Angergymnasium (Jena)

Das Angergymnasium ist ein Gymnasium in der thüringischen Universitätsstadt Jena. Mit 632 Schülern im Schuljahr 2009/2010 ist es das größte der sechs Gymnasien der Stadt. Es befindet sich am Ostrand der Innenstadt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Oberschule Am Anger war zu DDR-Zeiten die größte weiterführende Schule (Erweiterte Oberschule) Jenas. Die Schule wurde mit einem ersten Bauabschnitt im Oktober 1953 eingeweiht, weitere Bauabschnitte wurden 1954 (Fachräume für Physik, Chemie und Zeichnen) und 1956 (Turnhalle, Aula) vollendet. Bauarbeiten an der Schule wurden zum Teil im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks erbracht. 1958 wurden einige Oberstufenklassen aus der in eine Polytechnische Oberschule umgewandelten Adolf-Reichwein-Oberschule übernommen.

Die Schule hatte einen mathematisch-naturwissenschaftlichen und einen neusprachlichen (Russisch, Englisch / Französisch, Latein) Zug für die Klassenstufen Neun bis Zwölf. Erster Schulleiter bis 1957 war Franz Dördrechter (Unterrichtsfächer Deutsch, Französisch und Latein). Ihm folgte Direktor Clausner (Unterrichtsfächer Sport und Deutsch), in dessen Amtszeit die Schule am 18. Mai 1961 in Johannes-R.-Becher-Oberschule umbenannt wurde; während seiner Amtszeit wurde auch das Abitur mit Berufsausbildung eingeführt. Unterricht wurde von Montag bis Sonnabend erteilt; auch Unterrichtsstunden am Nachmittag waren üblich. Die Schule besaß ein ausgezeichnetes Schulorchester und einen Schulchor (Chor- und Orchesterleiter: Gerhard Häselbarth). Ab 1958 gab es einen zeugnisrelevanten „Unterrichtstag in der Produktion“ (14-täglich), der unter anderem in den Jenaer Großbetrieben Zeiss und Schott durchgeführt wurde. „Produktive Arbeitsleistungen“ der Schüler sind darüber hinaus anzuführen für Tätigkeiten innerhalb des Nationalen Aufbauwerks (z. B. gärtnerische Hilfsarbeiten in der Jenaer Oberaue), für FDJ-Verpflichtungen (z. B. Entschlämmen von Teichen im thüringischen Plothen) oder für Ernteeinsätze auf LPGs und Gütern im Jenaer Umland. Kurioses am Rande: Die Träger von Niet(en)hosen (Jeans) wurden beim Fahnenappell in die hinteren Reihen verbannt. Das geistige Klima im Jena der Jahre um den Mauerbau 1961 ist eingefangen u. a. im Roman Ausharren im Paradies von Renate Feyl. Nicht wenige Schüler und Schülerinnen der frühen „Anger-Jahrgänge“ - und auch einige Lehrer - haben über die bis 13. August 1961 offenen Sektorengrenzen in Berlin bzw. anlässlich von damals möglichen Besuchsreisen in Westdeutschland das Land verlassen.

Seit 1991 wird das Angergymnasium im neu strukturierten Thüringer Bildungssystem fortgeführt.

Ehemalige Schüler und Schülerinnen

Literatur

  • 50 Jahre Anger - Die Festschrift. Jena 2003.

Weblinks

50.9332511.605916666667

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