Alfred von Kleist

Alfred von Kleist (wirklicher Name: Friedrich Wilhelm Victor Alfred von Kleist; * 16. November 1857[1] in Magdeburg; † 13. Mai 1921 in Brandenburg (Havel)) war ein preußischer Offizier, zuletzt Generalleutnant im Ersten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alfred entstammte dem pommerschen Uradelsgeschlechts derer von Kleist. Er trat am 15. April 1876 als Sekondeleutnant in das Grenadier-Regiment Nr. 1 ein und wurde am 23. Dezember des selben Jahres in das Feldartillerie-Regiment „Prinz August von Preußen“ (1. Litthauisches) Nr. 1 nach Königsberg versetzt. Von Oktober 1878 bis 30. September 1880 kommandierte man Kleist zur weiteren Ausbildung an die Vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule. Anschließend versah er wieder Dienst in Königsberg, ehe er dann vom 1. Juni 1883 bis 31. Dezember 1886 als Militärlehrer an der Oberfeuerwerker-Schule fungierte. Nachdem Kleist am 22. März 1887 die Beförderung zum Premierleutnant erhalten hatte, kommandierte man ihn als solchen nochmals zur Oberfeuerwerker-Schule und versetzte ihn unter Belassung in diesem Kommando in das Feldartillerie-Regiment „Großherzog“ (1. Badisches) Nr. 14. Unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann trat Kleist dann am 15. Dezember 1890 seinen Dienst als Batteriechef an.

Am 18. April 1903 ernannte man ihn zum Kommandeur der Oberfeuerwerker-Schule in Berlin. Dieses Kommando führte Kleist dann bis zu seiner Ernennung zum Kommandeur des Torgauer Feldartillerie-Regiments Nr. 74 am 14. Oktober 1909.

Bei Kriegsausbruch war er Generalmajor (seit 1. Oktober 1913) und Kommandeur der 6. Feldartillerie-Brigade an der Westfront. Am 1. April 1915 wurde Kleist Kommandeur der 115. Infanterie-Division, mit der er zunächst an der Westfront und am Mitte August 1915 an der Ostfront im Gefecht stand. Dort erfolgte am 6. November 1917 die Beförderung zum Generalleutnant. Im Februar 1918 ernannte man Kleist zum Kommandierenden General des Generalkommandos zbV Nr. 58.

Nach Kriegsende fungierte Kleist kurzzeitig vom 10. bis 18. Januar 1919 als Führer des VI. Reserve-Korps, wurde dann als Offizier von der Armee zur Verfügung gestellt und schließlich am 1. Februar 1919 mit der Führung des IV. Armee-Korps beauftragt. Diese Funktion übte er bis zum 7. Juli 1919 aus, wurde dann zur Disposition gestellt und in den Ruhestand verabschiedet.

Familie

Kleist heiratete am 8. Mai 1894 in Posen Elisabeth Gevers (* 17. Juni 1873 in Kassel; † 15. März 1944 in Potsdam). Sie war Tochter des Generalmajors Wilhelm Gevers (1845–1935) und Laura von Bobers. Sein Vater August von Kleist (1818–1890) und sein Bruder Erwin von Kleist (1855–1910) waren ebenfalls Generäle.

Auszeichnungen

Literatur

  • Karl-Friedrich Hildebrand, Christian Zweng: Die Ritter des Ordens Pour le Mérite des I. Weltkriegs, Band 2: H-O, Biblio Verlag, Bissendorf 2003, ISBN 3-7648-2516-2, S.215–217.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gustav Böhm, Heinz Hürten, Georg Meyer: Adjutant im preussischen Kriegsministerium, Deutsche Verlags-Anstalt, 1977, S.144.
  2. Vgl. Weblink - Biographie von Alfred von Kleist (1857–1921)
  3. Homepage des Familienverbandes derer von Kleist e.V. - Träger des Pour le mérite

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