Allobates
Allobates
Glanzschenkel-Baumsteiger (Allobates femoralis)

Glanzschenkel-Baumsteiger (Allobates femoralis)

Systematik
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Neobatrachia
Familie: Aromobatidae
Unterfamilie: Allobatinae
Gattung: Allobates
Wissenschaftlicher Name der Unterfamilie
Allobatinae
Grant, Frost, Caldwell, Gagliardo, Haddad, Kok, Means, Noonan, Schargel & Wheeler, 2006
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Allobates
Zimmermann & Zimmermann, 1988

Allobates ist die einzige Gattung der Allobatinae, einer Unterfamilie von Froschlurchen aus der Familie der Aromobatidae. Die Gattung umfasst 49 Arten, die im tropischen Mittel- und Südamerika beheimatet sind.

Inhaltsverzeichnis

Taxonomie

Die Unterfamilie Allobatinae wurde zusammen mit der Familie Aromobatidae neu errichtet.[1] Sie stellt innerhalb der Aromobatidae die Schwestergruppe der Aromobatinae dar, ist also phylogenetisch mit diesen näher verwandt als mit der Unterfamilie Anomaloglossinae. Bei der Erstbeschreibung werden in der abschließenden Klassifikation der Aromobatidae zunächst nur zwei Unterfamilien, Anomaloglossinae und Aromobatinae, erwähnt und als Schwestergruppen beschrieben. Im Anschluss folgt jedoch die Beschreibung der dritten Unterfamilie Allobatinae, die ebenfalls als Schwestergruppe der Aromobatinae bezeichnet wird, was einen Widerspruch darstellt. Dies deutet darauf hin, dass die Autoren die Gattung Allobates ursprünglich zu den Aromobatinae zählen wollten und ihre Einstufung als eigene Unterfamilie Allobatinae erst nachträglich in den Text eingearbeitet haben.

Ein großer Teil der Arten wurde in der Vergangenheit den Gattungen Colostethus und Epipedobates aus der Familie der Baumsteigerfrösche zugeordnet. Durch die taxonomische Eingliederung dieser Arten ist Allobates zu einer artenreichen Gattung angewachsen, die morphologisch, genetisch und ethologisch vielgestaltig ist. Obwohl ihre Monophylie gut belegt ist, ziehen die Beschreiber der Allobatinae daher eine künftige Aufspaltung in mehrere Gattungen in Betracht.[1]

Allobates talamancae

Unterfamilie Allobatinae Grant, Frost, Caldwell, Gagliardo, Haddad, Kok, Means, Noonan, Schargel & Wheeler, 2006

  • Gattung Allobates Zimmermann & Zimmermann, 1988
    • Allobates alagoanus (Bokermann, 1967)
    • Allobates alessandroi (Grant & Rodriguez, 2001)
    • Allobates algorei Barrio-Amoros & Santos, 2009
    • Allobates bromelicola (Test, 1956)
    • Allobates brunneus (Cope, 1887)
    • Allobates caeruleodactylus (Lima & Caldwell, 2001)
    • Allobates capixaba (Bokermann, 1967)
    • Allobates caribe (Barrio-Amorós, Rivas-Fuenmayor & Kaiser, 2006)
    • Allobates carioca (Bokermann, 1967)
    • Allobates cepedai (Morales, 2002)
    • Allobates chalcopis (Kaiser, Coloma & Gray, 1994)
    • Allobates conspicuus (Morales, 2002)
    • Allobates craspedoceps (Duellman, 2004)
    • Allobates crombiei (Morales, 2002)
    • Allobates femoralis (Boulenger, 1884)
    • Allobates fratisenescus (Morales, 2002)
    • Allobates fuscellus (Morales, 2002)
    • Allobates gasconi (Morales, 2002)
    • Allobates goianus (Bokermann, 1975)
    • Allobates granti (Kok, MacCulloch, Gaucher, Poelman, Bourne, Lathrop & Lenglet, 2006)
    • Allobates hodli Simões, Lima & Farias, 2010
    • Allobates humilis (Rivero, 1980)
    • Allobates insperatus (Morales, 2002)
    • Allobates juanii (Morales, 1994)
    • Allobates kingsburyi (Boulenger, 1918)
    • Allobates mandelorum (Schmidt, 1932)
    • Allobates marchesianus (Melin, 1941)
    • Allobates masniger (Morales, 2002)
    • Allobates mcdiarmidi (Reynolds & Foster, 1992)
    • Allobates melanolaemus (Grant & Rodriguez, 2001)
    • Allobates myersi (Pyburn, 1981)
    • Allobates nidicola (Caldwell & Lima, 2003)
    • Allobates olfersioides (Lutz, 1925)
    • Allobates ornatus (Morales, 2002)
    • Allobates paleovarzensis Lima, Caldwell, Biavai & Montanarin, 2010
    • Allobates picachos (Ardila-Robayo, Acosta-Galvis & Coloma, 2000)
    • Allobates pittieri (La Marca, Manzanilla & Mijares-Urrutia, 2004)
    • Allobates ranoides (Boulenger, 1918)
    • Allobates rufulus (Gorzula, 1990)
    • Allobates sanmartini (Rivero, Langone & Prigioni, 1986)
    • Allobates spumaponens Kok & Ernst, 2007
    • Allobates subfolionidificans (Lima, Sanchez & Souza, 2007)
    • Allobates sumtuosus (Morales, 2002)
    • Allobates talamancae (Cope, 1875)
    • Allobates trilineatus (Boulenger, 1884)
    • Allobates undulatus (Myers & Donnelly, 2001)
    • Allobates vanzolinius (Morales, 2002)
    • Allobates wayuu (Acosta-Galvis, Cuentas & Coloma, 1999)
    • Allobates zaparo (Silverstone, 1976)

