Abdolrahman Ghassemlu

Abdul Rahman Ghassemlou oder kurdisch Ebdulrehman Qasimlo (* 22. Dezember 1930 in Urmia; † 13. Juli 1989 in Wien) war ein kurdischer Politiker und Vorsitzender der DPK-I.

Qasimlo kam als Kind einer reichen feudalen kurdischen Familie in Urmia zu Welt. Sein Vater hieß Mohammed Qasimlo und seine Mutter, die eine assyrische Christin war, Nana Jan Timsar. Nach seiner Schulbildung in Urmia ging er nach Teheran. Er wurde zum Zeitzeugen der Republik Kurdistan und wird Mitglied der DPK-I.

Ende der vierziger Jahre ging er zum Studium nach Paris und danach in die ČSSR. In der ČSSR lernte er seine spätere Ehefrau Helen Krulich kennen. Sie bekamen zwei Töchter. Als Mohammad Mossadegh iranischer Ministerpräsident wurde, kehrte Qasimlo 1952 in den Iran zurück. Fünf Jahre später und nach dem Sturz von Mossadegh ging er wieder in die ČSSR, wo er 1962 in Prag seinen Doktor der Ökonomie machte. Bis 1970 lehrte er dort an der Universität in Prag. 1973 wurde er zum Vorsitzenden der DPK-I.

Nach der islamischen Revolution 1979 im Iran kehrte Qasimlo wieder zurück. Der Sturz der Monarchie wurde von den Kurden im Iran als eine Chance auf mehr Rechte und Selbstbestimmung empfunden. Daraufhin setzten sich die DPK-I und die Komalah mit der neuen Regierung in Teheran in Verbindung. Da die neue Regierung kein Interesse an einer Autonomie der Kurden hatte, kam es bald zu bewaffneten Auseinandersetzungen in den kurdischen Gebieten.

Nach zwei Vermittlungsgesprächen zwischen Vertretern Irans und einer Delegation Kurden im Dezember 1988 in Wien kamen bei einem erneuten Treffen am 13. Juli 1989 alle drei Mitglieder der kurdischen Delegation durch Mord ums Leben.

Literatur

  • 40 Jahre Freiheitskampf. Rohrbach 1985.
  • Iran Kürdistani. Istanbul 1991.

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