amazon.com
Amazon.com, Inc.
Logo
Rechtsform Corporation
ISIN US0231351067
Gründung 1994
Sitz Seattle, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
Leitung Jeff Bezos
Mitarbeiter 33.700 (2009)[1]
Umsatz 34,204 Mrd. US-Dollar (2010)[1]
Branche Internethandel
Website www.amazon.com
Jeff Bezos, Gründer von Amazon.com
Versandzentrum in Leipzig

Amazon (deutsche Aussprache [amaˈʦoːn] bzw. englisch [ˈæməzən]) ist ein US-amerikanisches Social-Commerce-Versandhaus, das Bücher, elektronische Bücher (E-Books), CDs, DVDs, Blu Ray Discs, Musik (MP3-Downloads), Videotechnik, Elektronik und Foto-Artikel, Software, Computer- und Videospiele, Küchen- und Haushaltsgeräte, Haustierbedarf, Sport- und Freizeitartikel, Spielwaren und Babyartikel, Uhren und Schmuck, Bekleidung, Baumarktartikel, Automobilzubehör, Drogerieartikel, Lebensmittel, Zeitschriften und Musikinstrumente verkauft. Zudem betrieb es in den Jahren 2005 bis 2008 einen postalischen DVD-Verleih. Über die integrierten Verkaufsplattformen „Marketplace“ und „z-Shops“ können auch Privatpersonen oder andere Unternehmen neue und gebrauchte Produkte anbieten. Unter eigener Marke wird der Amazon Kindle vertrieben, ein Lesegerät für elektronische Bücher.

Nach eigenen Angaben hat Amazon als Internet-Marktführer die weltweit größte Auswahl für Bücher, CDs und Videos.

Der Name bezieht sich auf den südamerikanischen Strom Amazonas – der Verweis auf den stark verzweigten und wasserreichsten Strom der Erde sollte die mit Hilfe vieler Partner angestrebte Vormachtstellung im Internet-Handel versinnbildlichen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1994 gründete Jeff Bezos das Stammhaus, das US-amerikanische Mutterunternehmen Amazon.com. Es ging im Juli 1995 online. Mit Übernahme des Unternehmens Telebook Inc. (Inhaberin der deutschen ABC Bücherdienst GmbH, dem damals führenden deutschen Internet-Versandbuchhändler und Online-Pionier) übernahm Amazon im Oktober 1998 den Verkauf in Deutschland via Tochter Amazon.de. Der deutsche Unternehmenssitz ist in München, die Distributionslager befinden sich in Bad Hersfeld, Werne und Leipzig, der Kundendienst in Regensburg. Ebenfalls 1998 erfolgte die Übernahme von Bookpages Limited und der Filmdatenbank IMDb. Mitte August 2006 nahm Amazon in Leipzig ein weiteres Versandlager mit ca. 300 Arbeitsplätzen in Betrieb. Im September 2009 wurde ein zweites Logistikzentrum in Bad Hersfeld mit rund 2.500 Arbeitsplätzen fertiggestellt; es ist mit einer Fläche von 110.000 Quadratmetern der neue Standard für weitere Distributionszentren.[2] Der Neubau liegt direkt an der Autobahnausfahrt 32 (Bad Hersfeld) an der A4. Das bereits existierende Logistikzentrum mit 42.000 Quadratmetern und über 1.000 Mitarbeitern im Stadtteil Eichhof,welches seit 1999 besteht,und 7 km entfernt ist, bleibt bis mindestens 2018 auch in Betrieb.[3] Ein weiteres Vertriebszentrum mit 110.000 Quadratmetern ging im September 2011 in Rheinberg[4] an den Start, ein weiteres wird in Graben[5] errichtet, Werne wurde auf rund 140.000 m² vergrößert, nachdem man auch die zweite ehem. IKEA-Halle langfristig anmietete und ist so das größte Logistikzentrum.

Die deutschsprachige Internetseite Amazon.de wird von Amazon EU S.a r.l. in Luxemburg betrieben. Die Entwicklungsabteilung der Amazon.de-Website in München wurde Mitte 2004 geschlossen und ein Großteil der Mitarbeiter entlassen.

