für die Aussöhnung von Griechen und Türken ein. Der letzte große Konflikt zwischen den beiden Ländern, der Zypernkonflikt, war gerade vier Jahre her, als İpekçi 1978 auf einem Kongress des Internationalen Presseinstituts erstmals ein Treffen zwischen griechischen und türkischen Journalisten ermöglichte und erreichte, dass jeweilige Journalistendelegationen sich mit den damals amtierenden Regierungschefs beider Länder treffen konnten.

Am 1. Februar 1979 wurde Abdi İpekçi vor seinem Haus in seinem Wagen niedergeschossen und verstarb am folgenden Tag an den Folgen des Attentats. Ağca, der Täter und mutmaßliches Mitglied der rechtsextremistischen Grauen Wölfe, konnte zwar gefasst und verurteilt werden, jedoch gelang ihm sechs Monate später die Flucht aus einem Militärgefängnis. Abdi İpekçi hinterließ seine Ehefrau und zwei Kinder.

Auf eine griechische Initiative hin wurde kurz nach İpekçis Tod der „Abdi-İpekçi-Preis“ initiiert, der Personen und Nichtregierungsorganisationen ehrt, die sich für den Frieden und die Völkerverständigung zwischen der Türkei und Griechenland einsetzten.

Viele Straßen und Gebäude tragen inzwischen den Namen des Journalisten. So fand der Eurovision Song Contest 2004 in Istanbul in der „Abdi İpekçi-Halle“ statt.

Weitere Ämter

  • 1959: Vorsitzender der türkischen Journalistengewerkschaft
  • 1960: Sekretär des türkischen Presserats
  • 1964: Mitglied des Verwaltungsausschuß des Internationalen Presseinstituts
  • 1971: Vizepräsident des Internationalen Presseinstituts
  • 1972: Vorsitzender des türkischen Presseinstituts

Weblinks


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