Ziegler (Feuerwehrbedarf)
Ziegler Beteiligungsgesellschaft mbH
Logo von Ziegler
Rechtsform GmbH
Gründung 1890
Sitz Giengen
Leitung Albert Jugel
Mitarbeiter > 1000 (2011) [1]
Umsatz 198,79 Mio (2009)[2]
Bilanzsumme 86,83 Mio. Euro (2009)
Produkte Feuerwehrfahrzeuge
Feuerwehrausrüstung
Website www.ziegler.de
Tanklöschfahrzeug mit Ziegler-Aufbau

Die Unternehmensgruppe Ziegler mit Sitz in Giengen an der Brenz (Baden-Württemberg) gehört zu den größten Herstellern und Vertreibern von Feuerwehrfahrzeugen und feuerwehrtechnischem Zubehör in Europa.

Im Jahr 2011 beschäftigte die Ziegler-Gruppe mehr als 1000 Mitarbeiter und erzielte im Konzern einen Umsatz in Höhe von 198,79 Millionen Euro. Konzerndachgesellschaft ist die Ziegler Beteiligungsgesellschaft mbH, der Feuerwehrausrüster Albert Ziegler GmbH & Co. KG wird in deren Konzernabschluss einbezogen.[3]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schlauch- und Hydrantwagen (Anfang 20. Jahrhundert)

Albert Ziegler (1862–1910) gründete das Unternehmen im Jahr 1890 zur Produktion von Feuerwehrschläuchen und Schlauchpflegegeräten mit fünf Flachwebstühlen und zehn Mitarbeitern in der ehemaligen Klingenmühle in Giengen an der Brenz. Auf der Weltausstellung 1894 in Antwerpen wurden die Feuerwehrschläuche der Firma ausgezeichnet.

Im Jahr 1918 übernahm Kurt Ziegler die Geschäftsführung. Er erweiterte das Unternehmen deutlich, indem er 1922 das heutige Firmengelände am Ostrand der Stadt erwarb. Mit Neuentwicklungen wie der Tragkraftspritze (1925), der ersten elektrischen Schlauchwaschmaschine (1930) und einer vollautomatischen Schlauch-Aufhängevorrichtung (1958) wurde die Marktstellung ausgebaut. Unter dem neuen Geschäftsführer Günther Ziegler begann das Unternehmen 1953 mit dem Bau von Feuerwehrfahrzeugen. 1975 wurden die Wechselaufbauten eingeführt; die Fahrgestelle bezieht das Unternehmen überwiegend von Mercedes-Benz und MAN.

Heute ist Ziegler ein international aufgestelltes Unternehmen mit acht Produktionsstandorten in Europa und Asien und bietet das komplette Sortiment an Feuerwehrausrüstung an. Am Standort Giengen gibt es 20 moderne Rundwebstühle und eine Endlos-Vulkanisierungsanlage, die den Absatz von jährlich mehr als 1500 Kilometern Schlauch ermöglichen. Jährlich liefert Ziegler etwa 600 Feuerwehrfahrzeuge aus.

Anfang 2011 verhängte das deutsche Bundeskartellamt gegen die Rosenbauer-Gruppe, die Schlingmann GmbH & Co. KG sowie die Albert Ziegler GmbH & Co. KG wegen verbotener Preis- und Quotenabsprachen seit 2001 Bußgelder in Höhe von insgesamt 20,5 Mio Euro[4] sowie weitere 17,5 Mio Euro gegen den Mitbewerber Iveco Magirus,[5] davon entfielen acht Millionen Euro auf Ziegler.[6] Alle im Kartell involvierten Angestellten sind bei Ziegler seit Anfang Mai nicht mehr im Unternehmen. Beginnend mit der Berufung von Marc-René Faerber zum Geschäftsführer der Albert Ziegler GmbH & Co. KG am 4. April 2011 wurde die Compliance im Mai und Juni 2011 erfolgreich und für alle Mitarbeiter verbindlich eingeführt. Alle Mitarbeiter der Gruppe wurden geschult und ein verpflichtender Verhaltenscodex für sämtliche Führungskräfte eingeführt.[7]