Länderspezifische Anpassungen nehmen nun die britische Tochter Amazon.co.uk in Slough oder direkt Amazon.com in Seattle vor.

Amazon ließ sich den Vorgang der Bestellung mit nur einem Klick (US-Patent Nr. 5.960.411[6]), die auf der Cookie-Technik basiert, in den USA patentieren.[7] Amazon verklagte in den USA erfolgreich andere Unternehmen, auf deren Webseiten ebenfalls Produkte mit nur einem Klick bestellt werden konnten, obwohl Cookies ursprünglich vom Unternehmen Netscape entwickelt worden waren und es sich bei der One-Click-Technik nach verbreiteter Meinung um ein sogenanntes Trivialpatent handelt. In Deutschland ist eine solche Patentierung nicht zulässig.

Ein weiteres Patent hat Amazon auf ein Nutzerrezensionssystem erhalten, in dem Kauf- und Nutzungserfahrungen der erworbenen Produkte von Kunden für Kunden veröffentlicht werden sollen.[8] Weiterhin hat der Onlinebuchhändler ein Bewertungssystem patentieren lassen, das dem Kunden erlaubt, per Mausklick Rezensionen nach ihrer Qualität zu bewerten.[9]

Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am 24. April 2009 hat sich Amazon.de mit 16,7 Millionen Kunden an die Spitze der deutschen Webseiten mit den meisten Online-Käufern gesetzt. Dadurch wurde eBay mit 16,3 Millionen Käufern auf Platz zwei verdrängt.[10]

Im Juli 2009 übernahm Amazon für rund 850 Millionen Dollar den Online-Schuhladen Zappos. Amazon kündigte an, den Kaufpreis mit eigenen Aktien im Wert von 807 Millionen Dollar begleichen zu wollen, zusätzlich mit 40 Millionen Dollar in bar für die Zappos-Beschäftigten.[11]

Der Marktwert von Amazon lag im November 2010 bei 80 Milliarden US-Dollar.[12]

Leistungen

Über ein Partnerprogramm Amazons in den USA, das allerdings nie ausgeübte Patentrechte besitzt, können Betreiber einer Webseite Links zu Amazon setzen, die rückverfolgbar sind, und erhalten bei Kaufabschluss eine Provision. Ergänzend zum Partnerprogramm bietet Amazon seit Sommer 2002 den Zugriff auf seine Produktdatenbank über den Amazon Web Service, einen Webservice, an.

Neben dem klassischen Buchverkauf bietet Amazon seit einiger Zeit auch Auktionen und den privaten oder kommerziellen Verkauf von gebrauchten oder neuen Waren an. Diese Angebote über Amazon sind als Alternativen zum „offiziellen“ Amazon-Produkt (Amazon Marketplace) aufgelistet und erwirtschaften den Hauptanteil des Betriebsergebnisses. Pro verkauftem Artikel behält Amazon eine Provision von 15 Prozent des Verkaufspreises (zzgl. USt) und zusätzlich 1,14 Euro sowie eine von Produktgruppe und Käuferland abhängige Versandtransaktionsgebühr, bei Büchern nach Deutschland beispielsweise 1,16 Euro zzgl. USt. Diese Gebühr wird von Amazon auch in dem Fall berechnet, wenn der Artikel privat verkauft (und versendet) wird.

Daneben gibt es weitere Hilfsmittel für Anbieter von Artikeln. Amazon Advantage gibt Unternehmen und natürlichen Personen die Möglichkeit, ihre Produkte über den Amazon-Produktkatalog zu offerieren. Den Versand erledigt die Amazon Logistik GmbH „on demand“ (auf Nachfrage). Im Gegensatz zu Amazon Marketplace (wo der Verkäufer den Versand und die Logistik organisiert) nimmt Amazon vom Anbieter die Artikel in Kommission und lagert sie im Logistikzentrum. Die Artikel werden im „normalen“ Amazon-Katalog geführt, d. h. nicht über die anderen verfügbaren Plattformen wie Shops, Auktionen oder den Marketplace.

Amazon.com vertreibt seit April 2004 aber auch eigene Produkte unter verschiedenen Handelsmarken wie Strathwood für Gartenmobiliar, Pinzon für den Wohnbereich, Pike Street als Billigmarke und Denali für Werkzeuge.[13]

Populär wurde Amazon u. a. auch durch den Einsatz von Recommendation Engines („Kunden, die Produkt A gekauft/gesucht haben, haben auch B gekauft!“).

