Gussbrocken

Gussbrocken (auch Gusskuchen, latein. Aes Rude) sind eine frühe Form eines Wertmessers und Zahlungsmittels in Europa. Die ältesten Fundstücke stammen aus der Frühbronzezeit, also etwa aus der Zeit 2000 - 3000 v. Chr. Die exakte Datierung der einzelnen Fundstücke ist nach wie vor ein großes Problem, da viele dieser Gusskuchen von Raubgräbern „geborgen“ und daher aus dem Fundzusammenhang gerissen wurden. Viele der illegal gegrabenen Gusskuchen landeten als Kiloware in Gelbgießereien und verschwanden auf Nimmer Wiedersehen. Die sogenannten „Gusskuchen“ - besser sollte man sagen „Rohmetallbarren“ - sind das Ergebnis der urzeitlichen Kupferverhüttung. Das Alter der ältesten Stücke ist daher mit dem Beginn der Kupferverhüttung anzusetzen. In den österreichischen Alpen wurde bereits zu Beginn des 3. vorchristlichen Jahrtausends Kupfererz bergmännisch abgebaut und verhüttet.

Gusskuchen stellten in der Bronzezeit das Rohmaterial für die weitere Verarbeitung durch die Kupferschmiede dar. Es gibt sie sowohl aus reinem Kupfer als auch in unterschiedlichen, meist natürlichen Bronzelegierungen. Dieses wertvolle Rohmaterial wurde bereits in der Bronzezeit quer durch die damals bekannte Alte Welt verhandelt. Im archäologischen Fundgut finden sich sowohl ganze Gusskuchen in unterschiedlichen Größen, sowie jede Menge von Teilstücken. Jüngere Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Archäometallurgie lassen die Vermutung zu, dass Gusskuchen schon in der Bronzezeit als prämonetäre Zahlungsmittel und natürlich auch als Rohstoff dienten.

Ab etwa 280 v. Chr. begannen die Römer, die Zahlungsmittel zu standardisieren. Zunächst mit Einführung der aes signatum, aus Bronze gegossener Barren mit Markierung (Motiv), die einen einheitlichen Wert hatten. Kurze Zeit später folgten dann auch die ersten groben Münzen, die aes grave (→ siehe auch As). Diese lösten dann in den Folgejahren die Gussbrocken als Zahlungsmittel nach und nach ab.

Siehe auch

Quellen


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