Ahnebeck

Ahnebeck
Ahnebeck
Gemeinde Parsau
Koordinaten: 52° 33′ N, 10° 54′ O52.54194444444410.89555555555664Koordinaten: 52° 32′ 31″ N, 10° 53′ 44″ O
Höhe: 64 m ü. NN
Einwohner: 129 (13. Juli 2011)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 38470
Vorwahl: 05368
Ahnebecker Straße Richtung Nordosten
Ahnebeck von Croya aus gesehen, mit Brücke über den Landgraben

Ahnebeck ist ein Ortsteil der Gemeinde Parsau im Osten des niedersächsischen Landkreises Gifhorn.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ahnebeck liegt am Nordrand des Vorsfelder Werders. Vom nahegelegenen Croya ist es durch den Landgraben getrennt ist, der nach Osten zum Niedermoorgebiet Drömling führt und früher Antbeck oder Anebek genannt wurde. Unmittelbar südwestlich von Ahnebeck liegt Parsau. Ahnebeck erstreckt sich entlang der B 244 („Ahnebecker Straße“).

Ahnebeck liegt rund 64 Meter über Normalnull und hat 129 Einwohner.[1] Der Ort besteht überwiegend aus modernisierten Bauernhöfen und Einfamilienhäusern, die teilweise nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Die Umgebung ist ländlich geprägt mit Acker- und Mischwaldflächen.

Geschichte

1341 fand an der Antbeck ein Doppelmord statt. Die Opfer waren zwei Brüder aus dem Adelsgeschlecht Knesebeck, die Täter gehörten zu dem Geschlecht Bartensleben, das auf der Wolfsburg residierte. Als Sühneleistung mussten sie am Tatort eine Kapelle und in der Salzwedeler Marienkirche zwei Altäre errichten.[2] 1495 verkauften die von Knesebeck ihren Besitz um das heutige Ahnebeck an die von Bartensleben. Da die Grenze zwischen dem Fürstentum Lüneburg und dem Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel zwischen Ahnebeck und Croya lag, wurde am Übergang über den Ahnebeck eine Zollstelle mit Gastwirtschaft eingerichtet.

Als Ort wurde Ahnebeck erstmals 1624 als Ahnebergk erwähnt.[3] Ahnebeck wurde nicht wie die meisten umliegenden Dörfer als Rundling erbaut, sondern als Straßendorf. 1850 gab es zwölf Bauernhöfe. In den Kriegshandlungen des Zweiten Weltkriegs starben acht Ahnebecker Männer, also ein Fünftel der damaligen männlichen Bevölkerung. 1973 wurde die Gaststätte geschlossen.

1858 lebten 106 Menschen in Ahnebeck. 1939 lebten 84 Einwohner im Ort, 1950 waren es wegen der Folgen der Flüchtlingsströme nach dem Zweiten Weltkrieg 173. 1985 war die Zahl auf 123 gesunken und stieg später durch Zuzug wieder leicht an.[4]

Bis 1972 gehörte Ahnebeck zum Landkreis Helmstedt. Am 1. Juli 1972 wurde Ahnebeck in die Gemeinde Parsau eingegliedert. Parsau mit Ahnebeck gehörten fortan zur Samtgemeinde Rühen und zum Landkreis Gifhorn. Am 1. März 1974 wurde die Samtgemeinde Rühen aufgelöst. Am 15. März 1974 beschloss die Gemeinde Parsau, sich der Samtgemeinde Brome anzuschließen.[5]

Infrastruktur und Verkehr

Ahnebeck gehört zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Parsau.

Ahnebeck wird im Stundentakt von Bussen der Linie WolfsburgBrome bedient. Bis 1974 hielten Personenzüge der Relation Wittingen–Rühen in den nahegelegenen Bahnhöfen Croya und Parsau.

Literatur

  • Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4

Einzelnachweise

  1. Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Brome vom 28. Juli 2011
  2. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 479
  3. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 481
  4. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 491
  5. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 521

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужна курсовая?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Parsau — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Croya — Gemeinde Parsau Koordinaten: 52°& …   Deutsch Wikipedia

  • List of territorial changes to the District of Helmstedt — This is a list of territorial changes to the district of Helmstedt, Lower Saxony, Germany during the administrative reforms of the 1970s. * Municipalities lost: ** to Gifhorn ***Ahnebeck ***Bergfeld ***Brechtorf ***Eischott ***Hoitlingen… …   Wikipedia

  • Bundesstraße 244 — Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/DE B Bundesstraße 244 in Deutschland Ka …   Deutsch Wikipedia

  • Samtgemeinde Brome — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Vorsfelder Werder — Siedlungen und Gemarkungen auf dem Vorsfelder Werder im 18. Jahrhundert …   Deutsch Wikipedia

  • Distrikt Helmstedt — Der Distrikt Helmstedt war von 1807 bis 1813 ein Distrikt im Departement der Oker im Königreich Westphalen, das durch das Königliches Decret vom 24. Dezember 1807 gebildet wurde. Der Distrikt Helmstedt umfasste den östlichen Teil der nördlichen… …   Deutsch Wikipedia

  • Ortsverzeichnis des ehemaligen Herzogtums Braunschweig im Königreich Westphalen — Nachfolgende Aufstellung beinhaltet die Orte des ehemaligen Herzogtums Braunschweig Lüneburg im Königreich Westphalen sowie der Orte aus den ehemaligen anderen, von den Truppen Napoleon Bonapartes zwischen 1806 und 1813 annektierten Gebieten im… …   Deutsch Wikipedia

  • Samtgemeinde Rühen — Die Samtgemeinde Rühen war eine Verwaltungseinheit im Landkreis Gifhorn, die vom 1. Juli 1972 bis zum 1. März 1974 existierte. Geschichte Von 1964 bis 1980 gab es in Niedersachsen mehrere Gebietsreformen. Dabei fusionierten unter anderem… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”