Seit 2005 bot Amazon.de einen DVD-Verleih an.[14] Ab Mitte September 2006 startete es den Verkauf von FSK-18-DVDs; einen Verleih von nicht jugendfreien Titeln plante das Versandhaus zunächst nicht. 2008 verkaufte Amazon diese Sparte an LoveFilm.[15] Der DVD-Verleih über Amazon.de wurde am 11. Juli 2008 eingestellt, die bisherigen Nutzer mussten ihr Konto zu LoveFilm transferieren.[16] Im Januar 2011 wurde bekannt, dass Amazon Lovefilm komplett übernehmen wird, und damit wieder eine Versandvideothek in Deutschland anbietet.

Als Erweiterung der Kunden-Rezensionen gibt es seit Januar 2007 das Produkt-Wiki „Amapedia“.[17]

Amazon.com betreibt auch die Einzelhandelsportale für Unternehmen und Organisationen wie Target, die NBA, Sears Canada, Bebe Stores, Timex, Marks & Spencer, Mothercare und Lacoste. Seit 2. November 2005 ist im Rahmen der Amazon Web Services die Betaversion des neuen Internetservices Amazon Mechanical Turk freigeschaltet: ein Marktplatz für einfache Arbeiten über das Internet.

Auf der amerikanischen Amazon-Seite kann man mithilfe des „Amazon Honor System“ Spendenseiten einrichten, auf denen direkt durch die seiteneigene Kaufabwicklung bezahlt wird. Amazon behält Transaktionsgebühren pro Zahlungsvorgang. Es ist geplant, diesen Service in weiteren Ländern anzubieten.

Anfang August 2007 startete Amazon eine Beta-Version der Online-Bezahlfunktion Flexible Payments Service (FPS).[18]

Seit 2007 ist es für Webseitenbetreiber möglich, sich einen eigenen Amazon-Shop zu erstellen. Hinter „Amazon astore“ verbirgt sich ein neues Affiliate-Programm, mit dem sich Webseitenbetreiber den Amazon-Shop mit ausgewählten Produkten oder ganzen Produktkategorien direkt auf die eigene Internetseite holen können.

Am 25. September 2007 startete der Online-Händler mit der öffentlichen Beta-Phase des Musik-Downloadshops Amazonmp3 in den USA und trat damit in den Wettbewerb der Online-Musikdienste ein. Die mehr als zwei Millionen Titel von über 180.000 Interpreten der Partner EMI, Universal und zahlreichen Independent-Labels werden DRM-frei im MP3-Format mit 256 kBit/s angeboten. Mit dem Verzicht auf einen Kopierschutz können die MP3-Dateien auf nahezu allen digitalen Musik-Playern abgespielt und ohne Einschränkung auf CD gebrannt werden. Ausgewählte Songs enthalten digitale Wasserzeichen, die die Dateien als Amazon-Music kennzeichnen. Die Einzeltitel kosten zwischen 89 und 99 US-Cent, Alben zwischen 5,99 und 9,99 US-Dollar. Eine Software zur Organisation der Downloads ist für Windows XP, Vista, Mac OS X und Linux erhältlich. Für Linux existieren seit März 2008 beziehungsweise Dezember 2009 alternativ die freien Downloader clamz und pymazon.[19][20]

Seit November 2007 gibt es auch in Deutschland eine jährliche Versandkostenpauschale (Amazon Prime) für 29 Euro (in den USA seit 2005: 79 US-Dollar).

