Alterungsschutzmittel

Alterungsschutzmittel sind chemische Substanzen, die anderen Stoffen oder Stoffgemischen zugesetzt werden, um letztere vor unerwünschten Alterungsvorgängen zu schützen oder die Alterung zu verzögern. Alterungsschutzmittel zählen zu den Additiven.

Anwendung in Natur- und Synthesekautschuk

Bei der Vulkanisation setzt man dem Kautschuk Alterungsschutzmittel zu, um die durch Hitze, Licht-, Ozon-, Sauerstoff- und Schwermetalleinwirkung hervorgerufenen nachteiligen Alterungsvorgänge der Gummiprodukte zu verzögern. In der Kautschukindustrie werden beispielsweise substituierte Phenole [Beispiele: 2,6-Di-tert-butyl-4-methylphenol, 2,2'-Methylen-bis-(4-methyl-6-tert-butyl-phenol) und 2,2'-Methylen-bis-(4-methyl-6-cyclohexyl-phenol)], Diarylamine, substituierte p-Phenylendiamine oder heterocyclische Mercaptoverbindungen (Beispiele: 2-Mercaptobenzimidazol und Methyl-2-mercaptobenzimidazol) als Alterungsschutzmittel eingesetzt.[1]

Anwendung in Kunststoffen und Schmierstoffen

Zum Schutz von Kunststoffen, Schmierölen und Schmierfetten vor unerwünschten Alterungseinflüssen werden ähnliche Antioxidantien, Antiozonantien, Lichtschutzmittel et cetera eingesetzt, die oft als Radikalfänger wirken und unter den Sammelbezeichnungen „Stabilisatoren“ oder „Additive“ zusammengefasst werden.[2] Bisweilen werden auch zinkorganische Verbindungen (Zinkdialkyldithiophosphonate) als Antioxidantien eingesetzt.[3]

Einzelnachweise

  1. Fritz Röthemeyer, Franz Sommer: Kautschuktechnologie, Carl Hanser Verlag München Wien, 2. Auflage, 2006, S. 338-344, ISBN 978-3-446-40480-9.
  2. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 145, ISBN 3-440-04513-7.
  3. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 4711, ISBN 3-440-04513-7.

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