Bahnstrecke Dessau–Köthen
Dessau–Köthen
Kursbuchstrecke (DB): 334
Streckennummer (DB): 6419
Streckenlänge: 21,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Legende
Strecke – geradeaus
von Roßlau
Bahnhof, Station
0,0 Dessau Hauptbahnhof
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Bitterfeld
Bahnhof, Station
3,4 Dessau-Alten
Bahnhof, Station
6,7 Dessau-Mosigkau
Bahnhof, Station
13,4 Elsnigk (Anh)
Haltepunkt, Haltestelle
15,6 Osternienburg
Bahnübergang
Bundesstraße 187a
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Aken
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Magdeburg
Bahnhof, Station
21,3 Köthen
Gleisdreieck – geradeaus, nach links, von links
nach Halle (Saale)
Strecke – geradeaus
nach Bernburg

Die Bahnstrecke Dessau–Köthen verbindet die Städte Dessau-Roßlau und Köthen in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zu den ältesten Bahnstrecken Deutschlands und bildet den westlichen Abschluss der Stammstrecke der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn-Gesellschaft (BAE). Die Strecke ist heute als Nebenstrecke klassifiziert und wird ausschließlich im Nahverkehr bedient.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Bahnstrecke ist Teil der 1840 eröffneten Berlin-Anhalter Bahn. 1841 wurde die Strecke bis Köthen fertiggestellt. Regelmäßig wurde Fernverkehr nach Berlin von Köthen aus gefahren. Täglich verkehrten zwei Züge zwischen Dessau und Köthen. Mit der Eröffnung der Direktverbindungen Dessau–Leipzig und Wittenberg–Halle (Saale) verlor die Strecke zusehends an Bedeutung. Auch im Güterverkehr schwand die Bedeutung der Strecke auch durch die Eröffnung der Kanonenbahn an Köthen vorbei.

1870/71 entstand an der Köthener Georgstraße ein neues Bahnhofsgebäude, das von der BAE und von der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft, die die seit 1846 verkehrende Bernburger Bahn aufgekauft hatte, gemeinsam benutzt wurde, jedoch nicht von der Magdeburg-Leipziger Eisenbahngesellschaft. 1916 wurde dann in Köthen ein neues zentrales Bahnhofsgebäude für alle Bahnstrecken angelegt, nur unwesentlich östlich des alten Bahnhofs, sodass kaum Gleisverlegungen nötig wurden. Aus dieser Zeit stammen auch die meisten Straßenüberführungen im Stadtgebiet Köthen, sodass es keine niveaugleiche Kreuzung mit dem Straßenverkehr mehr gibt. In dieser Zeit entstand auch der heute noch erhaltene Wasserturm östlich des Bahnhofsgelände. In den 1880er Jahren wurde die Strecke unter dem Dach der Preußischen Staatseisenbahnen verstaatlicht.

In den 1920er Jahren gab es Bestrebungen, die Strecke ebenso wie die Strecke Magdeburg–Leipzig zu elektrifizieren, stets fehlte es jedoch an Geld.

Im Zuge der Reparationsleistungen an die Sowjetunion infolge des Zweiten Weltkriegs wurde auch an der Strecke Dessau–Köthen das zweite Gleis entfernt und im Gegensatz zu den Strecken nach Bernburg, Magdeburg und Leipzig nie wieder aufgebaut. Allerdings ist an einigen Stellen, beispielsweise bei Elsnigk noch gut die aufgeweitete Trasse zu erkennen. Die Reichsbahn strebte auch 1992 den Wiederaufbau des zweiten Gleises und die Elektrifizierung mit der Bernburger Bahn zusammen an, da diese immanent wichtig für den Güterverkehr war. Allerdings schwand auch der Güterverkehr im Zuge der Nachwendejahre, sodass eine Elektrifizierung wie auch die Montage eines zweiten Gleises fallen gelassen wurden. Insgesamt wurde die Strecke seit Reichsbahnzeiten nur sparsam modernisiert, sodass überwiegend mechanische Stellwerkstechnik vorhanden ist.