Zum 30. Dezember 2008 beendete Amazon.de die seit September 2004 angebotene Tiefpreisgarantie für DVDs, Blu-rays und Videospiele. Mit ihr war es möglich, sich innerhalb von 14 Tagen die Preisdifferenz als Gutscheinguthaben erstatten zu lassen, wenn ein Produkt aus den teilnehmenden Kategorien bei einem in Deutschland ansässigen Händler zu diesem Zeitpunkt günstiger angeboten wurde. Dabei wurden von Amazon auch solche Preise akzeptiert, die nur in Ladengeschäften fernab des eigenen Wohnortes galten. Es ergab sich also die theoretische Möglichkeit, unabhängig vom eigenen Aufenthaltsort von den jeweils günstigsten Preisen, also auch von Aktions- und Eröffnungsangeboten in ganz Deutschland, zu profitieren. In der Folge entstand in der Online-Community ein regelrechter Wettbewerb, die gerade günstigsten Preise zu finden und anderen Nutzern zusammen mit einem entsprechenden Beleg zugänglich zu machen. In der Begründung der Einstellung dieser Leistung ist davon jedoch nicht die Rede; Amazon verweist lediglich allgemein auf eine gestiegene Transparenz, die den Preisvergleich heutzutage erleichtere und eine solche Garantie aus ihrer Sicht überflüssig mache.[21] Im Februar 2011 wurde die Tiefpreisgarantie dann auch für Artikel aus den Sortimenten Spielwaren, Baby, Sport, Schuhe und Uhren abgeschafft.[22] Beibehalten hingegen wurde die Vorbesteller-Preisgarantie für Artikel aus den Bereichen Buch, Software, Video-Games, DVD, Video oder Musik. Diese sichert zu, dass man bei Bestellung eines noch nicht erschienenen Artikels den günstigsten Amazon-Preis erhält, der zwischen Bestell- und Lieferdatum Gültigkeit hatte.[23]

Am 1. April 2009 startete der MP3-Download-Dienst in Deutschland.[24] Der Dienst bietet einige der über Amazon zum Verkauf stehenden CDs als digitale MP3-Downloads zu einem teilweise niedrigeren Preis an.

Seit dem 1. Juli 2010 kann man auf Amazon.de auch Lebensmittel bestellen.[25] Bislang war dies nur in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich möglich.[26][27]

Amazon Payments (auch „Bezahlen über Amazon“, engl. „Checkout by Amazon“) ist ein Dienst, mit dem Amazon-Kundenkonten auch bei Onlineshops genutzt werden können, die nicht zu Amazon gehören, ohne dass die Zahlungsdaten offengelegt werden müssten. Der Dienst, der seit 27. April 2011 bei den ersten deutschen Händlern verfügbar ist, ist für Kunden kostenlos, während Händler eine Gebühr pro Transaktion zu entrichten haben.[28]

Seit dem 2. Mai 2011 ist Javari.de ein Tochterunternehmen von Amazon Online. Javari ist ein Premiumanbieter für Schuhe, Handtaschen und Accesoires. Nach Zalando.de soll nun Javari.de den Onlinemarkt für Schuhe und Accessoires in Deutschland erobern. Beim Firmennamen Javari gibt es eine Analogie zu Amazon: der Fluss Javari liegt in Brasilien, ist ca. 1.180 km lang und mündet in den Amazonas.[29] Die Artikel werden derzeit von Bad Hersfeld (FRA3) und Leipzig (LEJ1) aus versendet, Retouren gehen nach Bad Hersfeld (FRA3). Verantwortlicher Geschäftsführer für Javari.de ist Gregory Greenley. Vor Javari.de startete der Dienst im Vereinigten Königreich[30] und Japan[31].

Weltweite Verbreitung

Amazon betreibt neben dem Hauptgeschäft zahlreiche weitere Websites wie beispielsweise die Suchmaschinen A9.com, Alexa Internet und die Filmdatenbank IMDb. Das Unternehmen liefert zwar in die ganze Welt aus, aber die Logistikcenter und Internet-Shops konzentrieren sich auf die sehr gut industrialisierten Länder. In Osteuropa (Rumänien) existiert nur ein Entwicklungsstandort.

Börsendaten

  • Insgesamt gibt es 428,8 Millionen Aktien von Amazon.com (Stand 14. Dezember 2008). Die Aktien werden unter anderem an der elektronischen, US-amerikanischen Börse NASDAQ gehandelt.
  • Die Börsenkapitalisierung (MarCap) von Amazon (Public, NASDAQ:AMZN) betrug am 25.Oktober 2011 rund 85 Mrd. US Dollar (zum Vergleich: Google: 130,93; eBay: 20,97; Yahoo: 20,84) bei einem Aktienkurs von 200,00 USD und 428,8 Millionen ausgegebenen Aktien, der operative Cashflow lag 2008 bei 1,697 Mrd. USD (zum Vergleich: Google: 7,852; eBay: 2,881; Yahoo: 1,880).

