Unteres Mittelrheingebiet
Karte des Mittelrheins

Das Untere Mittelrheingebiet ist eine naturräumliche Haupteinheit innerhalb der Haupteinheitengruppe Mittelrheingebiet am Mittelrhein. Sie erstreckt sich vom Rheintal unmittelbar unterhalb Andernachs bis unmittelbar oberhalb Bonns und enthält auch Hügellandschaften beiderseits des Rheins und das Siebengebirge.

Das Untere Mittelrheintal liegt größtenteils in Rheinland-Pfalz, sein Norden in Nordrhein-Westfalen, und trennt den Westerwald im Osten von der Osteifel im Westen. Nach Norden geht es in die Kölner Bucht über.

Inhaltsverzeichnis

Naturräumliche Gliederung

Das Untere Mittelrheingebiet gliedert sich wie folgt (Kennziffern der unmittelbaren Rheintalabschnitte in Fettdruck):[1]

  • (zu 29 - Mittelrheingebiet)
    • 292 Unteres Mittelrheingebiet
      • 292.0 Laach-Ettringer Kuppenland[2] (linksrheinisch)
        • 292.00 Laacher Kuppenland
        • 292.01 Ettringer Vulkankuppen
      • 292.1 Unteres Mittelrheintal (Rheintal)
      • 292.2 Rhein-Ahr-Terrassen (linksrheinisch)
        • 292.20 Brohl-Sinziger Terrassenflur (oberhalb der Ahr-Mündung)
        • 292.21 Ahrmündungstal
        • 292.22 Grafschafter Lösshügelland (unterhalb der Ahr-Mündung, Westen)
        • 292.23 Oberwinterer Terrassen- und Hügelland (unterhalb der Ahr-Mündung)
      • 292.3 Linzer Terrasse (rechtsrheinisch)
      • 292.4 Siebengebirge (rechtsrheinisch)
      • 292.5 Pleiser Hügelland (Pleiser Ländchen, deutlich rechtsrheinisch)

Unteres Mittelrheintal

Das Untere Mittelrheintal ist die Tallandschaft des Mittelrheines von unmittelbar unterhalb Andernachs bis unmittelbar oberhalb Bonns. Es teilt sich in Flussrichtung des Rheins auf in die Andernacher Pforte, die Linz-Hönninger Talweitung und Honnefer Talweitung.

Andernacher Pforte

Die linksrheinisch im Landkreis Mayen-Koblenz und rechtsrheinisch im Landkreis Neuwied (beide Rheinland-Pfalz) gelegene Andernacher Pforte ist das Durchbruchstal des Rheins durch die von Quarzit und Schiefer gebildeten Ränder des Neuwieder Beckens zum Unteren Mittelrheintal. Es umfasst den gerade einmal 5 km langen und eingangs gerade 1 km, im Inneren stets unter 4 km breiten Rheinabschnitt von unmittelbar unterhalb Andernachs bis Niederhammerstein.

Nach Westen grenzt die Pforte an das Laacher Kuppenland, das weiter westlich durch die Ettringer Vulkankuppen fortgesetzt wird und den Übergang in die Hocheifel einleitet; nach Osten grenzt im südlichen Rhein-Wied-Rücken unmittelbar ein Teil des Niederwesterwaldes an.

Linz-Hönninger Talweitung

Die Linz-Hönninger Talweitung stellt das Rheintal oberhalb Brohl-Lützings über Bad Hönningen, Bad Breisig, Sinzig, Linz und Remagen bis nach Unkel dar. Sie liegt linksrheinisch im Landkreis Ahrweiler und rechtsrheinisch im Landkreis Neuwied (beide Rheinland-Pfalz) und ist etwa 22 km lang bei einer Breite von 1,5 bis 3,5 km; gegen Ende, im Norden von Unkel, verengt sie sich auf etwa 800 m.

Linksrheinisch schließen sich die Rhein-Ahr-Terrassen an, die durch das Ahrmündungstal der oberhalb von Sinzig mündenden Ahr geteilt werden und sich unterhalb derer an der zur Kölner Bucht abflachenden, nordöstlichen Osteifel merklich verbreitern.

Rechtsrheinisch stößt das Tal im Süden direkt an den nördlichen Rhein-Wied-Rücken als Teil des Niederwesterwaldes, während sich ab Hönningen die Linzer Terrassen vor den Rheinwesterwälder Vulkanrücken (ebenfalls Niederwesterwald) schieben.

Honnefer Talweitung

Die Honnefer Talweitung stellt den nur etwa 5 km langen, nördlichsten Abschnitt des Mittelrheins vom Norden Unkels bis Bad Honnef, unmittelbar oberhalb Bonns, dar. Linksrheinisch liegt die Talweitung fast gänzlich im Landkreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) und berührt nur im äußersten Norden das Stadtgebiet Bonns (Nordrhein-Westfalen). Rechtsrheinisch liegt der Süden im Landkreis Neuwied (RP) und der Norden im Rhein-Sieg-Kreis (NRW). Von der Engstelle im Norden Unkels aus, wo das Rheintal nur etwa 800 m breit ist, verbreitert sich das Tal auf etwa 2 km, um sich gegen Ende wieder auf knapp 1,5 km zu verengen. Die Talweitung enthält die sogenannte Nonnenwerther Stromspaltung des Rheins, der sich dort zu drei (früher vermutlich: vier) Armen aufweitet. Am westlichen Rolandswerther Rheinarm liegt die Insel Nonnenwerth, am östlichen Bad Honnefer Altarm die Insel Grafenwerth.[3]

Linksrheinisch wird das Tal vom Norden der Rhein-Ahr-Terrassen begleitet, die nach Nordwesten hin zur Kölner Bucht abflachen.

Rechtsrheinisch schließt sich im Süden der Norden der Linzer Terrassen an, die östlich von Honnef vom Nordwesten des Rheinwesterwälder Vulkanrücken (Niederwesterwald) abgelöst werden. An diesen schließen sich fast nahtlos das Siebengebirge und das Pleiser Hügelland an, die beide noch zum Unteren Mittelrheingebiet gezählt werden.

Einzelnachweise

  1. Interaktiver Kartendienst und Beschreibungen der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz
  2. Genauer Naturraumname unbekannt
  3. Robert Jasmund: Die Arbeiten der Rheinstrom-Bauverwaltung 1851-1900. Halle a.S. 1900, S. 102

Allgemeine Quellen


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