Streckenbeschreibung

Die Strecke beginnt im Dessauer Hauptbahnhof. Es besteht Anschluss an Regionalbahnen nach Magdeburg, Lutherstadt Wittenberg, Halle (Saale) und Leipzig, sowie an Regional-Expresszüge nach Berlin. Die Regionalbahnen fahren in der Regel ab Gleis 7. Nach wenigen Metern trennt sich die Strecke von der Hauptstrecke nach Bitterfeld. In Dessau werden niveaugleich die Kühnauer Straße und die Brauereistraße gequert. In diesem Abschnitt gibt es noch einige meistens ungenutzte Industrieanschlussgleise. Weiter wird die Hermann-Köhl-Straße unterquert mit dem Abzweig zur ehemaligen Polysius AG. Der Stadtteil Alten wird erreicht. Zur Rechten befindet sich hier der Landeplatz der früheren Junkers-Werke Dessau. Kurz nach der Kreuzung mit der Hünefeldstraße wird der Haltepunkt Alten erreicht. Weiter ist auf der linken Seite der Junkerspark, ein Industrie- und Gewerbezentrum entstanden, allerdings ohne Anschlussgleise. Nach wenigen Kilometern Fahrt durch freie Landschaft wird der Bahnhof des Dessauer Stadtteil Mosigkau erreicht. Hier kreuzt die Erich-Weinert-Straße. Nach der unterbrochenen Chörauer Straße wird die Stadt Dessau-Rosslau verlassen. Als nächstes wird der Bahnhof von Elsnigk erreicht, der mittlerweile viel zu groß geraten scheint für das bescheidene Fahrgastaufkommen. Hier gibt es noch die Ladestraße einer mittlerweile abgerissenen Fabrik. Weiter geht es in das flach-wellige Gebiet rund um Köthen. Zum Teil auf Aufschüttungen wird der Haltepunkt Osternienburg im Ortsteil Sibbesdorf erreicht. Weiter geht die Fahrt durch die waldarme, da fruchtbare Köthener Ebene. Kurz vor Köthen befindet sich die Kreuzung mit der Bundesstraße 187a nach Aken, einem der wenigen modernisierten Bahnübergänge. Wenig später stößt von Norden her die Strecke von Aken auf diese Strecke, allerdings auf eigenem Gleis folgt sie bis Köthen. Kurz vor Köthen wird der Elsdorfer Weg unterquert, ebenso wie etwas später die Hauptstrecke Magdeburg–Halle (Saale) durch das „Berliner Loch“. Nun nach Süden gewendet und auf das Niveau der zuvor unterquerten Strecke Magdeburg–Halle (Saale) steigend werden in Köthen die Dessauer Straße, die Friedrichstraße und die Friedrich-Ebert-Straße überquert. Unmittelbar danach ist der Bahnhof Köthen erreicht. Die Züge halten an den Gleisen 1, 2 und 3. Hier besteht Anschluss an Intercity-Züge Richtung Leipzig sowie Magdeburg (weiter bis Oldenburg (Oldb) beziehungsweise Köln in stündlichem Wechsel), sowie an Regionalbahnen nach Halle (Saale) beziehungsweise Magdeburg.

Bedienung

Nachdem die Elbe-Saale-Bahn, eine Tochter der Deutschen Bahn, die Ausschreibung des Altmark-Börde-Anhalt-Netzes gewonnen hat, verkehren seit 2004 Dieseltriebwagen der Baureihe 642 (Siemens Desiro Classic) ausschließlich als Regionalbahn stündlich auf der Strecke. Zuvor wurde die Strecke von Baureihe 218 mit n-Wagen bedient, teilweise als Regional-Express. Die Züge verkehren weiter auf der Bernburger Bahn bis Aschersleben. In der Regel wird in Einzeltraktion gefahren, nur im Berufsverkehr sind Doppeltraktionen anzutreffen. Seit dem Fahrplan 2010 sind auf der Strecke Verstärkerzüge unterwegs, um Dessau besser an den Fernverkehr der DB anzuschließen. Seitdem werden die Unterwegshalte abwechselnd nicht mehr angefahren. Die Strecke wird nur noch schwach im Güterverkehr genutzt; hierzu werden Lokomotiven der Baureihe 294 von Köthen aus eingesetzt.

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