Sam Baskini

Sam Baskini (eigentlich Samuel Baskind; * 10. August 1890 in Baryssau, Weißrussland; † im 20. Jahrhundert in Südamerika) war ein Kapellenleiter und Geiger.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Baskini kam 1925 nach Berlin, wo er bis 1933 für Unternehmen[1] Schallplattenaufnahmen mit Tanzmusik einspielte. Für diese Aufnahmesitzungen stellte er meist ein Orchester mit Solisten aus anderen Kapellen[2] zusammen, welches auf den Etiketten dann als “Sam Baskini und seine Jazz-Symphoniker” erschien. Daneben spielte er, neben anderen Tanzorchestern, auf dem Dachgarten des Warenhauses Karstadt in Berlin[3]. Ab 1931 hatte er auch Engagements beim Reichssender Berlin, im Café Berlin und im Europa-Pavillon.

Im Jahr 1931 wirkten Baskini und sein Orchester auch bei den Aufnahmen zu dem Harry Piel-Tonfilm ‘Ombres des bas fonds’ (“Schatten der Unterwelt” auch bekannt als “Der Meisterdieb”) mit[4].

Als Refrainsänger arbeiteten bei Baskini der damals populäre Tenor Leo Monosson (unter verschiedenen Pseudonymen wie Leo Frey, Fred Mossner ) und Pianist R. A. Dvorský mit. Nach der Machtübernahme der Nazis 1933 musste Baskini Deutschland “aus rassischen Gründen” verlassen. Er ging nach Südamerika, nach Argentinien und lebte dann in Buenos Aires. Im Musikgewerbe konnte er dort nicht mehr Fuß fassen. Er verfiel dem Alkohol und starb verarmt und verbittert in Argentinien. Sein Todesdatum ist unbekannt.

Platten (Auswahl)

Baskini war an über 100 Aufnahmen mit seinem Orchester beteiligt, darunter

  • Zuerst ein Schnäpschen und dann ein Küßchen, Kalliope K 1670
  • Die schönste Frau von Madrid, Amücophon A 693
  • Die Nacht von Saragossa, Ultraphon A 1105
  • Vergib, vergib, Paloma! (Pardon,Pardon,Szenyora), Kalliope K 1578
  • Mein Schatz ist ein Matrose mit einer blauen Hose, Kalliope K 1647

Literatur

  • Boas, Günter: King of Kalliope. In: Fox auf 78, Heft 11, Herbst 1992, s.13-17. Der Aufsatz wird ergänzt durch eine Aufstellung der Rundfunkprogramme, in welchen die Baskini-Band vom 3. November 1930 - 18. September 1931 spielte, nach Angaben aus dem Archiv von Hans Blüthner. Außerdem durch eine Auswahldiskografie jazziger Baskini-Titel, von Henner Pfau.
  • Ein Photo, das Baskini mit seiner Geige vor dem Reisz-Mikrophon des Berliner Senders zeigt, ist in der Funk-Stunde vom 29. April 1931 erschienen.

Einzelnachweise

  1. Auf manchen Etiketten wie z.B. Eltag erscheint Baskinis Orchester auch unter dem Pseudonym “Fred Jones und seine Jazz-Symphoniker”, auf anderen, z.B. dem österreichischen Kalliope-Label unter dem Namen seines Trompeters John Brigs.
  2. in seinem Orchester spielten neben deutschen und österreichischen viele tschechische Musiker wie Karel Vacek (Trompete), R. A. Dvorský (Klavier und Gesang), Jindrich Kocina und Bohumil Klemr (Saxophone und Klarinette), C. Cikánek (Schlagzeug).
  3. Erinnerungen von Günter Boas aus dem Jahre 1930 in Boas, Günter: King of Kalliope. In: Fox auf 78, Heft 11, Herbst 1992, s.13-17.
  4. Vgl. http://www.filmportal.de/df/f6/Uebersicht,,,,,,,,DB7AE3BB105442238CC37CE947ADEF24,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html Unter http://www.blockbuster.com/catalog/movieDetails/96045. ist eine kurze Inhaltsbeschreibung des Films zu lesen.

Weblinks


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