Merkmale

Der vierte Finger ist verkürzt. Der dritte Finger weist bei geschlechtsreifen Männchen eine Schwellung auf. Zwischen der ersten und zweiten, sowie zwischen der zweiten und dritten Zehe sind keine Schwimmhäute ausgebildet. Auf der basalen Innenseite der Oberschenkel findet sich seitlich der Kloake ein blasser Fleck. Der seitliche Streifen, der diagonal von der Hüftbeuge bis über die Augen verläuft, ist diffus. Der Bauch der Männchen ist frei oder nahezu frei von Pigmentzellen und erscheint deshalb blass. Gaumenbeine fehlen.[1]

Geografische Verbreitung

Vertreter der Gattung Allobates finden sich im Tropengürtel Mittel- und Südamerikas sowie auf den Kleinen Antillen. Die meisten Arten finden sich östlich der Anden im Amazonasbecken und den Guyanas. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Guyana, Suriname und Französisch-Guayana. A. chalcopis tritt auf Martinique auf. A. talamancae ist im pazifischen Tiefland von Ecuador und Kolumbien, sowie in Mittelamerika bis ins südliche Nicaragua verbreitet.[2][1]

Lebensweise

Die Arten aus der Gattung Allobates sind tagaktive Bewohner des Tropischen Regenwaldes. Einige Vertreter kommen nur in unmittelbarer Nähe von Gewässern vor, während andere sich auch weiter davon entfernen. Das Männchen umklammert bei der Paarung den Kopf des Weibchens. Die Kaulquappen werden von erwachsenen Tieren auf dem Rücken transportiert, und zwar in der Regel entweder nur von den Männchen oder von beiden Geschlechtern. Bei A. talamancae transportieren hingegen nur die Weibchen Kaulquappen auf ihrem Rücken, und bei A. nidicola tritt das Verhalten überhaupt nicht auf. Die Kaulquappen wachsen typischerweise in stehenden oder fließenden Gewässern am Boden auf. Nur bei A. femoralis wachsen sie auch in Phytotelmata auf Pflanzen heran, die allerdings ebenfalls nahe am Boden wachsen.[1]

Gefährdung und Schutz

In der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN sind gegenwärtig 44 der 49 Arten erfasst, wobei allerdings bei 23 Arten das Datenmaterial unzureichend ist. Die verbleibenden 21 Arten sind von Least Concern (nicht gefährdet) bis Critically Endangered (vom Aussterben bedroht) eingestuft. Die kolumbische Art A. juanii wurde zum letzten mal 2002 gesichtet und gilt als vom Aussterben bedroht.[3] A. femoralis und A. zaparo sind im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgeführt.[4]

Quellen

  1. a b c d e T. Grant, D.R. Frost, J.P. Caldwell, R. Gagliardo, C.F.B. Haddad, P.J.R. Kok, D.B. Means, B.P. Noonan, W.E Schargel & W.C. Wheeler (2006): Phylogenetic systematics of dart-poison frogs and their relatives (Amphibia: Athesphatanura: Dendrobatidae). Bulletin of the American Museum of Natural History 299, 262 S. PDF online
  2. Allobatinae Grant, Frost, Caldwell, Gagliardo, Haddad, Kok, Means, Noonan, Schargel, and Wheeler, 2006. Darrel Frost and The American Museum of Natural History (2011). Abgerufen am 18. November 2011.
  3. The IUCN Red List of Threatened Species. International Union for Conservation of Nature and Natural Resources. Abgerufen am 18. November 2011.
  4. CITES. www.cites.org. Abgerufen am 18. November 2011.

Weblinks


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