Schloss Aspenstein
Schloss Aspenstein mit dem Betten- und Seminartrakt der Georg-von-Vollmar-Akademie im Vordergrund
Die Rosenterrasse von Schloss Aspenstein mit Ausblick auf den Kochelsee
Schloss Aspenstein in Kochel am See

Das Schloss Aspenstein (Aspensteinschlössl) in Kochel am See wurde ursprünglich im Auftrag des Klosters Benediktbeuern erbaut, als Kochel noch Teil der klösterlichen Herrschaft Benediktbeuern war. Nach der Säkularisation im Jahre 1803 wechselte es mehrfach den Besitzer – darunter auch Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Heute beherbergt es die Georg-von-Vollmar-Akademie, die hier ihre Bildungsstätte als festen Lernort mit Wochen- und Wochenendseminaren der politischen Bildung betreibt.

Geschichte

Schloss Aspenstein wurde zwischen 1675 und 1694 als zweigeschossiger Walmdachbau mit angebauter Hauskapelle für das Kloster Benediktbeuern erbaut und diente bis zur Säkularisation 1803 als Sommersitz für Äbte sowie als Alters- und Erholungsheim der Benediktinermönche des Klosters Benediktbeuern.

Im Rahmen der Säkularisation ging das Aspensteinschlössel 1803 in den Besitz Bayerns über und wurde noch im selben Jahr durch den bairischen Finanzrat Georg Freiherr von Stengel erworben. Von 1815 bis 1836 besaß der Weinwirt Ignaz Huber das Schlösschen. Anschließend erwarb es die Familie von Dessauer.

Am 12. März 1936 ging Schloss Aspenstein in den Besitz des ranghohen Nazis Baldur von Schirach über, der Reichsjugendführer und später NSDAP-Gauleiter in Wien war.

1945 fiel das Aspensteinschlössl erneut Bayern zu. Zunächst befand sich hier jedoch das Hauptquartier der 10. US-Panzerdivision bis es 1946 sogenannten Displaced Persons (DPs) Unterkunft bot.

Nachdem es 1948 diese Funktion wieder verlor, wurde es von der bayerischen SPD erworben und fester Lernort, benannt nach dem Politiker und ersten Vorsitzenden der bayerischen SPD Georg von Vollmar, der Georg-von-Vollmar-Schule, die 1968 in Georg-von-Vollmar-Akademie umbenannt wurde. Bis heute ist hier die Bildungsstätte der Georg-von-Vollmar-Akademie – mit zusätzlichen Gästehäusern und Seminarräumen – untergebracht.

Literatur

  • Josef Hemmerle: Die Benediktinerklöster in Bayern (Germania Benedictina, Band 2), München 1970, S. 61–67

Weblinks

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