Kontroversen

Unternehmenspolitik

Parteien, Gewerkschaften und ehemalige Mitarbeiter haben mehrfach Kritik an den gezahlten Löhnen sowie den Arbeitsbedingungen geäußert.[32][33][34][35] [36]

Verlage und Kritiker werfen Amazon vor, dass es seine Marktmacht dazu missbrauche, zu hohe Rabatte von den Verlagen zu fordern, was bei den Verlagshäusern zu nicht tolerierbaren Umsatzeinbußen führe. Außerdem würde das Unternehmen weniger Dienstleistungen bereitstellen als konventionelle Buchhändler. Dieses Missverhältnis und die aggressive Preispolitik Amazons führten zum Beispiel dazu, dass der Diogenes-Verlag seine Bücher mehrere Monate lang nicht mehr über Amazon vertreiben ließ.[37]

Amazon wird von mehreren Medien und Netzaktivisten kritisiert, da Amazon Ende 2010 die Vertragsbeziehungen mit WikiLeaks kündigte, welche die Amazon Web Services nutzte, um bis dato geheime diplomatischen US-Depeschen zu veröffentlichen.[38]

Angebote

Amazon USA hatte bis April 2008 „I Love Hitler“-T-Shirts, weitere Nazi-Produkte und auch „I Love Stalin“-Kleidungsstücke im Angebot, die nach Presse-Kritik aus dem Programm genommen wurden.[39] Der Onlinebuchhändler hat volksverhetzende und strafbare Schriften mit rechtsextremen und antisemitischen Inhalten auf seinen Internetseiten vertrieben.[40]

Im April 2009 fiel auf, dass der Konzern (zunächst in den USA) Bücher mit erotischen und homosexuellen Inhalten nicht mehr in den verkaufsrelevanten Bestsellerlisten aufführte und auch in den Metasuchmaschinen Verweise fehlten. Zudem wurden Bücher mit homosexuellen Inhalten grundsätzlich als „Erwachsenenliteratur“ eingestuft (einschließlich Kinder- und Jugendliteratur). Betroffen waren u. a. Stephen Frys Autobiografie „Moab is My Washpot“, „Heather Has Two Mommies“ und „Lady Chatterley“. Über Ostern 2009 entstand eine Net-Kampagne, die in wenigen Stunden eine Petition an Amazon antrieb. Die Unternehmenssprecherin Patty Smith erklärte später, dass es sich um eine Störung des Systems gehandelt habe und insgesamt 57.310 Bücher aus mehreren Kategorien betroffen waren.[41]

Im Mai 2009 stellte der Verfassungsschutz des Landes Brandenburg fest, dass eine Regionalsektion der NPD offensichtlich in das Partnerprogramm bei Amazon.de eingestiegen war, für den Kauf rechtsextremistischen Propagandamaterials über Amazon warb und damit Einnahmen erzielte. Diese Geschäftsbeziehung stieß auf breite Kritik; einige prominente Politiker – so der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses Walter Momper – forderten einen Boykott von Amazon, sollte die Firma ihre Zusammenarbeit mit der rechtsradikalen Partei nicht beenden.[42] Amazon teilte auf Anfrage des Berliner Tagesspiegel mit, dass man das Angebot hinsichtlich der Einhaltung der Bedingungen ihres Partnerprogramms überprüfe und nach Abschluss der Prüfung gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ergreifen werde. Des Weiteren würden sie stets der Einschätzung von Gerichten, Staatsanwaltschaften und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien folgen und normalerweise keine eigene Wertung hinsichtlich der Zulässigkeit des Vertriebs vornehmen.[43] Schließlich hat Amazon die NPD vom Partnerprogramm wieder ausgeschlossen. [44] Nach Protesten hat Amazon die kurze Zeit gelisteten Thor-Steinar-Produkte [45] entfernt und den Hinweis „Artikel, die den Nationalsozialismus verherrlichen oder verharmlosen“ in die Verkaufsrichtlinien unter der Überschrift „Verbotene Artikel“ aufgenommen.[46]