Am 16. August 2011 hat die Albert Ziegler GmbH & Co. KG beim Amtsgericht Aalen Insolvenz angemeldet, da das Unternehmen durch die Kartellbuße in Liquiditätsprobleme geraten sei. Die Produktion soll weiterlaufen.[8][9] Die ausländischen Tochtergesellschaften sind nach Angaben des Insolvenzverwalters von der Insolvenz nicht betroffern.[10] Am 19. August 2011 schieden Marc-René Faerber und Achim Ziegler aus dem Unternehmen aus, Albert Jugel wurde zum alleinigen Geschäftsführer bestellt.[11]

Standorte

Etwa 650 der rund 1000 Mitarbeiter sind im Stammhaus in Giengen beschäftigt, das eine Fläche von 80.000 Quadratmetern umfasst. Weitere Werke befinden sich in Mühlau, Rendsburg, Winschoten (Niederlande), Bozen (Italien), Sevilla (Spanien), Zagreb (Kroatien) und Jakarta (Indonesien). Ziegler ist außerdem zur Hälfte am Sonderfahrzeughersteller Hensel in Waldbrunn beteiligt.

Produkte

Flugfeldlöschfahrzeug Ziegler Z8 auf dem Flughafen Erfurt-Weimar
Einsatzleitwagen der Feuerwehr Karlsruhe auf Neoplan-Basis

Die Firma Ziegler baut folgende Einsatzfahrzeuge, die bei verschiedenen Feuerwehren eingesetzt werden:
Die Normfahrzeuge ELW, VRW, MTF, MZF, TSF, TSF-W, LF 10/6 (als Allrad- und Straßenversion), HLF 20/16 sowie den RW. Ebenfalls im Liefersortiment sind Tanklöschfahrzeuge wie das TLF 16/45, TLF 20/40 SL oder TLF 16/25, das aber kein genormtes Einsatzfahrzeug mehr ist. Außerdem werden verschiedene Gerätewagen gebaut, z. B. GW-Gefahrgut oder GW-Logistik.

Es gibt noch verschiedene Abrollcontainer (AB), wie z. B. AB-Mulde, AB-Rüst, AB-Gefahrgut, AB-Sonderlöschmittel.

Polizeifahrzeuge

Die Firma Ziegler fertigt auch Wasserwerfer für den Polizeieinsatz.

Industriefahrzeuge

Ziegler baut für Industriebetriebe, Raffinerien oder Flughäfen Sondereinsatzfahrzeuge, die speziell auf ein Einsatzfeld abgestimmt sind. Diese Einsatzfahrzeuge sind z. B. Vorausrüstfahrzeuge oder Hilfeleistungslöschfahrzeuge, die sich in der Technik von einem normalen Einsatzfahrzeug unterscheiden. Außerdem gibt es Großtanklöschfahrzeuge in verschiedenen Größen. Für Flughäfen werden von der Fa. Ziegler unter anderem Flugfeldlöschfahrzeuge gebaut; der neueste Typ wird als FLF Z8 bezeichnet.

Abrollcontainer werden auch in der Industrie eingesetzt, wie z. B. Großlüfter oder Hochwasser.

Literatur

  • Axel Johanßen: Ziegler – 50 Jahre Fahrzeugbau für die Feuerwehr. Galunder, Nümbrecht 2003, ISBN 3-89909-025-X.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Oliver Schmale (ols): Feuerwehrausrüster Ziegler beantragt Insolvenz, in: F.A.Z. vom 18. August 2011
  2. Ziegler Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009 (abgerufen via E-Bundesanzeiger)
  3. Ziegler Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung: Gesellschafterbeschluss vom 5. Juli 2010, veröffentlicht im E-Bundesanzeiger am 24. Januar 2011.
  4. Pressemeldung, Bundeskartellamtes, 10. Februar 2011
  5. muss 17,5 Millionen Euro Kartellstrafe zahlen, Business-Wissen.de, abgerufen am 27. Juli 2011
  6. Oliver Schmale (ols): Feuerwehrausrüster Ziegler beantragt Insolvenz, in: F.A.Z. vom 18. August 2011
  7. Pressemeldung, Albert Ziegler GmbH & Co. KG, 20. Mai 2011
  8. Feuerwehrmagazin: Aufbauhersteller Ziegler meldet Insolvenz an, abgerufen am 17. August 2011
  9. Insolvenzbekanntmachung, abgerufen am 17. August 2011
  10. Oliver Schmale (ols): Feuerwehrausrüster Ziegler beantragt Insolvenz, in: F.A.Z. vom 18. August 2011
  11. Firmengeschichte auf Unternehmenswebsite

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