Bahnhof Bad Nauheim
Bad Nauheim
Bad Nauheim Bahnhofsallee.jpg
Empfangsgebäude, Straßenseite
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Reisende etwa 4.000[1]
Abkürzung FBNA
Eröffnung 9. November 1850
Webadresse www.bahnhof.de
Architektonische Daten
Baustil Neoklassizismus
Architekt Armin Wegner
Lage
Stadt Bad Nauheim
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 22′ 4,5″ N, 8° 44′ 57,6″ O50.3679048.749334Koordinaten: 50° 22′ 4,5″ N, 8° 44′ 57,6″ O
Höhe 160 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen

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Der Bahnhof Bad Nauheim bedient die gleichnamige Stadt. Er liegt an Streckenkilometer 161,9 der Main-Weser-Bahn.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mit der Eröffnung der Teilstrecke zwischen Butzbach und Friedberg am 9. November 1850 ging der Bahnhof in Betrieb.[2] Die ursprünglichen Hochbauten stammten von Julius Eugen Ruhl[3], wurden aber 1911–1913 durch Neubauten ersetzt. Im Zuge einer generellen Sanierung aus Anlass der Landesgartenschau, die 2010 in Bad Nauheim stattfand, wurde die Bahnsteighöhe auf 76 cm angehoben, der Zugang behindertengerecht gestaltet, Leitstreifen für Sehbehinderte eingebaut und dem Bahnhof insgesamt ein freundlicheres Aussehen gegeben.[4]

Bahnanlagen

Der Bahnhof Bad Nauheim hat einen Haus- und einen Inselbahnsteig, insgesamt also drei Bahnsteigkanten. Hinzu tritt an der dem Empfangsgebäude gegenüberliegenden Seite der Gleisanlagen der Bahnhof der Butzbach-Licher Eisenbahn (BLE), Bad Nauheim Nord (Streckenkilometer 10,6). Von hier findet touristischer Verkehr mit historischen Zuggarnituren durch die Eisenbahnfreunde Wetterau nach Münzenberg statt. Die Gleisverbindung zur einstigen Staatsbahn im Bahnhof Bad Nauheim wird derzeit nicht genutzt. Als Besonderheit verläuft die Butzbach-Licher Eisenbahn durch einen für den DB-Bahnhof angelegten Park-and-Ride-Parkplatz.

Hochbauten

Das Empfangsgebäude und die übrigen Hochbauten des Bahnhofs sind heute überwiegend Kulturdenkmäler nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

Empfangsgebäude

Das heutige Empfangsgebäude wurde 1911–1913 in neoklassizistischen Formen nach Entwürfen von Armin Wegner errichtet.[5] Die Fassade trägt sowohl das preußische als auch das hessische Wappen, da Bad Nauheim zum Großherzogtum Hessen gehörte, Bahnhof und Main-Weser-Bahn aber von der Preußischen Staatseisenbahn betrieben wurden.[6] Im Gebäude befinden sich ein ReiseZentrum der Deutschen Bahn AG, mehrere Fahrkarten-Automaten des RMV und ein Automat für Fernverkehrsfahrkarten der Deutschen Bahn. Außerdem gibt es im Bahnhof eine Buchhandlung sowie einen Blumenhandel.

Fürstenpavillon

Südlich des Empfangsgebäudes steht ein Fürstenpavillon.[7] Er stammt aus der Umbauphase des Bahnhofs 1911–1913. Das Gebäude hat ein pagodenartiges Dach. Es steht in der Achse der Lessingstraße, deutlich abgesetzt vom öffentlichen Empfangsgebäude. Zur Bahnsteigseite hat es eine offene Halle. Nach Wegfall der ursprünglichen Nutzung wurde es zwischenzeitlich von der Deutschen Bundespost, heute von der Diakonie, genutzt.

Verkehr

Vor dem Ersten Weltkrieg war Bad Nauheim Ausgangspunkt einer "Bäderbahn" benannten Verbindung, die die Badeorte Bad Nauheim, Bad Homburg und Wiesbaden miteinander verband und auch von Schnellzügen befahren wurde.

In Bad Nauheim halten heute sämtliche Züge der Regionalbahn-Verbindung Friedberg–Gießen. Ebenfalls hält der Mittelhessen-Express sowie einzelne RegionalExpress-Züge der Verbindung Frankfurt Hbf–Marburg. Jedoch halten die RegionalExpress-Züge Frankfurt–Siegen und Frankfurt–Kassel sowie Fernverkehrszüge nicht in Bad Nauheim.

Seit Dezember 2009 hält planmäßig wieder ein Fernzugpaar in Bad Nauheim: Der EuroCity Siegen–Klagenfurt. Dieser wird aber voraussichtlich zum Fahrplanwechsel 2011/2012 am 11. Dezember 2011 wieder eingestellt.

Linien
Gießen Fern EC 62
EC-Linie
Friedberg (Hess)
Butzbach
(2-stdl. Ostheim)
Regional SE 30/40
Mittelhessen-Express
Friedberg (Hess)
Ostheim Regional RB 30
Friedberg–Gießen
Friedberg (Hess)
Butzbach Regional RE 30
Frankfurt Hbf–Marburg
Friedberg (Hess)
Steinfurth Eisenbahn Museumsbahn
Butzbach-Licher Eisenbahn
Streckenende

Literatur

Einzelnachweise

  1. Artikel der Frankfurter Rundschau
  2. Eisenbahn in Hessen, S. 143.
  3. Eisenbahn in Hessen, S. 184.
  4. Ein Bahnhof blüht auf. In: RMVmobil 1/2010, S. 5.
  5. Eisenbahn in Hessen, S. 184.
  6. Die Main-Weser-Bahn war kein Bestandteil der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemeinschaft!
  7. Vgl.: Eisenbahn in Hessen, S. 186.

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