Die Tierschutzabteilung der Albert-Schweitzer-Stiftung ruft zum Protest und Boykott von Amazon auf, da das Unternehmen inzwischen auch Pelze, Pelzwaren, Hummer und Stopfleber vertreibt. Das Unternehmen argumentiert, es wolle den Bürger nicht entmündigen, indem es eine Vorauswahl der durch Drittanbieter angebotenen Waren vornehme.[47] Weiterhin startete die Jugendorganisation der PETA eine Protestaktion und rief dazu auf, eine Online-Petition gegen den Pelzhandel zu unterschreiben.[48]

Verbraucherschützer kritisieren den Lebensmittelhandel über Amazon. Es fehlen relevante Informationen und Produktdetails, nach Aussagen von Deutschen Verbraucherschützern ist diese Nichtnennung von Informationen ein Verstoß gegen geltendes Recht.[49]

Rezensionsfunktion

Das Kundenrezensionen-System des Onlinehändlers steht seit Langem in der Kritik.[50] Unternehmen beauftragen Mitarbeiter und auch Buchautoren selbst bewerten ihre Produkte auf der Amazon-Webseite.[51] Es handele sich um eine regelrechte Kampagne, in der Unbekannte offenbar mit gefälschten Kundenrezensionen bestimmte Titel beworben und andere gezielt in Misskredit gebracht hätten.[52] Manche Bücher haben bereits Kundenrezensionen, bevor sie veröffentlicht werden.[53]

Datenschutz

Informationen über Buchbestellungen und andere Käufe sind den Zoll- und Einwanderungsbeamten der USA offenbar frei zugänglich. In mindestens einem Fall wurde am Flughafen in den U.S.A. die Einreise verweigert mit Verweis auf Bestellungen bei Amazon. [54] [55]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Annual Report 2010
  2. Goodman stellt Logistikzentrum für Amazon in Bad Hersfeld fertig Meldung im Springer-VDI-Verlag vom 30. Oktober 2009, abgerufen am 2. Dezember 2009.
  3. Europas größtes Logistikzentrum Artikel von Carla Ihle-Becker in der Frankfurter Rundschau online - Abgerufen am 2. Dezember 2009.
  4. Amazon eröffnet neues Logistik-Zentrum in Rheinberg Artikel auf DerWesten.de - Abgerufen am 27. Oktober 2011.
  5. Amazon gräbt das Lechfeld um in der Augsburger Allgemeinen - Abgerufen am 12. Mai 2011.
  6. Patent US5960411: Method and system for placing a purchase order via a communications network. Veröffentlicht am 28. September 1999.
  7. Amazon verteidigt 1-Click-Patent - Heise.de-Meldung am 3. Dezember 1999
  8. Amazon erhält Patent auf ein Anreizsystem für nützliche Kundenrezensionen. Heise-Online, 7. Oktober 2008.
  9. Amazon erhält Patent für die Bewertungen von Kundenrezensionen. Handelskraft, 8. Oktober 2008.
  10. finanznachrichten.de: E-Commerce: Amazon.com überholt Ebay. 24. April 2009.
  11. Amazon schluckt Internet-Schuhhändler Zappos 22. Juli 2009
  12. Michael Arrington: Facebook Now Worth $50 Billion In Secondary Trading. TechCrunch, 29. November 2010, abgerufen am 30. November 2010 (englisch).
  13. Frank Patalong: Amazons Ableger: Der heimliche Hersteller. In: Spiegel online. 24. September 2009, abgerufen am 24. September 2009.
  14. Onlinevideothek: Amazon startet DVD-Verleih. In: manager-magazin.de. SPIEGELnet GmbH, 23. Juni 2005, abgerufen am 20. März 2009.
  15. heise.de: LoveFilm übernimmt DVD-Verleih-Service von Amazon Europe, 4. Februar 2008
  16. cinefacts.de: Amazon.de stellt Verleihservice ein, 31. Mai 2009.
  17. focus.de: Online-Enzyklopädie: Amazon kopiert Wikipedia, 28. Januar 2007
  18. docs.amazonwebservices.com: Amazon Flexible Payments Service Getting Started Guide
  19. Dominik Wagenführ: MP3s von Amazon herunterladen. In: freiesMagazin, 2010-09, ISSN 1867-7991. Wiederveröffentlicht in einem linux-community-Artikel. Abgerufen am 11. Oktober 2010.
  20. clamz downloads sowie pymazon source. Abgerufen am 18. Oktober 2010.
  21. Amazon.de: Ende der Tiefpreisgarantie, cinefacts.de 9. Januar 2009
  22. Tiefpreisgarantie bei Amazon.de komplett abgeschafft
  23. amazon.de: Vorbesteller-Preisgarantie, Zugriff am 16. April 2011
  24. http://www.amazonmp3.de
  25. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Amazon-startet-Online-Handel-mit-Lebensmitteln-1031712.html
  26. Nahrung per Mausklick – Amazon startet Online-Handel mit Lebensmitteln – Meldung vom Tagesspiegel am 02. Julia 2010
  27. lr-online.de: Amazon startet Online-Handel mit Lebensmitteln, abgerufen am 8. August 2010
  28. lr-online.de: Amazon Payments Blog: Checkout by Amazon Now Available in Germany, abgerufen am 23. Oktober 2011
  29. [archive.org Javari.de: Hilfe.] In: javari.de. Archiviert vom Original am 4. Mai 2011, abgerufen am 4. Mai 2011.
  30. [archive.org Javari.co.uk: Help.] In: javari.co.uk. Archiviert vom Original am 4. Mai 2011, abgerufen am 4. Mai 2011.
  31. [archive.org Javari.jp: ヘルプ.] In: javari.jp. Archiviert vom Original am 4. Mai 2011, abgerufen am 4. Mai 2011.
  32. spiegel.de: Selbst Lidl zahlt besser, 9. Juni 2006
  33. Revealed: Amazon staff punished for being ill Times Online Artikel (englisch) - abgerufen am 23. Oktober 2009
  34. Eine Grippe reicht für den Rauswurf Focus Artikel - abgerufen am 23. Oktober 2009
  35. http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=8816750/pv=video/nid=233454/1ny46o5/index.html
  36. http://www.derwesten.de/panorama/amazon-beschaeftigte-hunderte-arbeitslose-unentgeltlich-id6047753.html
  37. faz.net: Diogenes traut sich was gegen Amazon, 1. Juni 2004
  38. tagesschau.de
  39. Amazon vertreibt „I Love Hitler“-T-Shirts pressetext.at Artikel, abgerufen am 23. Oktober 2009
  40. Anzeige gegen Amazon Die-Zeit-online-Artikel, abgerufen am 23. Oktober 2009
  41. Amazon: Homosexuelle Literatur aus Rankings verschwunden Die Presse.com vom 14. April 2009
  42. Politiker kritisieren „Geschäftsbeziehung“ zwischen Amazon und NPD, Heise online, 5. Juni 2009
  43. Der Tagesspiegel: Partnerprogramm mit NPD – Politiker drohen Amazon mit Boykott vom 4. Juni 2009
  44. Amazon schließt NPD von Partnerprogramm aus, Heise online, 8. Juni 2009
  45. „Thor Steinar nun auch bei Amazon“, 1. Oktober 2009
  46. „Verkaufsrichtlinien“ des Onlinehändlers Amazon – 2. Oktober 2009.
  47. Pelz bei Amazon - Tierschutzorganisation mit Petition gegen Vertrieb von Pelzwaren auf Amazon
  48. peta2.de :: Stoppt den Pelzverkauf auf Amazon.de zuletzt gesichtet am 17. Oktober 2010
  49. Deutsche Verbraucherschützer kritisieren Amazon-Lebensmittelhandel - Meldung von derStandard.at am 15. Juli 2010, 14:22 Uhr
  50. Verleger klagen über gefälschte Kundenrezensionen bei Amazon - Heise Artikel vom 8. Februar 2008
  51. Belkin: Firma untersucht Amazon-Kundenrezensionen - Computer Bild Meldung am 20. Januar 2009
  52. Guerilla-Marketing bei Amazon - Spiegel Online Artikel von Helmut Merschmann
  53. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23816/1.html
  54. http://www.intern.de/news_archiv/4874.html
  55. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,365663,00.html

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